Auch für uns Hebammen hat sich vieles verändert. Der Alltag in Hausbesuchen, in den Praxen und natürlich auch im Kreißsaal steht unter neuen Vorzeichen. Unsere wichtige Arbeit in unterschiedlichen Kursen ist auf die zuvor vertraute Weise sicher noch für viele weitere Wochen unmöglich, derzeit finden so gut wie gar keine Präsenzkurse statt, da die behördlichen Auflagen (alle im Sinne der sinnvollen Regeln zur Eindämmung des Infektionsgeschehens) in so gut wie allen Hebammenpraxen nicht umsetzbar sind.
Damit Euch nun nicht diese wichtige Konstante, nämlich ein guter und qualifizierter Geburtsvorbereitungskurs wegbricht, bieten viele Hebammen nun diese Kurse online an. 

Online-Kurs? Was genau ist das?

Mitte März, tatsächlich wenige Stunden vor dem Lockdown, haben Nora & Ralph, (howwow.tv), zwei professionelle Filmleute und ich, geistesgegenwärtig, improvisiert und spontan, wie es unsere Art ist, meinen vorerst letzten „real-life“-Geburtsvorbereitungskurs aufgezeichnet. 

Drei Paare waren „in echt“ anwesend, die anderen damals schon per zoom zugeschaltet. So entstand ein echter, lebendiger und natürlich voll umfänglicher Geburtsvorbereitungskurs, so wie ich ihn sonst auch gebe. Das Ganze in top Ton- und Bildqualität, damit nichts rauscht oder knistert – und natürlich auch mit wichtigen Corona-Bezügen.

Ich sitze also nicht vor einer Wand und monologisiere in die Kamera.

Zusätzlich zu diesem Kurs, den Nora in Windeseile aus diesem Material produziert hat, und den Ihr als Stream in Eurem Tempo wahlweise in kleinen Häppchen gucken oder  wegbingen könnt, gibt es (optimalerweise dann, wenn Ihr den Video-Kurs fertig geguckt habt) zusammen mit ein paar anderen Paaren eine gemeinsame 2-stündige „live-Einheit“ als Video-Call.

Darin könnt Ihr mir live und in Farbe alle Eure übrig gebliebenen Fragen stellen und ich werde Euch alle aktuellen Entwicklungen der Corona-Situation und deren Auswirkung auf die Geburt (Updates zu Themen wie: Partner im Kreißsaal, Maskenpflicht im Krankenhaus, ambulante Geburt, Versorgung durch freiberufliche Kolleginnen, Konsequenzen für Euer Baby, etc.) erzählen. Die TeilnehmerInnenzahl für diesen Livecall ist natürlich begrenzt, deshalb sucht Ihr Euch bei der Kursbuchung am besten gleich schon einen Termin aus.

Wenn Du schon jetzt sicher bist, dass Du den Kurs machen möchtest und sofort loslegen magst: Dann ist das hier die Abkürzung.

Für detaillierte Infos: lies einfach weiter.

Warum so und nicht als „zoom-Kurs“ live?

Diese Frage stellt sich in erster Linie deshalb, weil zoom-live-Kurse die einzige Art Kurse sind, die derzeit problemlos und direkt mit den Krankenkassen abzurechnen sind, dazu unten gleich mehr. Nicht, weil es meine Lieblingsvariante wäre, aber natürlich ist das auch eine Option.

Direkt in den ersten Wochen des Lockdown habe ich mit verschiedenen Varianten an Kursen experimentiert und mich natürlich auch mit Kolleginnen lebhaft ausgetauscht. Zu Beginn war alles noch total aufregend und man fand es toll, was denn „nun doch noch alles geht“. Nach kurzer Zeit aber stellte sich (wohl bei uns allen) eine gewisse zoom-Müdigkeit ein, hier und da bekamen wir es mit recht wackeligen Ton- und Bildqualitäten zu tun. Nicht alle KursteilnehmerInnen haben Zugang zu einer ausreichenden, stabilen WLAN-Verbindung oder sie sitzen bereits den ganzen Tag im Homeoffice vor dem Bildschirm. Während eines live-Kurs ist technischer Support („Can you hear me?“) von meiner Seite aus nicht möglich, und wenn Ton oder Bild permanent wegbricht, ist das mindestens nervig. 

Ich bin also sehr glücklich mit dieser ganz anderen Variante des Kurses, unter anderem aus folgenden Gründen:

  • Das Anschauen eines Kurses in erstklassiger Ton- und Bildqualität erlaubt Euch, den Kurs in für Euch passenden Einheiten anzugucken, zu den Zeiten, wenn es Euer gerade möglicherweise recht turbulenter Alltag erlaubt. Ihr könnt Euch Notizen machen, noch mal zurückspulen, eine Übung in Eurem Tempo wiederholen, oder auch einfach mal ausschalten, alles das. 
  • Es gehen keine wertvollen Kursinhalte aus „technischen Gründen“ verloren, weil das WLAN wegen Überlastung zusammenbricht.
  • Ihr habt ein Jahr lang Zugriff auf den Kurs. Ihr könnt also zu unterschiedlichen Phasen der Schwangerschaft einzelne Kapitel nochmal gucken, wenn ein konkretes Interesse kurz nochmal „hochpoppt“.
  • Last but not least: Das Konzept geht glücklicherweise offenbar auf: Die bislang 80 teilnehmenden Paare sind bisher sehr happy mit dieser Lösung und wir erhalten tatsächlich umwerfendes Feedback J

Die Abrechnung

Viele Hebammenleistungen (nicht alle) sind grundsätzlich in einer Gebührenvereinbarung mit den gesetzlichen Krankenkassen verankert. Diese können von uns Hebammen innerhalb eines Vertrages mit den Krankenkassen abgerechnet werden. Auch die genaue „Form“ der Leistung ist im Detail in jener Gebührenvereinbarung geregelt. Für Kurse gelten beispielsweise Höchstgrenzen der abzurechnenden Kursstunden, auch die Teilnehmerinnenzahl ist geregelt. Bis zum 30.9. gilt eine „SARS-CoV-2-Sonderfassung“, in der vorgegeben ist, wie mit Leistungen, die derzeit entweder nicht möglich oder nicht geraten sind, so lange ersatzweise umgegangen wird.

Nur dann, wenn die erbrachte Leistung im Gebührenkatalog vorkommt, darf (bindende Vereinbarung) und kann sie (technisch über das Abrechnungssystem) überhaupt abgerechnet werden. Ein Kurs per Stream in Verbindung mit einem Live-Call gehört nicht zu den Sonderfall-Leistungen, deshalb darf und kann ich diesen Kurs in keinem Fall direkt mit Eurer Kasse abrechnen, aber: Viele (nicht alle!) Kassen erstatten Euch nachträglich die Kursgebühr. Wie genau folgt gleich unten.

Anders ist das bei vollständigen live-zoom-Kursen. Diese können (zumindest bis zum 30.9.2020) direkt mit den Kassen abgerechnet werden. Mein Kurs ist aber eben kein live-zoom-Kurs.

Ich möchte den Kurs buchen – wie funktioniert das alles und was kostet der Kurs?

Ihr müsst also den Kurs zunächst selbst bezahlen. Ihr bekommt dann eine Rechnung, in der alles ganz genau aufgeschlüsselt ist und die alle abrechnungsrelevanten Details enthält, die Ihr dann Eurer Kasse zur Erstattung einreichen könnt.

Der Kurs kostet Eure Kassen exakt das Gleiche wie immer, ich berechne quasi die identische Gebühr, die ich sonst den Kassen in Rechnung stelle. 

Aufgefummelt sind das 14 Stunden Geburtsvorbereitung, nach der Gebührenziffer 0700 der Hebammenvergütungs-Vereinbarung mit 7,96 pro Stunde berechnet, insgesamt also 111,44 Euro. Dazu kommt die übliche Partnergebühr in Höhe von 125,- Euro (in meinen „echten“ Kursen in Berlin sind das 150,-), darauf wird dann wiederum Mehrwertsteuer berechnet und das Ganze dann abgerundet.
Alle zusätzlichen Kosten für die Produktion, die technische Bereitstellung, für die Bezahlsysteme sowie für meine Praxismiete, die ich weiterhin bezahlen muss, trage ich selbst und sind selbstverständlich im Kurspreis enthalten (das ist wichtig für Eure Kassen, nichts davon wird berechnet).

Insgesamt macht das eine Kursgebühr in Höhe von 269,- Euro. 

10% des Kurspreises spenden howwow und ich an Ärzte ohne Grenzen, die derzeit überall in der Welt gebraucht werden, um Menschen zu helfen, die in weniger privilegierten Gesundheitssystemen leben oder auf der Flucht sind. 

Übernahme durch die Krankenkassen

In den letzten Wochen haben etliche Krankenkassen (allen voran viele der AOK‘s und BKK‘s) die Kurskosten für die Frauen übernommen. Die Partnergebühr wird auch in den üblichen Präsenzkursen unterschiedlich behandelt, von „wird gar nicht bezahlt“ über „teilweise“ bis „komplett“ ist alles dabei. So auch hier bei dieser Sondervariante.

Die Tatsache, dass es bei einigen Kassen nach freundlichen, aber bestimmten Briefen eben doch klappt, zeigt, dass sich argumentieren lohnen kann, wir können und wollen dazu dennoch nichts versprechen. Meine Bemühungen, irgendwelche Informationen zur Weitergabe an Euch zu erhalten, werden natürlich konsequent abgeblockt. Offenbar wollen die Kassen keine Präzedenzfälle schaffen und antworten auf meine Anfragen gar nicht erst.

Sollten Eure Kassen also zunächst ablehnen, geht Ihr in den Widerspruch, und ab hier sind Argumente gefragt.

Hier ein paar Vorschläge, die Ihr in Euren individuellen Text einbauen könnt:

  • Die Versorgung mit medizinischer Grundversorgung ist für alle Kassenversicherte im Sozialgesetzbuch geregelt. Eure Krankenkassen unterliegen gemäß  §72 Abs. 1 SGB V dem so genannten Sicherstellungsauftrag. Das bedeutet, dass die Kassen gemeinsam mit allen Leistungserbringern dafür Sorge tragen müssen, dass Euch alle Leistungen der medizinischen Grundversorgung zugänglich gemacht werden. Dazu gehören auch sämtliche Hebammenleistungen, und eben auch ein Geburtsvorbereitungskurs einer Hebamme (nur Hebammenkurse fallen darunter!). Wenn Ihr also schlicht keinen live-zoom-Kurs findet, sind Eure Kassen verpflichtet, Euch bei Alternativen zu unterstützen. Natürlich können (oder wollen) nicht alle Hebammen mal eben umswitchen auf “Online-Kurs”, das wissen die Kassen natürlich auch ganz genau. Es wird also in der sowieso angespannten Hebammenlage weitere Engpässe und Unterversorgungen geben. Eure Kassen sind da in der Pflicht. Und eine Alternative – wäre zum Beispiel dieser Kurs.
  • Oder man möchte etwa aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht via zoom (dazu gab es in den letzten Wochen nach Hackerangriffen ja reichlich Presse) teilnehmen, ebenfalls im Gesundheitsbereich ein vulnerabler Punkt, auf den ich abzielen würde. Ihr glaubt gar nicht, was wir Hebammen an DSGVO-Auflagen erfüllen müssen für jeden Post-It, auf den wir was draufkritzeln – und jetzt soll plötzlich alles per whatsapp und zoom laufen, was sonst ausdrücklich verboten ist – weils grad in die Argumentation passt? 
  • Last but not least: Erwähnt unbedingt, dass Ihr diese Variante anstatt der anderen Varianten wahrnehmt und nicht eine weitere Hebamme noch einen Geburtsvorbereitungskurs abrechnet. Auch die Übernahme im Rahmen eines Präventionskurses wäre eine Idee, auf die Ihr Eure Kasse bringen könnt.

Diese etwas umständlichen, fein ziselierten Argumente sind die einzige Argumentationshilfe und Unterstützung, die wir Euch geben können, aber darin ist alles enthalten, was entscheidungsrelevant ist. Alles Weitere müsst Ihr mit Euren Kassen diskutieren. Bei einigen rennt Ihr sicher offene Türen ein und ihr habt binnen Tagen das Geld auf Eurem Konto, bei anderen beißt Ihr auf Granit und Ihr müsst die Kursgebühr vollständig selbst bezahlen. Wenn Ihr eine Zusage bekommt – lasst Sie Euch in jedem Fall schriftlich geben.

Und nur deshalb, weil wir vereinzelt danach gefragt wurden: Nein, wir können nicht stattdessen „irgendwas anderes“ abrechnen oder „irgendwas anderes“ auf die Rechnung schreiben. Unser System generiert die Rechnungen automatisch, und es steht genau das drauf, was Ihr bekommt.

Ihr möchtet gern den Kurs machen und sofort loslegen mit dem Gucken? Dann klickt hier!

Oder Ihr zögert noch und möchtet erstmal noch überlegen: Hier könnt Ihr Euch in die Mailingliste eintragen.

So oder so: ich würde mich sehr freuen, Euch im Onlinekurs und dann im Live-Call persönlich willkommen zu heißen! Bis ganz bald!

Online Geburtsvorbereitung
mit  Hebamme
Kareen Dannhauer

Spätestens zu Beginn der zweiten Lebenswoche dann beginnt die Milch sichtbarer zu fließen, sie rinnt beim Stillen aus der jeweils anderen Brust, plötzlich verstehst Du, wozu denn Stilleinlagen da sind. Bis zum Ende der zweiten Lebenswoche hat Dein Baby vermutlich seinen anfänglichen und normalen Gewichtsverlust von etwa 7 bis höchstens 10% des Geburtsgewichts wieder aufgeholt.

Ein Baby, das genug Milch bekommt, hat täglich mindestens sechs nasse Windeln und mindestens zweimal Stuhlgang etwa ab dem 4. Lebenstag. Seltenerer Stuhlgang ist ab einem Alter von ca. 6 Wochen ok., davor ist es meistens ein Zeichen von zu wenig Milch. Ab jetzt nimmt Dein Baby etwa 150 g pro Woche zu, das ist – je nach Literaturangabe – die untere Grenze. Nach oben hin gibt es keine! (Aber das ist ja hier nicht Thema für diesen Artikel)

Wenn die Milch hingegen nicht ausreicht, sind die Symptome dafür eben die: Das Baby gedeiht nicht (Deine Hebamme wird es – je nach Symptomlage mehr oder weniger häufig wiegen und das „Gefühl“ damit objektivieren), es wirkt ständig unzufrieden. Letztlich will es über weite Strecken des Tages am liebsten non-stop an Deinem Busen sein, schläft aber trotzdem zwischendurch nie so richtig zufrieden ein.

Was kannst Du nun tun, um Deine Milch effektiv zu steigern? Wichtig bei all diesen Dingen ist es meiner Erfahrung nach, damit BALD zu beginnen und nicht zu lange nach dem Motto „ach, wird schon“ rumzueiern. Nutze die frühe Zeit, um die Milchproduktion wirklich effektiv anzukurbeln! In den ersten beiden Lebenswochen ist dieses Zeitfenster weit offen, aber das bleibt es nicht ewig. Frustrierend sind Verläufe, in denen nach sechs Wochen, 100 g über dem Geburtsgewicht, irgendwann der Kinderarzt bei der U3 stutzig wird und alarmiert ist (in solchen Fällen ganz zu Recht) und man dann mal langsam anfängt zu überlegen, was da wohl doof gelaufen ist, nun aber dann gleich mit dem Zufüttern von Kunstmilch beginnen muss, weil es wirklich höchste Eisenbahn ist.

In solchen Situationen hilft eine gute Tabelle, um die Stillmahlzeiten über die nächsten Tage hinweg genau zu dokumentieren und das subjektive Gefühl in konkrete Zahlen zu fassen. Nicht selten berichten nämlich die Eltern: Das Kind trinkt ganz oft und ganz viel – und anhand der wirklichen Dokumentation sieht man dann aber, dass das Baby nicht täglich auf acht Mahlzeiten kommt, die Stillmahlzeiten effektiv auch selten länger sind als 5 Minuten oder die Abstände sind hier und da viel zu lang sind. Eine Tabelle zum Download findest Du hier.

Es stimmen an diesem Punkt beide Dinge: Oft kann man das Zufüttern von Kunstmilch vermeiden und ein verfrühtes „Das Kind braucht jetzt was Richtiges“, drei Tage nach der Geburt, ist fast nie notwendig. Aber: Wenn das Baby wirklich dramatisch an Gewicht verloren hat, keine Gewichtszunahme in den oben beschriebenen Grenzen zu verzeichnen ist, muss man wirklich etwas tun. Je früher, umso effektiver. Und ggf. braucht das Kind wirklich Futter, und manchmal eben auch zusätzlich zur Muttermilch „aus der bösen Flasche“. Und ja, manchmal müssen auch Hebammen „unpopuläre Entscheidungen“ treffen … Chronisches Unterzuckern in den ersten Lebenswochen ist nicht gut fürs Gehirn. Zu wenig trinken nicht gut für die Niere. Zu wenig Ausscheidung nicht gut für den Verlauf der Neugeborenengelbsucht.

Also: Die richtigen Dinge machen.

Erstens.

Anlegen, anlegen, anlegen. Oft und lange. Konkret: mindestens alle 2-3 Stunden für mindestens 15 min. Die Milchbildung gehorcht marktwirtschaftlichen Gesetzen und wird durch die gesteigerte Nachfrage mit einer angekurbelten Produktion reagieren. Wenn Dein Baby nach kürzerer Zeit schon nicht mehr hörbar schluckt oder ungeduldig wird (manche Baby zerren knurrend an der Brust herum wie ein kleiner Hund), wechsele die Seite. Rechts-links-rechts-links.

Damit löst Du häufige Milchspendereflexe aus, die wiederum signalisieren Deinem Körper: Mehr Milch bilden bittesehr!

In der „Milchbildungsanpassungsphase“ der ersten beiden Wochen oder in Wachstumsschüben reicht diese Maßnahme meist völlig aus. Der „Baby will aber mehr als gerade da ist“-Zustand, lässt sich mit Geduld und Spucke relativ schnell und sicher lösen.

Zweitens.

Richtig anlegen. Für eine ausreichende Milchproduktion ist es wichtig, dass die Brüste auch effektiv leer getrunken werden. Rumschnullern reicht dafür nicht! Lasse deine Hebamme noch mal genau zugucken, was genau Dein Baby an Deiner Brust macht.

Drittens.

Für Dich: Ruhe, gut essen, liegen, schlafen. Lege Dich mit Baby ins Bett, kuscheln, Körperkontakt, ganz viel Stillen und lasse Dir Schnittchen, Suppe und Tee ans Bett servieren. Bei einer Kalorienzufuhr von unter 1500 Kalorien sinkt signifikant die Milchmenge. Also: Hau rein, guten Appetit! Besuch absagen.

Viertens.

Das ganze am besten: Nackt! Hautkontakt steigert nachweislich die Oxytocinproduktion und damit fließt die Milch schneller und leichter. Eine Dir skeptisch über die Schulter starrende Schwiegermutter senkt sie übrigens – ebenfalls nachweislich.

Fünftens.

Nahrungsergänzung: Galactagoga, traditionelle phytotherapeutische Mittel zum Steigern der Milchbildung, können eine Ergänzung sein, nicht mehr und nicht weniger. Dabei ist (gemahlener) Bockshornklee an allererster Stelle zu nennen, am einfachsten und standardisierbar sind Kapseln. Nimm von dem Pulver etwa 2,5-3 g pro Tag, mindestens zwei Wochen lang. Ein häufig empfohlenes Produkt sind die Kapseln von Dr. Pandalis, nimm davon 4-5 mal täglich 2 Stück. Bockshornklee gibt es auch gemahlen als Gewürz, damit kann man gut Suppen, Eintöpfe oder auch Käsebrot würzen. Es schmeckt herb-würzig, ich persönlich finde es ganz lecker. Gibt es am ehesten in gut sortierten Bio- oder Gewürzläden. Achtung, wenn Du es hochdosiert nimmst, wirst Du anfangen, etwas nach Maggi zu riechen … Auch einige Stilltees enthalten Bockshornklee  – zum Beispiel mein Milchmädchen hier! Er kann eine schöne, ritualisierte Ergänzung in Deinem “mehr-Milch-Programm” sein und Dich an regelmäßiges Trinken erinnern.

Sechstens.

Massage: Für die Anregung eines besseren Milchflusses ist ein Erwärmen der Brust vor dem Stillen (praktisch ist eine Rotlichtlampe, die muss man einfach nur in die Steckdose steckern, alternativ feuchtwarme Umschläge mit Mullwindeln oder Handtüchern) hilfreich. Danach massiere jede Brust 1-2 Minuten lang mit eingeölten Händen, gut geht das zum Beispiel mit diesem Stillöl  oder diesem hier, beide von Weleda. Dazu setze Dich etwas vornübergebeugt hin, nimm eine Hand oben auf die Brust, die andere Hand unter den Busen. Dann „rolle“ die Brust sanft in den Händen hin- und her. Auch eine Massage des Nackens und oberen Rückens (zwischen den Schulterblättern) ist ganz toll. Hier sitzen auch Reflex- und Akupunkturpunkte, die direkt mit dem Busen in Kontakt sind! Sag Deinem Mann also: Dies ist eine rein medizinische Indikation!

Siebtens.

Elektrische Milchpumpe: Wahrscheinlich ist, je nach Ausprägung des tatsächlichen Milchmangels, auch der Einsatz einer elektrischen Pumpe eine gute Idee. Damit kannst Du nach jedem Stillen nachpumpen. Erstens entleerst Du damit Deine Brüste (nahezu) vollständig und signalisiert den milchbildenden Alveolen damit „Neubildung, bitte“, zweitens löst Du damit auch noch mal den einen oder anderen Milchspendereflex aus. Deine Hebamme stellt Dir dazu eine Verordnung aus, die Kosten übernimmt dann die Krankenkasse. Am besten besorgst Du Dir eine Medela-Pumpe, und zwar die Symphonie. Eine Verleihstation (meistens Apotheken in Deiner Nähe) findest Du hier. Kaufe unbedingt ein Doppelpumpset (das steht sinnvollerweise auch auf der Hebammenverordnung), dann sparst Du Zeit und kannst an beiden Brüsten gleichzeitig abpumpen. (Ja, ich weiß, was Du jetzt für Bilder im Kopf hast. Und ja, als Mutter findet man sich regelmäßig in skurilen und nie vermuteten Situationen wieder.)

Achtens.

Wenn Du eine Pumpe hast, kannst Du dann auch noch 1-2 mal am Tage etwas machen, das man „Clusterpumpen“ nennt. Dazu würdest Du eine Stunde lang pumpen. Wann, ist egal. Wenn Dein Baby Kunstmilch dazugefüttert braucht, am besten unmittelbar danach, damit Du überhaupt pumpen kannst und das Baby nicht „dazwischenkommt“. Und zwar in diesem Rhythmus: 5-10 min pumpen (oder bis der Milchfluss versiegt ist, mindestens aber so lange, dass Du den Milchspendereflex – ein kribbeliges, manchmal auch „piekiges“ Ziehen, ausgehend von den Brustwarzen – deutlich gespürt hast) und dann 10 min Pause. Im Wechsel, insgesamt eine Stunde lang. Möglicherweise ist zum Abschluss gar nicht so viel Milch in der Flasche, sei nicht enttäuscht. Es ist eine weitere Maßnahme zum Anregen der Milchproduktion. Dennoch kann Dein Baby natürlich auch diese kostbaren Tropfen Milch als „Nachtisch“ nach der nächsten Stillmahlzeit bekommen.

Neuntens.

Wenn das alles nichts hilft: Spätestens jetzt sollte Deine (hoffentlich) erfahrene Hebamme konsequent und engmaschig im Boot sein oder Du suchst Dir ergänzend dazu kurzfristig (in den nächsten drei Tagen!) eine Stillberaterin IBCLC.

Zehntens.

Wenn das alles nicht ausreicht, sollte man an andere medizinisch abzuklärende Dinge denken: Die Schilddrüsenwerte überprüfen und ggf. über ein milchsteigerndes Medikament (Domperidon) nachdenken. Das ist dann alles Sache Deiner Hebamme oder Deiner Stillberaterin. Domperidon ist rezeptpflichtig und wird zur Milchmengensteigerung im so genannten „off-Label“-Verfahren eingesetzt. Dazu findest Du mehr bei Regine Gresens hier (link).

Ich weiß, das ist ein absolut tagesfüllendes Programm. Ich weiß, dass ist nicht das, was Du Dir unter: „Stillen ist total schön. Und sooo praktisch!“ vorgestellt hast. Ich weiß aber auch: Fast immer lohnt es sich! Es bleibt NICHT so! Nach einer, spätestens zwei Wochen, wirst Du Erfolge sehen. Wenn nicht, kannst Du immer noch neu entscheiden und umdenken. Wenn Du diese Maßnahmen aber nicht oder nur halbherzig machst, bist Du möglicherweise zwei Wochen später sehr traurig darüber, dass Du nicht „alles gegeben“ hast, und dann die Milchbildung endgültig versiegt ist. Dann ist es nämlich leider meistens zu spät.

Also: Es lohnt sich. Wirklich.

Ob Du dazu neigst, eher acht oder 30 (richtig gelesen!) Kilo in der Schwangerschaft zuzunehmen, ist meist eher eine Frage der Konstitution als der Disziplin. Wenn Du das Gefühl hast, Du solltest da lieber „aufpassen“ (Deine Mutter ist sehr dick geworden in der Schwangerschaft und danach nie wieder schlank, es gibt häufiger Diabetes in der Familie, Du bist sowieso übergewichtig oder neigst zu starken Gewichtsschwankungen), ist es aber durchaus sinnvoll, auf die Ernährung zu achten.

Das heißt zum Beispiel, und das ist mittlerweile die fast durchgängige Empfehlung der neueren Literatur, eher weniger Kohlenhydrate zu essen, vor allem die kurzkettigen, das sind die mit einem so genannten hohen glykämischen Index. Schlicht formuliert ist das Zucker und Weißmehl. Also Pasta, Croissants, Kuchen, Brötchen. Eine Reduktion der Kohlenhydrate senkt unter anderem signifikant das Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, immerhin 10% aller Schwangeren sind mittlerweile davon betroffen, Tendenz: steigend. Man vermutet übrigens auch einen Zusammenhang zwischen kohlenhydratreicher Ernährung in der letzten Phase der Schwangerschaft und Terminüberschreitungen.

Die Süßmäulchen unter euch können aber aufatmen: Natürlich darfst Du auch Süßigkeiten essen! Hier gibt es Süßigkeiten, die „gesünder“ sind als andere, abhängig von der Insulinstimulation, wie schnell oder langsam also der Zucker ins Blut geht. Eis und (dunkle) Schokolade funktionieren z.B. verhältnismäßig gut, Sahnetorte (wer hätte das gedacht) auch. Reduzieren solltest Du eher Gummibärchen, Kekse, Kuchen, sowie alles aus Weißmehl (Brötchen!), weiche Pasta (Vollkornpasta al dente ist messbar viel besser!) und süße Obstsorten, wie z. B. Weintrauben und Wassermelone.

Nahrungsergänzungsmittel, also Vitaminpräparate, werden hier und da immer noch für überflüssig erachtet, Tatsache ist aber, dass bestimmte Nährstoffe nicht ausreichend in der Nahrung vorkommen. Solltest Du also nicht dreimal pro Woche – und zwar jede Woche – Hering essen (gibt es außerhalb Skandinaviens irgendjemanden, der das tut?), ist eine Ergänzung mit Jod und Omega3-Fettsäuren sinnvoll. Spezielle Schwangeren-Vitaminpräparate enthalten meist alle sinnvollen Dinge – aber meistens in lächerlich geringer Dosierung zu einem absurden Preis. Achte vor allem auf die B-Vitamine, Zink, Selen, Omega3 und ggf. Jodid.

Eisen und Magnesium solltest Du bei den typischen Beschwerden ergänzen. Der Eisenwert wird regelmäßig in den Vorsorgen bestimmt, ein Magnesiummangel macht sich meist durch eine vermehrte Neigung zu Krämpfen in den Füßen und Beinen bemerkbar. Wenn Du Magnesium ergänzt, achte darauf, dass es sich um Magnesiumcitrat handelt. Dieses wird vom Köper viel besser aufgenommen als das viel billigere (und typischerweise in den üblichen Drogeriepräparaten vorkommende) Magnesiumoxid. Und solltest Du beides, Eisen und Magnesium brauchen, ist auch eine zeitversetzte Einnahme wichtig, da die beiden Spurenelemente sich gegenseitig in der Aufnahme stören.

Folsäure ist vor allem in den Wochen vor (!) und in den ersten zehn Wochen der Schwangerschaft wichtig. Die dürften bei den meisten von Euch schon vorbei sein.

Vorsicht Schwangerschaft – hier solltest Du aufpassen

Listeriose

Listerien sind Bakterien, die prinzipiell überall vorkommen können. Vor allem rohes Fleisch, Rohmilch (nicht pasteurisierte Milch) und verarbeitete Lebensmittel (Sushi und Fleischsalatbrötchen aus der Vitrine) sowie überlagerte Nahrungsmittel im hauseigenen Kühlschrank können eine Ansteckung ermöglichen. Wichtig: Es geht um die sekundäre Keimbesiedelung. Deshalb ist es auch egal, ob Du Dein Sushi mit rohem Fisch oder total vegan mit Avocado und Gurke bestellst: Beides wird auf den gleichen Brettchen mit den gleichen Messern geschnitten und ist beides ist gleichermaßen kritisch. In Rohmilch und auf rohem Fleisch, aber auch auf kaltgeräucherten Lebensmitteln wie etwa Räucherlachs, können Listerien sich besonders gut vermehren. All das solltest Du in der Schwangerschaft also am besten nicht essen, um sicher zu gehen, dass Du eine Ansteckung so weit wie möglich ausschließt. Ohne hysterisch zu werden – natürlich wirst Du dich nicht ausgerechnet am Kantinensalatblatt vorgestern angesteckt haben. Listeriose ist wirklich sehr selten! In den vergangenen Jahren gab es zwei größere Erkrankungswellen durch eine Verbreitung über kontaminierten Blauschimmel- und Harzer Käse, beide übrigens aus pasteurisierter (!) Milch …

Ca. 200 Neugeborene sind pro Jahr von einer Listerieninfektion betroffen – und das endet tragischerweise oft fatal: 50% (eher mehr) aller infizierten Babys sterben noch im Bauch oder kurz nach der Geburt daran.

Eine Behandlung von Listeriose ist wegen der sehr unspezifischen Symptome (die auch völlig fehlen können) recht schwierig: Es wird schlicht die Diagnose gar nicht oder erst spät gestellt. Im Falle einer erkannten Listeriose-Infektion würde man diese mit einem Antibiotikum behandeln. Für das Baby ist aber nur eine sehr frühe Behandlung hilfreich. Also: Am besten wirklich aufpassen.

Toxoplasmose

Toxoplasmose ist hingegen eine Erkrankung, die direkt über die Tiere selbst übertragen wird. Entweder durch Essen von rohem Fleisch (vor allem Rind und Schaf – ich würde aber auch nicht unbedingt Mettbrötchen (Schwein) empfehlen, auch wegen der Listeriose-Gefahr) oder durch den Kontakt mit infizierten Hauskatzen (Katzen aus dem Tierheim oder solche mit Naturzugang sind gefährdeter als reine Stubentiger). Anders als bei der Listeriose ist bei der Toxoplasmose nur die Erstinfektion gefährlich. So kann man beispielsweise zu Beginn der Schwangerschaft den Infektionsstatus im Blut bestimmen und eine frühere Infektion nachweisen. Dann könnte man sich netterweise in Bezug auf die Toxoplasmose ein bisschen entspannen.

Kaffee

Hier ist sich die aktuelle Studienlage nicht ganz einig. Es gibt Hinweise auf eine erhöhte Fehlgeburtenrate und auch auf ein etwas niedrigeres Geburtsgewicht bei Kindern von Frauen, die viel Kaffee trinken. Was „viel“ ist, darüber besteht ebenfalls Uneinigkeit in der Definition. Tendenziell sollten ein bis zwei Kaffees pro Tag nichts ausmachen. Viele Frauen entwickeln in der Schwangerschaft interessanterweise eine Abneigung gegen Kaffee. Möglicherweise sind ja auch koffeinfreie Varianten eine Idee – geschmacklich gibt’s da ja mittlerweile kaum noch einen Unterschied …

Alkohol

Da gibt es eine ganz klare Aussage: Nullempfehlung! Früher wurde den Frauen gerne noch „hin und wieder mal ein kleines Gläschen“ zugestanden, führende Neurologen empfehlen dringend komplette Abstinenz. Alkohol ist ein Zell- und Nervengift. Auch wenn es nicht gleich das Vollbild eines „Fetalen Alkoholsyndroms“ mit fatalen Auswirkungen auf die körperliche und geistige Entwicklung sein muss: Das tritt natürlich nur bei alkoholkranken Frauen auf. Allerdings rechnet man bei milderen Formen der Alkoholschädigung mit einer Dunkelziffer von etwa 11.000 bis 16.000 Babys pro Jahr – das wären immerhin 5% aller Babys und natürlich eine dramatische Zahl. Aber, wichtig für alle die von Euch, die an die wilde Party denken, zu der Zeit, in der Du noch nicht WUSSTEST, schwanger zu sein: Da hatte Dein Baby noch gar kein Gehirn, was störbar gewesen wäre. Es hat also alles gut verkraftet, sonst wäre es nicht bei Dir geblieben!

Völlig überfordert stehst Du vermutlich irgendwann bei H&M in der Babyabteilung oder – schlimmer noch! – bei Baby-Walz und fragst Dich: OmG! Braucht man das alles?

Klare Antwort: Nein! Du brauchst viel, viel weniger, als die wollen, dass Du es kaufst. Auf deren Listen ist demnach von „10-12 Bodys“ und „mindestens acht Stramplern“ die Rede. Bevor Du verstanden hast, was denn überhaupt der Unterschied zwischen beidem ist – verschaffe Dir erstmal einen Überblick.

Nachdem Du weißt, WAS man alles braucht, geht es dann ja nämlich auch noch darum: WO findet man das? Am besten natürlich – in schön? Dazu am Ende der Liste ein paar konkrete shopping-links im web.

Anziehen

Alles, was Du für Dein Baby kaufst, brauchst Du anfangs in der „Erstlingsgröße“ 50/56.

Hier schon gleich „auf Zuwachs“ zu kaufen, ist nicht ratsam. Die Sachen müssen gut sitzen, damit sie auch wärmen. Los geht´s:

Drei bis sechs Bodys, davon mindestens zwei aus Wolle/Seide und gerne mindestens zwei bis drei mit langem Arm (ja, auch im Sommer). Bodys sind anfangs praktischer als Hemdchen+Höschen. Die Druckknopfvariante ist wiederum praktischer als viele kleine Bindebändchen, aber auch das ist Geschmackssache. Anfangs trauen sich unerfahrene Eltern manchmal erst zögerlich, dem Baby etwas über den Kopf zu ziehen (was im Übrigen NICHT eine Wiederholung des „Geburtstraumas“ ist). Der Ausschnitt ist extra weit „aufkrempelbar“ gestaltet. Wie das schwuppdiwupp geht, zeigt Euch gerne Eure Hebamme.

Zwei bis vier Strampler mit Fuß, dazu eher ergänzend als alternativ (weil das Tragen im Tuch damit nicht gut funktioniert): ein Pucksäckchen.

Zwei bis vier Oberteile/Pullover mit langen Ärmeln. Aufknöpfbare Schultern erleichtern das Anziehen über den Kopf. Schlüttlis (das sind Pullis /Strickjacken, die sich schräg ganz aufknöpfen lassen) sind auch super.

Schlafanzug erst ab ca. 6 Wochen (Gr. 62/68). Vorher hat das Baby noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus und er ist anfangs noch zu dünn und kühl. Dein Baby hat also anfangs Tag und Nacht die gleichen Sachen an. Später dann wird das „Schlafanzuganziehen“ ein Teil des Abend- und Einschlafrituals.

Zwei Paar Woll-Söckchen, ein bis zwei Strumpfhosen

Ein oder zwei Mützchen. In den ersten zwei Wochen bei kalten Händchen auch drinnen, draußen immer, auch im Hochsommer. Material je nach Jahreszeit: Im Sommer dünnere „Häubchen“ aus Baumwolle /Seide, in der ersten Winzig-Größe auch ein feines Wollhäubchen. Im Winter nur aus Wolle, für drinnen Wolle /Seide.

Eine „Ausfahrgarnitur“ (so hieß das früher) für draußen. Im Sommer z.B. eine Strickjacke, im Winter einen Fleece- oder Wolloverall. Alternativ dazu für den Kinderwagen – Sommer: eine gestrickte Baby-Wolldecke zum Einwickeln /lose zudecken. Im Tragetuch je nach Temperatur, an kühlen Tagen: Mütze, Strickjacke plus Extra-Söckchen, an Tagen über 30 Grad kann auch ein langer Body mit Söckchen und Häubchen ausreichen.

Im Sommer (also von Juni bis August) sind die Anziehsachen aus Baumwolle oder Seide, ein (langärmliger) Body aus Wolle/Seide in der Erstlingsgröße sollte aber immer dabei sein. Babys kommen aus 37 Grad warmen Bauch und können ihre Temperatur am Anfang noch nicht gut regulieren, da brauchen sie eine wärmende Hülle.

Im Winter (bei uns leider von Oktober bis März) sollten immer auch Wollsachen dabei sein: neben der Unterwäsche also: Pulli, Schlüttli, Hose (ein bekannter Hersteller – Selana – nennt seine „Salopetten“), Strickjacke, Strumphose, Socken und, der All-Time-Favourit und absolutes MUST: Ein Wollfleece-Overall für draußen. Wenn Ihr gerne kühl schlaft: Auch ein Schlafanzug aus Wollfrottee ist toll (und kuschelweich! Gibt’s zB. von Engel).

Im April /Mai und September: Die goldene Mischkalkulation, je nachdem, wie dieses Jahr so ausfällt

Schlafen

Sehr gute Erfindung: Ein Baby-Bay, das sind diese Anstellbettchen, die auf gleicher Matratzenhöhe direkt am Elternbett befestigt werden. Oder Wiege / Körbchen / Stubenwagen / Lullababy. Wenn genug Platz ist, funktioniert auch gut das „nächstgrößere“ Kinderbett, die eine Gitterseite entfernt, direkt ans Elternbett geschoben (und befestigt). Das Lattenrost lässt sich mithilfe einiger Holzdübel und einer Bohrmaschine bei den schlichten Modellen auch exakt auf Eure Matratzenhöhe umbauen.

So, und zum Thema „Familienbett“ (im Fachjargon: Co-Sleeping), schreibe ich natürlich demnächst unbedingt noch mal extra was … Vielleicht hilft schon jetzt der Gedanke, dass nicht unbedingt Ihr (Eltern) diejenigen sein werden, die entscheiden, wo das Baby schläft … und dass Co-Sleeping, richtig gemacht, auch wirklich SICHER ist!

Matratze aus festem Material, atmungsaktiv (Kokos, Rosshaar, bei Latex: Luftkanäle). Nässeschutz aus Baumwolle, nicht aus Gummi.

Babyfell geschoren, ein gefaltetes Spucktuch am Kopfende. Nicht unbedingt in den Monaten Juni, Juli, August. Gern einige Zeit vor der Geburt im Elternbett „einschlafen“, damit es nach Mama und Papa riecht (die Bio-Felle riechen anfangs wirklich sehr nach Schaf!).

Zudecke: dünne Steppdecke 80 x 80 cm aus Naturfasern, je nach Jahreszeit Baumwolle, Wolle, Seide oder Mischungen. Kein „Daunenkissen“! Oder gleich zu Beginn:

Schlafsack – spätestens ab 3.-4. Monat, erst dann beginnt das Baby sich zu drehen und sich evtl. „unter die Decke zu wühlen“.

Kein Kopfkissen im ersten Lebensjahr!

Spieluhr. Suche Dir eine Melodie aus, die Du auch gefühlte zwei Stunden am Stück hören magst. Empfindliche Babys wachen vom „Krrrchhhht“ der Aufziehschnur, gerade eingenickt, wieder auf … da hilft nur die Endlosschleife von der App. In der Schwangerschaft die Spieluhr nicht auf den Bauch legen, sondern daneben. Sonst wird es dem Baby ziemlich laut …

Wickeln

Wickelkommode. Muss keine ausgewiesene „Wickelkommode“ sein, MALM oder die Waschmaschine mit einem Aufsatz tut es auch.

Wärmestrahler. Ja, immer immer immer. Glauben die Leute einem nicht, ist aber so. Kriegt man bei Ebay-Kleinanzeigen für 10 Euro.

Abwaschbare Wickelauflage, darauf Molton- oder Handtücher (circa acht Stück).

Acht bis zehn kleine Mull-Waschlappen, Waschschüssel. Für den täglichen Bedarf sind Feuchttücher nicht geeignet (zu viele Zusatzstoffe), Öltücher enthalten immerhin keine Konservierungs- und Anti-Schimmelmittel, diese zum Reinigen nass machen, damit auch Wasserlösliches abgewischt werden kann (nicht nur Fettlösliches).

Windeln in der kleinsten Größe („newborn“) oder entsprechend Stoffwindeln (20 St. plus 2-3 Woll-Überhosen).

Windeleimer mit Deckel. Es reicht ein schlichter Treteimer, „Windeltwister“ etc. sind eher schnickschnack (und sehr teuer im Verbrauch!)

Waschen, Baden, Pflegen

Babybadewanne. Badeeimer finde ich persönlich unpraktisch (man hat keine Hand frei zum Waschen) und sie irritieren Babys oft durch das Auslösen des Abstoßreflexes. Eine Wäschewanne tut es auch, schön ist auch ein gemeinsames Bad zusammen mit dem Baby in der großen Badewanne! Keine „Inlays“, in der Babywanne, die das Halten erleichtern sollen (dafür gibt’s bestimmt auch einen Fachbegriff), die stören nur. Deine Hebamme badet das Baby beim allerersten Mal mit Euch gemeinsam und zeigt Euch, wie man das Baby sicher hält. Babys werden etwa einmal pro Woche gebadet, alle zwei Tage (vor allem in den Hautfalten) mit klarem warmen Wasser gewaschen.

Badethermometer. 37 Grad „nach Gefühl“ ist anfangs genauso wenig verlässlich wie das Frühstücksei.

Pflegeprodukte: erstmal nix. Wasser, Luft, Licht, Muttermilch. Prophylaktisches Eincremen, wo auch immer, ist nicht notwendig. Eine zinkhaltige Creme bei Wundsein, eine reiskorngroße Menge reicht, also lieber eine kleine, hochwertige Tube kaufen.

Nach dem Baden kann man das Baby mit wenigen Tropfen eines hochwertigen Öls einstreicheln (reines Pflanzenöl! z.B. Sesam- oder Mandelöl, hochwertige Baby-Biokosmetik). Im Winter unter 0[Symbol] C ist eine fette Creme fürs Gesicht als Kälteschutz (Wind-und-Wetter-Creme) wichtig, im (zweiten) Sommer, wenn die Kinder krabbeln oder laufen, eine Baby-Sonnencreme.

Nagelschere mit abgerundeter Spitze. Und erst ab der vierten Woche Nägel schneiden, vorher ist nur pulen und feilen erlaubt.

sonst noch

Tragetuch. Ca. 5 m lang (!). Es gibt verschiedene Firmen und Stoffqualitäten, selber einmal fühlen ist sinnvoll. Alternativen sind die so gennaten Comfort-Tragen: ErgoCarrier oder Manduca kriegen gute Kritiken sowohl von den Anwendern als auch von den Orthopäden, der Marsupi gefällt auch vielen (der hat breite Klettverschlüsse, Achtung Seidenblusen und Achtung, laut bei schlafenden Babys!). BabyBjörn eher nicht!

3-4 Paar Stilleinlagen. Es gibt sie für den Einmalgebrauch, die sind dünn und diskret und funktionieren auch im Sommer unterm T-Shirt, sind aber nicht besonders atmungsaktiv und kleben gerne an der Haut fest. Die Hölle also in den ersten beiden Wochen bei wunden Brustwarzen! Für zu Hause und die erste Zeit also lieber welche aus Stoff. Es gibt sie in verschiedenen Varianten, aus Molton oder aus Wolle/Seide extrafein.

Evtl. ein Stillkissen. Kleine, feste sind meistens praktischer als die großen, rascheligen mit Polystyrolkügelchen. Hirse- oder Dinkelspelz ist recht schwer, staubt und ist nicht waschbar. Ungefähr nach vier Tagen spuckt das Baby eine Magenladung Muttermilch direkt darüber – also eher mäßig geeignet.

Babywärmflasche oder Kirschkernkissen.

Wenn überhaupt Schnuller, dann die symmetrischen, flachen (zB. von MAM). Am besten keine Schnuller in den ersten vier Wochen. Danach: Geschmacks- und Bedarfsfrage. Alle Fachbereiche, die irgendwas mit Mund zu tun haben (Kieferorthopäden, Logopäden, Zahnärzte) raten grundsätzlich davon ab.

Zehn „Spucktücher“ (Mullwindeln oder Stoffservietten), die lassen sich prima über jede Sofalehne drapieren (das ist zwar nicht schön, aber sehr praktisch. Man braucht IMMER eines in Griffnähe), acht Handtücher oder Moltontücher zum Unterlegen beim häufigen Nackig-Sein mit dem Baby im Bett, auf dem Boden …

Babyautositz als einzig sichere Transportform im Auto, vorher Gurtlänge checken und ggf. Airbag deaktivieren (lassen).

… und was nicht. (oder eher später)

Flaschen, Sauger, Wärmer für Frauen, die stillen möchten. Später evtl. zum Füttern abgepumpter Milch. Gestillte Babies brauchen keinen Tee, auch nicht im Sommer.

Sterilisiergerät. Desinfektionsmittel für Hände, Klobrillen, Wäsche, was auch immer.

Elektrisches Fieberthermometer zum Messen im Ohr oder auf der Stirn: für Babies viel zu ungenau. Ein schlichtes digitales für den Po ist gut.

Wipper. Orthopädisch wie psychomotorisch nicht so besonders toll. Ermöglicht aber ab ca. dem 3.-4. Monat kurze Baby-zufrieden-Pausen, wenn Dein Baby zugucken kann bei dem, was Du gerade tust. Bei Tätigkeiten, in denen Tragen oder Krabbeldecke nicht (oder nicht gut) geht (Kochen z.B. oder Duschen). Also dosiert einsetzen.

Vaseline und Co: hat auf der Babyhaut nix zu suchen, gleiches gilt für Paraffinöle (herkömmliches Babyöl) und –fette, Melkfett, etc.

Wenn die Kreißsäle in »deinem« Krankenhaus sehr klein sind, kann es eine gute Idee sein, zwei Taschen zu packen: Eine, die du direkt im Kreißsaal brauchst, und eine weitere für die Wochenbettstation, die mit Babyautositz, Stillkissen und weiteren sperrigen Dinge erst mal im Auto warten kann. Zwei Dinge sind vielleicht schon für die Fahrt im Auto ganz praktisch: Ein Handtuch zum Draufsetzen (Achtung Blasensprung) und eine Spucktüte, weil einige Frauen sich zum Geburtsbeginn  ordentlich übergeben müssen.

1. Kliniktasche für den Kreißsaal:

  • Ein Mäppchen mit Papierkram: Mutterpass, Krankenkassenkarte. Vielleicht dazu ein Spickzettel aus dem Geburtsvorbereitungskurs mit ein paar Geburtspositionen drauf oder auch den heißesten Tipps, an die du gern denken möchtest. Vielleicht hast Du Ideen zu Deiner Geburt in einem Geburtsplan festgehalten. Für die Geburtsurkunde zur Anmeldung beim Standesamt: Kopien von euren Eltern-Geburtsurkunden, das Familienstammbuch oder die Heiratsurkunde, wenn du verheiratet bist, oder die Vaterschaftsanerkennung/ gemeinsame Sorgeerklärung.
  • Gemütliche Kleidung, und zwar für euch beide.
  • Für dich: weiche Hose mit weichem Bund, zum Beispiel Yogahose, Leggings etc. Bequemes, weites Hemd oder T-Shirt, das den Po bedeckt. Schlappen. Bademantel oder gemütliche Strickjacke. Warme Socken.
  • Für deinen Partner: Auch er soll es bequem haben, möglicherweise muss auch er in verschiedenen Positionen auf dem Bett stundenlang verharren, um dich gut festzuhalten, mit enger Jeans oder Maßanzug geht das nicht gut. Deshalb auch für ihn: bequeme Hose, Schlappen, frische Socken, Zahnbürste.
  • Picknick. Du wirst während des Klinikaufenthaltes mit Essen von dort versorgt, wenn dir danach ist und du dann Lust auf Klinikessen verspürst, was auch immer dich unter dem Plastikdeckel erwartet. Frauen unter der Geburt haben meistens keinen wirklichen Hunger und beißen höchstens mal vom Apfel ab oder essen einen Löffel Joghurt. Alle Leckereien in dieser Snackrichtung, frisches Obst, deinen Lieblings-Saft, Tee – in der Thermoskanne, du kannst ihn aber auch in der Klinik frisch von deinem Mann kochen lassen, auch auf der Wochenbettstation gut –, Schokolade, Kekse, Energie-Riegel würde ich lieber mitbringen, um sich nicht komplett auf Angebot und Öffnungszeiten des Klinik-Kioskes verlassen zu müssen. Die Männer kriegen keine Komplettverpflegung. Damit dein Mann kreislaufstabil und belastbar bleibt, ist manchmal ein Stullenpaket durchaus eine gute Idee, Pizza lässt sich aber auch in den Kreißsaal ordern, fragt die Hebamme bei Bedarf danach (»Döner mit alles« lieber draußen essen und Kaugummi nicht vergessen).
  • Kulturbeutel. Mit dem Inhalt, der eben für dich dazugehört. Nicht vergessen: Waschlappen (dick und flauschig), Lippenbalsam, Deo am besten ohne Parfum – dein Baby findet deinen echten Duft sowieso am tollsten! Dein Nachtserum und dein Glätteisen wirst du sicher in den nächsten Tagen etwas vernachlässigen, weil es Wichtigeres gibt, aber ob und welche Schminksachen für dich dazugehören, ist Geschmackssache, und genau das nimmst du eben auch mit.
  • Lippenpflege für trockene Lippen bei Klimaanlage und Langstrecke-Schnaufen – mein Nipple-Balm ist super dafür und in den ersten Tagen nach der Geburt brauchst Du es sowieso.
  • Dinge, die »Geburtsatmosphäre« verbreiten. Dazu gehört alles, was schön aussieht, riecht, sich anfühlt, anhört, zum Beispiel: Musik (CDs oder deine spotify-offline-Listen mit Aktivbox. Mixe dir gerne vorher die eine oder andere Kreißsaal-Compilation mit verschiedenen Grundstimmungen), Massageöl, zum Beispiel mein Geburtsöl Lieblings-Badezusatz, Massageball, Wärmflasche, Lieblingskuschelkissen, Damm-Massageöl.
  • Licht ist armosphärisch wichtig, spätestens seit der EU-Verordnung zum Verbot herkömmlicher Glühlampen wissen wir das. In vielen Kreißsälen ist das auch umgesetzt, es gibt Dimmer an den Lampen. Kerzen sind wegen der Brandschutzverordnung mittlerweile verboten und es gibt eigentlich nur ein Leuchtmittel, das annährend an dieses warme kuschelige Licht herankommt (“warmweiß”, hahaha), und das ist (Achtung, die Designpolizei muss jetzt einmal ganz tapfer sein): eine Salzlampe! Ich mische mich auch nicht gern in Eure heimische Raumgestaltung ein, vermutlich werdet Ihr aber in den Monaten nach der Geburt ein kleines Mini-Nachtlicht gut finden, das gerade genug Licht gibt, um Stillen zu können. Und die gibt es auch in der Salz-Variante zum in-die-Steckdose-stöpseln, dieses hier zum Beispiel
  • Eventuell ein Buch, Heft, Spiel zum Zeitvertreib, wenn die Geburt dauert und dauert … Während der Wehen ist da nicht dran zu denken, aber in Situationen wie einer Geburtseinleitung oder einem Blasensprung ohne Wehen ist so etwas eine hilfreiche Zerstreuung.
  • Eine Kamera. Oder: Dein Smartphone mit allen Ladekabeln und Adaptern, die du so brauchst. Während der Geburt ist es natürlich im Flugmodus oder am besten ganz aus.

Das Wichtigste ist: den Kreißsaalkoffer gleich beim Ankommen auspacken – eine wichtige Aufgabe für deinen Mann – und in Benutzung nehmen. Musik anmachen, Tee einschenken, Massageöl aufschrauben und in Sichtweite hinstellen. Sonst verrottet alles am Boden in der Tasche, was euch dann nach der Geburt auffallen wird.

Nehmt den Kreißsaal “in Betrieb”, macht ihn zu eurem Ort, an dem euer Baby geboren wird! Spart euch das nicht bis zum Schluss auf, das wird massiv unterschätzt und es ist wichtig. Richtet Euch eine “Geburtsoase” mit Matten am Boden, einem Ball und vielen Extrakissen ein, damit es nicht nur die Gebärpritsche gibt, auf die man erstens mühsam raufklettern muss und die zweitens nicht mehr bereit hält als “Liegen”. Und das ist ja bekanntlich weder die angenehmste noch die effektivste Position, um den Wehen konstruktiv und kraftvoll zu begegnen.

2. Kliniktasche für die Wochenbettstation:

  • Schlafanzüge oder ein paar T-Shirts und Leggins/Yogahosen oder Ähnliches. Bei Oberteilen ist es praktisch, wenn diese sich zum Stillen entweder hochschieben (T-Shirt), aufknöpfen oder den (tieferen) Ausschnitt über die Brust ziehen lassen. Nimm schöne Sachen mit, in denen du dich wohl- und auch bei Besuch und Visiten nicht total unmöglich fühlst.
  • Eine Wet-Bag, also ein kleckerdichter Wäschbeutel. Wird dich die nächsten Jahre begleiten …
  • Handtücher.
  • Stoff- oder Strick-Stilleinlagen aus Wolle/Seide oder Baumwolle sind in den ersten Tagen viel angenehmer auf der Haut bei empfindlichen Brustwarzen als die Einmal-Einlagen. Letztere wiederum bekommst du im Krankenhaus zur Verfügung gestellt.
  • Luxusklopapier: Zwei Rollen supersoftes, mindestens vierlagiges Im Krankenhaus gibt es meistens nur das dünne, raue mit Schmirgelpapieranmutung.
  • Feuchtes Klopapier, nicht das nachhaltigste der Welt, kann aber auch angenehm-erfrischend sein und fühlt sich manchmal “weicher” an als trockenes. Auch das in der flauschig-sensitive-deluxe-Variante, möglichst ohne Duftstoffe und Co.
  • Selbst ohne Dammverletzungen fühlt sich deine Mumu nach der Geburt gern ein bisschen angeschreddert an. Unglaublich mild-lindernd-kühlend-heilend ist mein Lieblingsprodukt, das Recover-Spray. Auch bei Hämorrhoiden super-angenehm!
  • Händedesinfektionsmittel ist in der Klinik (im Gegensatz zu zuhause) sinnvoll! Ein ganz toll duftendes ist das hant vrisch von aer x undgretel
  • Tagebuch und Schreibzeug, für Listen, Notizen und Gedanken.
  • Thermoskanne, Lieblingstee: Damit kannst du dir auf der Station immer frischen Tee selber kochen.
  • Für dein Baby: etwas Kuscheliges, Nestiges von zu Hause, gern schon »eingeschlafen« mit Mama-Papa-Geruch: ein Lammfell, ein Mützchen, ein Kuscheltier.
  • Eine kleine Baby-Kuschel-Wolldecke zum Stillen und Einwickeln auf zugigen Krankenhausfluren.

Für eine ambulante Geburt oder spätestens für den Heimweg:

  • Babywäsche und frische (Umstands-)Kleidung. Dein Baby kann natürlich auch schon im Krankenhaus eure eigenen Sachen anhaben, dann müsst ihr diese mitbringen. Einigen Eltern ist das viel lieber (schöner sind sie sicher), ihr müsst dann aber ein bisschen aufpassen, dass nicht beim Wickeln einer eifrigen Kinderschwester dann der teure Wolle-Seide-Body im Wäscheeimer der Großwäscherei landet – der ist dann nämlich für alle Zeiten weg (und bei 90 Grad dann auch auf Barbie-Größe zusammengeschrumpft. Passiert manchmal zuhause auch). Anfangs werdet Ihr sicher noch ein bisschen orientierungslos sein – wie viele Schichten gehören übereinander, obendrüber echt noch ne Strickjacke (immer: ja. Wollsocken, Mätzchen: anfangs können Babys ihre Temperatur noch nicht gut allein halten, da sie aus konstant 37-Grad-warmen Mamabauch kommen – und diese Umgebungstemperatur zunächst vermissen.

(Mehr dazu auch im Blogartikel Was ein Baby braucht.)

  • Baby-Autositz: Probiert den Baby-Autositz-Einbau unter Originalbedingungen unbedingt vorher aus, damit ihr bei der ersten Fahrt wisst, wo und wie man die Gurte einfädelt – und nicht erst bei strömendem Regen auf dem Klinikparkplatz daran herumbastelt. Ist nicht schwer, muss man aber einmal gemacht haben.

Was du in der Klinik nicht brauchst (weil vorhanden):

  • Binden, Stilleinlagen und Einmalhöschen bekommst du während deiner Klinikzeit von dort. Auch dein Baby hat üblicherweise erst mal Klinik-Anziehsachen an. Handtücher gibt es zumindest im Kreißsaal, aber besonders groß und flauschig sind die nicht. Letztere also: besser mitbringen.

Oft ist dann die nahe liegende Idee: Das Baby hat Bauchweh! Denn irgendetwas muss es ja sein. Und Bauchweh erscheint den ratlosen Erwachsenen zumindest halbwegs plausibel – und man hat eine „richtige Diagnose“. Das hilft schon mal, denn sie benennt zumindest das Problem und nimmt es ernst. Das war es dann aber meist auch schon – denn alle Tropfen oder Tees, Zäpfchen oder Öle, die zu diesem Zweck verkauft werden, wirken nicht so, wie man es sich gewünscht hat: meistens wenig oder gar nicht oder nur zufällig. Und, dies ist der nächste Gedanke des gesunden Menschenverstandes, sie würden wirken, wenn das Weinen des Babys ganz stofflich-organisch und tatsächlich Blähungen oder Koliken als Ursache hätte.

Die neuere Forschung geht mittlerweile davon aus, dass es sich bei den typischen „Dreimonatskoliken“ um einen Mythos handelt. Oder dass zumindest „der Bauch an sich“ gar nicht das Problem darstellt, sondern dass es sich um eine generelle Unreifesymptomatik handelt.

Ein Baby kommt, verglichen mit anderen Säugetieren, sehr unfertig auf die Welt. Verglichen mit einem Zebrafohlen oder einem Kälbchen kann ein Baby viele Monate lang eigentlich noch gar nichts allein. Deshalb nennt man das erste Lebensvierteljahr eines Babys auch häufig „das vierte Schwangerschaftstrimenon“.

Nun müssen Babys unmittelbar nach der Geburt sehr plötzlich ihre gemütliche und vertraute Umgebung aufgeben, und damit unter anderem auch ihre Nabelschnurversorgung. Sie müssen selbst für ihre Nahrung sorgen, Milch trinken und diese dann verdauen. Das ist eine enorme Herausforderung für Dein Baby!

Und das merkt man ihm auch an: Verdauen ist Arbeit! Es strampelt, windet sich, zieht die Beinchen an. Es drückt, knurrt, schnauft, wird dabei rot im Gesicht vor lauter Anstrengung. Es pupst wie die Weltmeister. Und weint, kurz bevor es dann endlich, erlösend, in die Hose macht.

All das tun alle Babys, das ist vollkommen normal. Verdauen ist Arbeit mit Ganzkörpereinsatz.

Ein Ansatz zur Erklärung des Phänomens, das so viele Eltern beschäftigt, ist eher ein neurophysiologisches. Babys kommen eben auch mit einem (natürlich noch) unreifen Nervensystem auf die Welt. War es in der Gebärmutter noch sehr gleichförmig, warm, „nah bei Mama“ und bezogen auf alle Sinne recht homogen, so muss Dein Baby nun, kaum ist es auf der Welt, nicht plötzlich nur „essen und verdauen“.

Es muss auch unglaublich viele Reize verarbeiten. Alle Sinneswahrnehmungen haben sich für dein Baby mit der Geburt vollkommen verändert. Die Geräusche sind anders, es gibt keinen „mütterlichen Klangteppich“ mehr. Es ist hell und verdammt bunt auf dieser Welt. Dein Baby liegt in seinem Bettchen und spürt dort nur die Unterlage, drumherum ist freier, „leerer Raum“. Es muss sich mit all dem vollkommen neu orientieren. All diese Reize verursachen quasi ein wildes Neuronengewitter im Gehirn Deines Babys.

Es scheint, dass Babys, die viel weinen, damit zu Beginn ihres Lebens überfordert sind. Hinzu kommt, dass die Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen und „einfach einzuschlafen, wenn es müde ist“ noch nicht vorhanden ist. Autoregulation nennt man das. Babys, die viel weinen, scheinen es mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus schwerer zu haben. Oft wachen sie schnell wieder auf, schlafen nur kurz und oberflächlich und erreichen selten den entspannenden Tiefschlaf. Das Einschlafen und Sich-selbst-beruhigen, muss das Baby erst lernen, es braucht am Anfang dazu die Hilfe und Unterstützung der Eltern.

Am ehesten gelingt dies, indem Du Dich in die Welt Deines noch ungeborenen Babys hineinversetzt und auf verschiedenen Ebenen gebärmutterähnliche Verhältnisse schaffst. Diese Welt ist ihm vertraut und macht es ihm leichter, etwas allmählicher auf dieser ganz neuen Welt anzukommen.

  • Es ist sicher nicht mein erster Tipp, mit Deinem Baby zu sämtlichen Autoritäten zu rennen, wie Kinderarzt, Osteopath, Physiotherapeut. Dein Baby ist nicht krank, nicht unnormal, nicht irgendwas. Es ist ein Baby. Und Ihr alle müsst erstmal in diesem neuen Leben ankommen, das man sich streckenweise schlicht SO überhaupt nicht vorgestellt hat.
  • Und doch: Mittlerweile gibt es in allen größeren Städten so genannte „Schreiambulanzen“. Wenn es wirklich schlimm ist, kann das eine ganz wertvolle Anlaufstelle sein, um Deinen Kontakt zu Deinem Kind zu stärken und die Mama-Baby-Kommunikation verständnisvoller zu gestalten.

Das hilft Deinem Baby

  • Herumtragen, also intensiver, naher Körperkontakt ist oft das Einzige, was hilft. Ein Tragetuch kann da entlastend sein, weil Du beide Hände frei hast, um etwas zu essen, ein paar Tassen in den Geschirrspüler zu stellen oder einfach ein bisschen „herumzupuzzeln“.
  • Auch das so genannte „Pucken“, also das feste Einwickeln des Babys gibt Halt und Begrenzung und tut vielen Babys gut. Deine Hebamme kann Dir zeigen, wie das geht.
  • Es ist erwiesenermaßen vollkommen egal, was Du isst oder trinkst! Deine Ernährung ist nicht verantwortlich dafür, dass Dein Baby weint oder mit seinem Bäuchlein zu kämpfen scheint.
  • Sehr bald hast Du auch ein Gespür dafür, welche Tageszeiten besser oder schwieriger sind. Richte Deinen Tagesablauf danach – Dein Baby wird nicht auf Deine Essens- und Schlafbedürfnisse Rücksicht nehmen können. Wenn es mal schläft: Erst essen, dann duschen. In dieser Reihenfolge. An ganz guten Tagen geht vielleicht sogar beides. Wenn Du „schnell mails checken oder staubsaugen“ davor gepackt hast: rächt sich das!
  • Oder gleich mit Baby ins Bett und im Liegen stillen. Mit Glück schlaft Ihr beide dabei ein!
  • Sorge für eine reizarme Umgebung. Verschiebe Ausflüge zur nächsten H&M-Filiale und zu IKEA auf später. Lade sparsam Besuch ein und nur Menschen, die Du wirklich gerne um Dich hast.
  • Treffe Dich mit Freundinnen oder anderen Müttern zum Spazierengehen. Das geht am ehesten zu verabredeten Zeiten. Zu Hause oder im Café ist fast immer viel schwieriger. Latte-to-go ist, da bin ich mir vollkommen sicher, erfunden worden für frische Mütter!
  • Sorge für Deine eigene Entlastung, damit diese auch für Dich so anstrengende Phase etwas leichter wird. Es ist wichtig, dass Du Deine Akkus auflädst. Wenn Du für Deine Entspannung sorgst, sorgst Du auch für die Entspannung Deines Kindes. Also: Organisiere eine Putzfee, kaufe online ein, nimm die Angebote der Omas an (wenn das für Dich eine wirkliche Entlastung ist). Eine halbe Stunde Kaffee trinken im Lieblingscafé, während die Studentin von gegenüber mit dem Kinderwagen um den Block schiebt, kann Gold wert sein!

Und bei allem, was so anstrengend ist in dieser neuen Zeit für Dich als Mutter: Denke immer daran – es ist eine Phase. Wenn dein Baby drei bis vier Monate alt ist, macht es einen enormen Entwicklungssprung. Es ist dann sozusagen „angekommen“. Und dann wird Vieles wieder ein bisschen einfacher.