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Kollagen für deinen Glow – gehypter Trend oder funktioniert das wirklich?

Kollagen als Drink, Pulver oder Shot steht mittlerweile gefühlt auf jedem 2. Küchentresen. Aber kann man sich wirklich etwas in einen Shake rühren, das der Körper dann effektiv in Struktur, Bindegewebe und deine Haut einbaut? Wir gehen der Frage auf den Grund und erklären, was dran ist am Kollagen als Nahrungsergänzung für straffe Haut, kräftige Gelenke und geschmeidige Faszien: Kann das was – oder ist das alles Scam?

VON Kareen Dannhauer

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Was ist Kollagen – und was passiert, wenn es weniger wird?

Kollagen ist das häufigste Protein im menschlichen Körper, es macht rund 30 % aller Proteine in unserem Körper aus. Es ist das wichtigste Strukturprotein und bildet damit das physiologische Grundgerüst für Haut, Bindegewebe, Knorpel, Sehnen und Knochen. Kollagen hält das Gewebe elastisch und zugleich belastbar. Ab etwa Mitte 20 sinkt die körpereigene Kollagenproduktion, ab 40 beschleunigt sich dieser Rückgang und wird dann langsam sicht- und spürbar. Die Haut verliert an Elastizität, sie wird dünner, Falten werden tiefer. Das Bindegewebe wird weicher, weniger tragfähig und elastisch, manche Frauen merken das am Knackigkeitsfaktor der Oberschenkel, andere an der Stabilität des Beckenbodens.
Gelenke werden empfindlicher und weniger belastbar, auch Verletzungen heilen nicht mehr so schnell wie gewohnt, weil Kollagen ein wichtiger Bestandteil verschiedener Reparaturprozesse ist. Hormonelle Faktoren, insbesondere der sinkender Östrogenspiegel ab Mitte 30, beschleunigen den Kollagenabbau und wirken sich ungünstig auf die Kollagensynthese, also die Neubildung aus. Und ab 50 geht das dann richtig rasant: Innerhalb der ersten 5 postmenopausalen Jahre verliert die Haut von Frauen bis zu 30 % ihres Kollagengehalts.

Kollagen oral – bringt das wirklich was?

Mit dem richtigen Kollagen: ja. Die richtigen Kollagenprodukte enthalten keine unverdaulichen Faserproteine mehr, sondern hydrolysiertes Kollagen – also aufgespaltene Peptide. Diese werden im Dünndarm aufgenommen und wirken im Körper als Signalmoleküle: Sie regen Fibroblasten in der Haut und Knorpelzellen in den Gelenken an zur Neubildung von körpereigenem Kollagen an. Diese Erkenntnis aus zahlreichen neuen Studien stellt einen wirklichen Paradigmenwechsel dar: Anders als früher angenommen (und immer noch sehr verbreitet unzutreffend aus alten Quellen abgeschrieben), setzen diese Kollagenpeptide also einen effektiven biologischen Impuls zum Aufbau und zur Regeneration des Kollagens in den entsprechenden Geweben. Diese Peptide verbleiben dabei bis zu 96 Stunden im Blutkreislauf und werden gezielt in Haut, Knorpel und Bindegewebe eingebaut.

Kollagen Typ 1, 2 oder 3?

Es gibt unterschiedliche Kollagentypen, mit verschiedenen Funktionen im Körper:
Typ I: der häufigste Kollagentyp, strukturbildend für Haut, Knochen, Sehnen, Bänder – wichtig für Festigkeit und Elastizität.
Typ II: kommt vor allem im Knorpelgewebe vor
Typ III: feinfasriges Kollagen in Haut, Gefäßen und Organen, dies sorgt für Geschmeidigkeit und Durchblutung feiner Gewebe.
Unser Produkt Shine enthält Solugel®, ein hochwertiges hydrolysiertes Kollagen aus Weidehaltung mit überwiegendem Anteil an Typ I und Typ III. Die Hydrolyse sorgt für eine optimale Bioverfügbarkeit: Die Peptide werden gezielt aufgenommen und entfalten ihre Wirkung dort, wo sie gebraucht werden. Es wirkt strukturbildend, regenerativ und antiinflammatorisch.
Obwohl Solugel® kein typischer Typ-II-Rohstoff ist, liefert es klinisch relevante Effekte bei Gelenkbeschwerden, gerade bei Arthrose im Frühstadium und bei überlasteten Gelenken (z. B. bei sportlichen Frauen 40+, s. unten in den Quellen).
Solugel enthält besonders kleine bioaktive Peptide, die im Darm aufgenommen und über den Blutkreislauf ins Gelenk transportiert werden. Dort stimulieren sie Chondrozyten (Knorpelzellen) zur vermehrten endogenen Synthese von extrazellulärer Matrix, insbesondere Proteoglykanen und Typ-II-Kollagen. Zusätzlich wirkt es antiinflammatorisch durch verminderte Expression von MMPs (Matrix-Metalloproteinasen), die bei Arthrose den Knorpelabbau beschleunigen.

Kollagen für deine Haut

Kollagenpeptide wirken also wie ein molekulares Upgrade: Sie stimulieren die Fibroblasten direkt in deiner Dermis – also genau dort, wo Kollagen gebildet wird. Diese Zellen erhalten durch die Peptide das Signal: „Bitte körpereigenes Kollagen bauen!“ Dadurch steigt auch die Hyaloronproduktion, die Haut bindet wieder mehr Feuchtigkeit und wirkt praller. Die Kollagenmatrix wird dichter, strukturierter – Fältchen wirken weicher. Die Elastizität verbessert sich nachweislich – in der Dermatologie der sogenannte „Snap-Back-Effekt“. In Studien war dieser Effekt oft schon nach 6–8 Wochen mess- und sichtbar: Der Teint wirkt frischer, glatter, klarer. Und das Beste: Der Glow kommt nicht von außen – sondern von innen.

Kollagen und Gelenke: Nicht nur für den Glow …

Kollagen ist nicht nur ein Beauty-Thema, sondern essenziell für Beweglichkeit, Heilung und Regeneration. In der Perimenopause erleben viele Frauen erste Beschwerden an Gelenken und Sehnen: Ein Tag in einst geliebten Highheels funktioniert nur noch um den Preis schmerzender Knie oder wird durch schmerzhafte Arthrose in den Großzehengrundgelenken gänzlich unmöglich, beim Yoga knackt und knirscht es plötzlich überall und wenn es mal intensivere Belastungen durch Sport oder Alltag gibt, schmerzt noch Tage später die Schulter. Der Grund ist häufig nicht Überlastung, sondern der schleichende Umbau: Die gelenkschützende Knorpelschicht verliert an Dichte, die Gelenkschmiere wird dünner, das Gewebe entzündet sich leichter. Studien zeigen, dass Kollagenpeptide auch die Knorpelmatrix schützen und regenerieren können.
Eine randomisierte Studie mit Athletinnen zeigte z. B. eine deutliche Reduktion von Gelenkschmerzen bei täglicher Einnahme von 10 g Kollagenhydrolysat über 24 Wochen. Auch bei degenerativen Gelenkbeschwerden, z. B. Arthrose, hilft Kollagen für eine verbesserte Mobilität und Schmerzreduktion.

Muskelmasse erhalten: auch eine Frage der Körperzusammensetzung

Ab dem 40. Lebensjahr verliert der Körper pro Dekade bis zu 8 % Muskelmasse – wenn nichts dagegen unternommen wird. Dieser altersbedingte Verlust betrifft nicht nur Kraft und Beweglichkeit, sondern verändert auch die gesamte Stoffwechselbalance: weniger Muskelmasse bedeutet geringeren Grundumsatz, höhere Insulinresistenz, weniger Stabilität im Alltag. Eine gute Versorgung mit Aminosäuren und Kollagenpeptiden kann helfen, dem vorzubeugen – insbesondere in Kombination mit gezieltem Krafttraining.

Warum Shine?

Shine enthält klinisch untersuchtes Kollagenhydrolysat (Solugel®) aus nachhaltiger Weidehaltung. Das Pulver ist geschmacksneutral, löst sich perfekt in heißen und kalten Getränken und enthält zusätzlich eine Spur MCT-Kokosnuss – als feine, leckere Prise Magie für deinen Glow. Perfekt integrierbar in die Morgenroutine – ob im Kaffee, Matcha oder Smoothie.
Die Kokos-MCTs (mittelkettige Triglyceride) sind nicht nur schnell verfügbare, insulin-neutrale Energieträger, sie unterstützen aktiv die Gesundheit der Darmschleimhaut. In Tiermodellen und vereinzelten Humanstudien konnte gezeigt werden, dass MCTs entzündliche Zytokine (z. B. TNF-α) im Darm senken und die Schleimhautheilung nach Reizungen beschleunigen können. Das stärkt die Barrierefunktion des Darms und wirkt dem sogenannten „Leaky Gut“ entgegen. Zudem unterstützen MCT auch dein Mikrobiom – Shine sorgt also nicht nur für den Glow, sondern auch für ein gutes Bauchgefühl.

MCTs verbessern ferner die Aufnahme fettlöslicher Vitamine wie A, D, E und K. Das macht Shine besonders effektiv, wenn du es zum Beispiel gemeinsam mit unserem Mama Multi einnimmst, und du sonst nicht frühstückst (etwa weil du intermittierend fastest – oder auch einfach morgens keine Zeit hast für komplizierte Routinen).

Dosierung: Wie viel ist sinnvoll?

Die meisten Studien arbeiten mit Tagesdosen zwischen 2,5 g und 10 g. Für Haut und Gelenke werden in der Regel 5–10 g Kollagenhydrolysat täglich empfohlen – oft kombiniert mit Vitamin C. Unsere empfohlene Tagesportion von 10 g in Shine entspricht exakt dieser wirksam untersuchten Menge und lässt sich unkompliziert in den Alltag integrieren.

… und gibt’s das auch in vegan?

Tatsächlich gibt es bislang kein echtes „veganes Kollagen“. Pflanzliche Produkte können lediglich bestimmte Aminosäuren (wie Glycin, Prolin oder Lysin) oder Cofaktoren liefern, die die natürliche Kollagenbildung unterstützen. Diese wirken eher wie ein Baukastensystem, nicht wie strukturähnliche Ersatzstoffe mit der zentralen signalmolekularen Wirkung auf die Fibroblasten. Die Bezeichnung „veganes Kollagen“ ist daher aus wissenschaftlicher Sicht irreführend – sorry to say.

• Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie von Proksch et al. (2014) zeigte: 2,5 g Kollagenpeptide täglich über 8 Wochen führten zu signifikant verbesserter Hautelastizität und -feuchtigkeit. (Link)
• Clarke et al. (2008) fanden in einer klinischen Studie: Kollagenhydrolysat verbesserte signifikant Gelenkbeschwerden bei sportlich aktiven Menschen. (Link)
Eine Metaanalyse von Zdzieblik et al. (2021) bestätigt: Hydrolysiertes Kollagen kann Schmerzen bei Kniearthrose lindern und die Funktion verbessern. (Link)

Was sagt die Studienlage?

In den letzten Jahren wurden zahlreiche klinische Studien zu Kollagenpeptiden publiziert, darunter viele qualitativ hochwertige Meta-Analysen. Eine randomisierte, placebo-kontrollierte Studie aus 2014 zeigte z. B. eine signifikante Verbesserung der Hautelastizität nach 8 Wochen bei Frauen zwischen 35 und 55 Jahren. Eine weitere Studie untersuchte Frauen über 50, die 12 Wochen lang Kollagen aus Solugel® einnahmen – mit dem Ergebnis einer deutlich erhöhten Hautdichte und Hydratation. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2021 fasst zusammen, dass oral eingenommenes hydrolysiertes Kollagen – insbesondere in Kombination mit Vitamin C und Zink – zu sichtbaren Verbesserungen in Hautstruktur und -feuchtigkeit führen kann.

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Quellen

Bolke, L., Schlippe, G., Gerß, J., & Voss, W. (2019). A collagen supplement improves skin hydration, elasticity, roughness, and density: Results of a randomized, placebo-controlled, blind study. Nutrients, 11(10), 2494.

Al-Atif, H. (2022). Collagen supplements for aging and wrinkles: a paradigm shift in the fields of dermatology and cosmetics. Dermatology practical & conceptual, 12(1), e2022018.

Choi, F. D., Sung, C. T., Juhasz, M. L., & Mesinkovsk, N. A. (2019). Oral collagen supplementation: a systematic review of dermatological applications. J Drugs Dermatol, 18(1), 9-16.

Garcia, T., Dierckx, S., Wu, Y., & Patrizi, M. (2022). The effect of SOLUGEL® collagen peptides intake on skin conditions: a randomized double-blind clinical trial.

Dierckx, S., Patrizi, M., Merino, M., González, S., Mullor, J. L., & Nergiz-Unal, R. (2024). Collagen peptides affect collagen synthesis and the expression of collagen, elastin, and versican genes in cultured human dermal fibroblasts. Frontiers in Medicine, 11, 1397517.

Clark, K. L., Sebastianelli, W., Flechsenhar, K. R., Aukermann, D. F., Meza, F., Millard, R. L., … & Albert, A. (2008). 24-Week study on the use of collagen hydrolysate as a dietary supplement in athletes with activity-related joint pain. Current medical research and opinion, 24(5), 1485-1496.

Zdzieblik, D., Oesser, S., Gollhofer, A., & König, D. (2017). Improvement of activity-related knee joint discomfort following supplementation of specific collagen peptides. Applied Physiology, Nutrition, and Metabolism, 42(6), 588-595.

Khatri, M., Naughton, R. J., Clifford, T., Harper, L. D., & Corr, L. (2021). The effects of collagen peptide supplementation on body composition, collagen synthesis, and recovery from joint injury and exercise: a systematic review. Amino acids, 53(10), 1493-1506.

Jendricke, P., Centner, C., Zdzieblik, D., Gollhofer, A., & König, D. (2019). Specific collagen peptides in combination with resistance training improve body composition and regional muscle strength in premenopausal women: a randomized controlled trial. Nutrients, 11(4), 892.

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Kreatin – Brain Boost oder Bodybuilding?

Hier erfährst du alles über das unterschätzte Molekül für das weibliche Gehirn, mentale Gesundheit und deine Energie

VON Kareen Dannhauer

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Kreatin: Adieu Cliché

Die viel verbreitete Assoziation bei Kreatin ist immer noch eine klassisch männlich-leistungssport-orientierte: Wir denken an Bodybuilding und testosterongeladenes Pumpen in der Muckibude. Doch Kreatin ist mehr als ein Supplement fürs Gym und dicke Oberarme. In der Longevity-Forschung wird es zunehmend als neuroprotektiver, zell-energetischer Wirkstoff diskutiert – gerade auch ist das wichtig, wenn wir wichtige Aspekte in der weiblichen reproduktiven Gesundheit ansehen (etwa in der Zeit des Kinderwunsches und der Schwangerschaft) und in herausfordernden Zeiten mental leistungsfähig, kreativ und widerstandsfähig sind – und dies auch bleiben möchten.

Was ist Kreatin eigentlich?

Kreatin ist ein Aminosäure-Derivat, das aus Arginin, Glycin und Methionin gebildet wird. Unser Körper speichert es in Form von Kreatinphosphat – als schnellen Energieträger, vor allem in Muskel- und Nervenzellen. Dort hilft es, Energie bereitzustellen, wenn ATP (unser Zelltreibstoff) gebraucht wird.

Was macht Kreatin im Körper?

Kreatin speichert und liefert Energie in Form von ATP, besonders in Zellen mit hohem Energiebedarf und puffert damit gleichsam Energiemangel ab – und schützt so hochaktive Zellen, wie z. B. die des Gehirns. Der Kreatinstoffwechsel im Gehirn ist zentral für neuronale Kommunikation und Reizweiterleitung, also auch alle Denkprozesse. Ein Mangel kann zu schnellerer mentaler Erschöpfung, Konzentrationsstörungen oder Stimmungstiefs beitragen. Auch PMS-assoziierte Reizbarkeit und kognitive Dysbalancen sind mit niedrigen Kreatinspiegeln assoziiert.

Warum ist das für Frauen besonders wichtig?

Frauen haben biologisch bedingt geringere Kreatinspeicher als Männer, etwa weil sie durch ihre andere Körperzusammensetzung weniger Muskelmasse als Speicher besitzen, zudem sinkt die endogene Synthese durch einen beginnenden Östrogenmangel bereits in der Peri-Menopause. Auch eine pflanzenbasierte Ernährung, häufiger unter Frauen anzutreffen, senkt die Zufuhr durch die Nahrung massiv, Kreatin kommt fast ausnahmslos in Fleisch und Fisch vor. Umso wichtiger ist eine gezielte Supplementierung für Energie, Fokus und kognitive Resilienz. Besonders in stressreichen Phasen oder bei vegetativer Erschöpfung kann Kreatin stabilisierend wirken, mittlerweile gibt es zahlreiche spannende Studien dazu. Auch neurodivergenten Frauen – etwa mit ADHS oder Hochsensibilität – profitieren von Kreatin, es kann helfen, die Reizverarbeitung zu stabilisieren und damit die mentale Resilienz zu stärken und kognitive Erschöpfung abzufedern.
Eine randomisierte kontrollierte Studie von McMorris et al., 2007 mit jungen Frauen zeigte eine verbesserte kognitive Leistung und reduzierte mentale Erschöpfung nach Kreatineinnahme. Eine Übersicht von Rawson & Venezia (2011) stellt fest, dass Kreatin das Arbeitsgedächtnis, die Reaktionszeit und die Stresstoleranz verbessert.

Kreatin bei Schlafentzug

Kreatin ist so potent, dass sogar eine hochdosierte Einzelgabe messbare Effekte auf unser Gehirn hat. Eine Placebo-kontrollierte Studie des Instituts für Neurowissenschaften in Jülich fand, dass eine hohe Einzeldosis Kreatin (0,35 g/kg Körpergewicht, also etwa 25 g bei 70 kg Körpergewicht) während einer 24-stündigen Wachphase für deutlich bessere kognitive Performance sorgte – sowohl bei Verarbeitungsgeschwindigkeit als auch Kurzzeitgedächtnis, messbar per MRT als Stabilisierung des Kreatinphosphat-Spiegels im Gehirn. Kreatin hält das Denken auch also auch in absoluten Stressphasen auf Kurs – und kaum etwas stresst unser Gehirn so sehr, wie Schlafentzug.

Kreatin und Depression

Studien bei depressiven Frauen unter SSRI-Medikation zeigen, dass Kreatin (5 g täglich) die Stimmung deutlich stabilisieren kann. So fanden Lyoo et al. 2012 signifikante Effekte im Hamilton-Depressionsscore. Auch bei Behandlung therapieresistenter Depressionen wird eine Dosis von 3–5 g täglich mit Stimmungsverbesserungen in Zusammenhang gebracht.

Neurodegeneration & kognitives Altern

Neueste Forschung zeigt erstmals, dass Kreatin bei Alzheimer-Patient:innen zur Verringerung von β Amyloiden beitragen kann, vermutlich durch zellschützende Effekte. Darüber hinaus wurden bei Vegetarierinnen kognitive Verbesserungen (IQ, Arbeitsgedächtnis) nach täglich 5 g Kreatin über mehrere Wochen dokumentiert.

Und ja, Muskeln auch!

Neben seinen Effekten auf das Gehirn spielt Kreatin natürlich auch die altbekannte Rolle beim Erhalt der Muskelmasse. Frauen verlieren ab dem 40. Lebensjahr messbar an Muskelkraft und -volumen – mit weitreichenden Folgen für Stabilität, Stoffwechsel, Insulinsensitivität und Körperzusammensetzung. Studien zeigen, dass Kreatin hier – in Kombination mit regelmäßigem Krafttraining – nicht nur Muskelmasse erhält, sondern auch den Ruheumsatz unterstützt und funktionelle Kraft verbessert. Gerade in Lebensphasen mit hormonellem Shift ist das ein wichtiger Baustein, um körperlich wie kognitiv widerstandsfähig zu bleiben.

Kreatin in der Ernährung: Kreatin als klassisches Carninutrient

Wie oben erwähnt, kommt Kreatin fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor – vor allem in rotem Fleisch und Fisch. Pflanzliche Lebensmittel enthalten praktisch kein Kreatin. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, nimmt daher oft weniger als 1 g täglich auf und rutscht damit in eine Unterversorgung. Aber auch viele omnivore Frauen erreichen nicht die Mengen, die für einen Kreatinspiegel sorgen, der in Studien mit positiven Effekten verbunden sind. In Kombination mit dem hormonellen Rückgang der körpereigenen Synthese kann das zu einem suboptimalen Versorgungsstatus führen – und damit zu Energieeinbußen, mentaler Erschöpfung oder Konzentrationsproblemen.

Wie viel Kreatin ist sinnvoll?

In Studien reichen effektive Tagesdosen von 3 bis 10 g Kreatin-Monohydrat, teils auch aufgeteilt in zwei Portionen. Zwei der unten aufgeführten Studien haben mit diesen Dosierungen gearbeitet: (Links einfügen)

3-5 g täglich , Ergebnisse nach 4 Wochen (Roitman et al. 2007)
5 g täglich, Ergebnisse nach 8 Wochen (Lyoo et al. 2012)
5 g täglich, Ergebnisse nach 6 Wochen (Rae et al. 2003)

Eine langfristige, alltagstaugliche und spürbare Supplementierung liegt also etwa bei 3–5 g/Tag.
Die Effekte sind etwa 9 Stunden lang messbar und erreichen ihren Peak nach etwa 4 Stunden.

Bright ist also dein ideales Supplement für den Start in den Tag. Es liefert 3 g mikrofeines Kreatin pro Tagesportion – eine physiologisch wirksame Dosis, die sanft startet und individuell erhöht werden kann. Wer intensiver supplementieren möchte, kann die Menge schrittweise anpassen, idealerweise in Rücksprache mit deiner Ärztin oder Therapeutin.

Bright Brain: Unser Kreatin für dein Gehirn

Bright enthält mikrofeines Kreatin-Monohydrat aus dem patentierten Markenrohstoff Creavitalis®. Es zeichnet sich durch besonders herausragende Löslichkeit und Bioverfügbarkeit aus, so dass es schnell in deinen Zellen landet. Es kann ganz einfach in Wasser, Saft oder Tee eingerührt werden – fast ohne Eigengeschmack. Perfekt für den Fokus am Morgen, vor einem anspruchsvollen Arbeitstag, vor deinem herausfordernden Training oder zur Erholung nach mentaler Erschöpfung.

… und in der Schwangerschaft?

Auch in der Schwangerschaft rückt Kreatin zunehmend in den Fokus der Forschung: Studien deuten darauf hin, dass eine gute Kreatinversorgung das fetale Gehirn vor hypoxischem Stress unter der Geburt schützen und die neuronale Entwicklung fördern kann – mehr dazu lest ihr hier im Artikel Kreatin in der Schwangerschaft

Quellen

Allen PJ. Creatine metabolism and psychiatric disorders: Does creatine supplementation have therapeutic value? Neurosci Biobehav Rev. 2012 May;36(5):1442-62. doi: 10.1016/j.neubiorev.2012.03.005. Epub 2012 Mar 24. PMID: 22465051; PMCID: PMC3340488.

Roitman S, Green T, Osher Y, Karni N, Levine J. Crea%ne monohydrate in resistant depression: a preliminary study. Bipolar Disord. 2007 Nov;9(7):754-8. doi: 10.1111/j.1399-5618.2007.00532.x. PMID: 17988366.

Rae C, Digney AL, McEwan SR, Bates TC. Oral crea%ne monohydrate supplementa%on improves brainperformance: a double-blind, placebo-controlled, cross-over trial. Proc Biol Sci. 2003 Oct 22;270(1529):2147-50. doi: 10.1098/rspb.2003.2492. PMID: 14561278; PMCID: PMC1691485.

Candow DG, Forbes SC, Ostojic SM, Prokopidis K, Stock MS, Harmon KK, Faulkner P. „Heads Up“ for Creatine Supplementation and its Potential Applications for Brain Health and Function. Sports Med. 2023 Dec;53(Suppl1):49-65. doi: 10.1007/s40279-023-01870-9. Epub 2023 Jun 27. Erratum in: Sports Med. 2024 Jan;54(1):235-236. doi: 10.1007/s40279-023-01888-z. PMID: 37368234; PMCID: PMC10721691.

Gordji-Nejad A, Matusch A, Kleed.rfer S, Jayeshkumar Patel H, Drzezga A, Elmenhorst D, Binkofski F, Bauer A.  Single dose creatine improves cognitive performance and induces changes in cerebral high energy phosphates during sleep deprivation. Sci Rep. 2024 Feb 28;14(1):4937. doi: 10.1038/s41598-024-54249-9. PMID: 38418482; PMCID: PMC10902318.

Lyoo IK, Yoon S, Kim TS, Hwang J, Kim JE, Won W, Bae S, Renshaw PF. A randomized, double-blind placebocontrolled trial of oral crea%ne monohydrate augmentation for enhanced response to a selective serotonin reuptake inhibitor in women with major depressive disorder. Am J Psychiatry. 2012 Sep;169(9):937-945. doi: 10.1176/appi.ajp.2012.12010009. PMID: 22864465; PMCID: PMC4624319.

Smith AN, Morris JK, Carbuhn AF, Herda TJ, Keller JE, Sullivan DK, Taylor MK. Creatine as a Therapeutic Target in Alzheimer’s Disease. Curr Dev Nutr. 2023 Sep 29;7(11):102011. doi: 10.1016/j.cdnut.2023.102011. PMID: 37881206; PMCID: PMC10594571.

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Magazin . Das Leben | Familie | Mama

Mood Swings, Mama-Burnout & mentale Achterbahn – was ist hier eigentlich los?

Manchmal fühlt es sich an, als hätte jemand den Regler für Reizbarkeit, Erschöpfung und innere Unruhe hochgedreht – und wir schaffen es einfach nicht, das zu tun, was uns so gut täte, nämlich in unsere 24 h des Tages zumindest etwas Metime für Yoga und Spaziergänge einzutakten, um zwischendurch zumindest einmal kurz die reset-Taste zu drücken: Willkommen in der Rushhour des Lebens.

VON Kareen Dannhauer

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Zwischen Care-Arbeit, Deadline und Durchschlafen

Es ist auch alles ganz schön viel: Zwischen 35 und 50 befinden wir uns in einer Phase, die psychisch und körperlich fordernder kaum sein könnte: Job & Kinder, Mutti-Zettel & Mental Load, Liebespaar & Pausenbrot, und in all diese Tasks probieren wir auch noch, die nötige Dosisi Selfcare unterzubringen. Und scheitern mit all diesen Ansprüchen fröhlich vor uns hin. Es ist auch nicht so, dass wir nicht wüssten, dass Pausen und Innehalten wichtig wären – aber wie soll das in den permanenten Spagat auch noch reingestopft werden. Die Rushhour des Lebens ist nicht nur ein eingeführter soziologischer Begriff – es ist tatsächlich auch neurobiologisch messbar, was wir spüren: Erhöhter Cortisolspiegel, zyklusabhängige Schwankungen in der Neurotransmitterbalance, erste Rückgänge von Estradiol und Progesteron ab Mitte dreißig, oft auch eine veränderte Schilddrüsenachse. Kein Wunder also, dass Reizbarkeit, Stimmungstiefs, Grübelschleifen oder emotionale Abstumpfung in dieser Phase häufig auftreten.

Hormone und Neurotransmitter

Dieser hormonelle Wandel zwischen Stillzeit und Perimenopause beginnt allmählich – und oft viel früher, als gedacht. Eben noch in der Blüte deiner Jugend, und nun plötzlich schon Perimenopause? Ernsthaft? Tatsächlich beginnen bereits ab Mitte 30 diese Wandlungsprozesse, erst still im Verborgenen. Dein Zyklus als äußerlich sichtbares und spürbares Ereignis bleibt meist noch eine ganze Weile stabil. Oft werden aber unter der Oberfläche allmählich typische Phänomene spürbar, die du wahrscheinlich erst gar nicht mit diesen allmählichen Umbauprozessen in Verbindung bringst: Symtome von PMS werden intensiver (oder treten erstmals auf), die Schlafqualität sinkt, kleine Trigger führen zu größerer innerer Unruhe, als du es bisher kanntest. Das Gehirn reagiert sensibler auf Stress, Reize und Schlafmangel. Die endokrine Steuerung vieler Neurotransmitter verschiebt sich. Besonders betroffen: Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Das Ergebnis sind Stimmungsschwankungen, innere Leere, Antriebslosigkeit oder das berühmte „Mir ist einfach alles zu viel“. Meh.

Adaptogene: Pflanzenintelligenz für Stressresilienz

Adaptogene nennt man Pflanzenstoffe, die dem Körper helfen, sich an physischen oder emotionalen Stress anzupassen. Anders als klassische Stimulanzien wirken sie aber nicht über kurzfristigen Push (wie etwa Koffein, ebenfalls ein Pflanzenstoff), sondern über eine harmonisierende, stressachsenmodulierende Wirkung. Sie beeinflussen u. a. die HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse), senken Cortisolspitzen, fördern Schlaf und emotionale Flexibilität – ohne müde zu machen oder zu sedieren, aber auch ohne “Kick” mit erhöhtem Arousal und Anxiety, wie etwa Kaffee es tut. Zwei davon sind besonders bekannt und gut untersucht: Ashwagandha und Rhodiola rosea.

• ASHWAGANDHA (Withania somnifera)
Der in vielen klinischen Studien untersuchte Adaptogen-Klassiker senkt Cortisol, verbessert Schlafqualität und wirkt ausgleichend bei Stress, Angst und innerer Unruhe. In Studien zeigten sich positive Effekte bei chronischem Stress, PMS, Wechseljahresbeschwerden und Angststörungen.

• RHODIOLA ROSEA
Der sibirische Rosenwurz wirkt aktivierend, ohne innere Unruhe auszulösen Die Wirkung wird u. a. auf die Modulation des serotonergen Systems zurückgeführt. Studien zeigen: Rhodiola kann Erschöpfung senken, Stimmung stabilisieren und die kognitive Leistungsfähigkeit in stressreichen Situationen verbessern.

Aminosäuren & Neurotransmitter: kleine Moleküle mit großer Wirkung

Aminosäuren sind die zentralen Bausteine für so vieles in unserem Körper – unter anderem sind sie sind die Grundstoffe für unsere Hormone und Neurotransmitter. Aus Tyrosin entsteht Dopamin, das uns motiviert und fokussiert. Aus Tryptophan bildet sich Serotonin, das Stimmung und Schlaf reguliert. Und Glutamin wird zu GABA, dem wichtigsten beruhigenden Botenstoff im Gehirn. Ohne ausreichende Aminosäuren fehlt dem Gehirn buchstäblich das Material, um Balance und Klarheit herzustellen. Deshalb sind eine gute Versorgung und gezielte Ergänzung – gerade in stressreichen Lebensphasen – so entscheidend. Einige Aminosäuren haben sogar direct Neurotransmitter-like Effekte im Gehirn:

• TAURIN wirkt regulierend auf den GABA-Stoffwechsel – GABA ist der wichtigste hemmende Neurotransmitter im ZNS. Das bedeutet: weniger neuronale Übererregung, ruhigere Reizverarbeitung, erholsamerer Schlaf. Taurin unterstützt außerdem die Zellstabilität in Nervenzellen und hat antioxidative Eigenschaften. In Energy-Drinks wird es wegen seiner beruhigenden Effekte auf das ZNS eingesetzt, um die unangenehmen Überstimulations-Effekte großer Dosen Koffein zu regulieren. Taurin wirkt relaxierend auf das Endothel unerer Blutgefäße, es senkt den Blutdruck und die Herzfrequenz.

• TYROSIN ist die Vorstufe für die Katecholamine Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin. Ein niedriger Tyrosinspiegel ist mit geringerem Antrieb, schlechterer Konzentration und erhöhter Stressanfälligkeit assoziiert. Besonders unter Schlafmangel oder mentaler Überlastung kann eine gezielte Tyrosin-Supplementierung kognitive Leistungsfähigkeit und Stimmung stabilisieren – ohne pushenden Effekt wie bei Koffein.

Kreatin

Kreatin, ein Aminosäurenderivat aus Arginin, Glycin und Methionin speichert und liefert unseren Zellen Energie in Form von ATP. Der Kreatinstoffwechsel im Gehirn ist zentral für neuronale Kommunikation und Reizweiterleitung, also auch alle Denkprozesse und mentale Gesundheit. Ein Mangel kann daher zu schnellerer emotionaler Erschöpfung, Konzentrationsstörungen oder Stimmungstiefs beitragen. Auch PMS-assoziierte Reizbarkeit und kognitive Dysbalancen sind mit niedrigen Kreatinspiegeln assoziiert. Einen ausführlichen Artikel zur Wirkung von Kreatin als Brainboost findest du hier. (Link Kreatin – Brain Boost oder Bodybuilding?)

Don’t Fight the Feelings – sanfte Hilfe für emotionale Balance

Unsere beiden Produkte “Don’t Fight the Feelings” (Kapsel) und “Don’t Fight the Feelings flash” (Liquid) sind speziell für diese herausfordernden Lebensphasen entwickelt. Sie unterstützen auf zwei Ebenen: kurzfristige Entlastung (Flash) und mittelfristige Stärkung (Kapsel) der Stressachse und Neurotransmitterbalance.

Die Kapseln: Ashwagandha, Rhodiola, Taurin und Tyrosin – ein adaptogener Cocktail
Das Liquid: Soforthilfe bei Overload

Hinweis: Beide Produkte sind nicht geeignet in der Schwangerschaft und für voll stillende Frauen.

Quellen

Akhgarjand, C., Asoudeh, F., Bagheri, A., Kalantar, Z., Vahabi, Z., Shab-bidar, S., … & Djafarian, K. (2022). Does Ashwagandha supplementation have a beneficial effect on the management of anxiety and stress? A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Phytotherapy Research, 36(11), 4115-4124.

Pratte, M. A., Nanavati, K. B., Young, V., & Morley, C. P. (2014). An alternative treatment for anxiety: a systematic review of human trial results reported for the Ayurvedic herb ashwagandha (Withaniasomnifera). The Journal of Alternative and Complementary Medicine, 20(12), 901-908.

Speers, A. B., Cabey, K. A., Soumyanath, A., & Wright, K. M. (2021). Effects of Withania somnifera (Ashwagandha) on stress and the stress-related neuropsychiatric disorders anxiety, depression, and insomnia. Current neuropharmacology, 19(9), 1468-1495.

Cropley, M., Banks, A. P., & Boyle, J. (2015). The effects of Rhodiola rosea L. extract on anxiety, stress, cognition and other mood symptoms. Phytotherapy research, 29(12), 1934-1939.

Anghelescu, I. G., Edwards, D., Seifritz, E., & Kasper, S. (2018). Stress management and the role of Rhodiola rosea: a review. International journal of psychiatry in clinical practice, 22(4), 242-252

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Soforthilfe bei Overload: Magnesium, mikronisierte Kreatin-Monohydrat, Ginseng-Extrakt, Coenzym Q10 (Ubiquinol), NADH, L-Glutathion und Glycin als liposomaler Saft für herausragende Bioverfügbarkeit

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Magazin . Das Leben | Mama | Wochenbett

Frosted NippleBalm: Baby, it’s cold outside

Und so geht es auch allen Naturkosmetik-Produkte, die zu einem hohen Anteil aus Fett bestehen, wie zum Beispiel mein Nipple Balm. Es hat nicht das ganze Jahr über die gleiche Konsistenz. Es ist fester im Winter und weicher im Sommer. Weil wir unsere Rezepturen grundsätzlich eben nicht mit Stabilisatoren oder Emulgatoren aus der Chemieküche pimpen, leben unsere Produkte.

VON Kareen Dannhauer

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Das Nipple Balm besteht zu einem Großteil aus Lanolin, gemixt mit etwas Bio-Shea, Bio-Hagebuttenkernöl und Bio-Neroli-Hydrolat. Sonst gar nichts. Purer geht es kaum. Meine bewährte Super-Lieblings-Mische für wunde Brustwarzen, klaro, aber eben auch für einen wunden Babypo oder als Kälteschutz für zarte Bäckchen, sozusagen eine Wind-und-Wetter-Creme, und übrigens auch mein Lieblings-Lippenbalsam.

Das Balm hat einen Schmelzpunkt von etwa 28-29 Grad (auch das ist bei jeder Charge etwas unterschiedlich, es sind eben Naturprodukte). So ist es eingestellt, damit es dann im Hochsommer auch nicht zu flüssig wird.

Alle Salben kämpfen bei Minusgrade draußen (oder in kühlen Räumen, etwa auf der Fensterbank) ein wenig mit der Kälte. Auch mein absolutes Favoriten-Erkältungsbalsam, das Engelwurz-Balsam von Ingeborg Stadelmann, kriegte ich am Wochenende kaum aus der Tube, und mein Lieblings-Deo-Balm Fine (ebenfalls auf Kokosölbasis) braucht nun wirklich den kleinen Holzspatel. Umgekehrt läuft das Weleda Wind- und Wetterbalsam schon bei leicht erhöhter Raumtemperatur fast aus der Tube. Es ist ein schmales Temperaturfenster. Und wir Bio-Produzenten kochen alle mit dem gleichen Wasser.

Wir haben uns bei der Nipple Balm-Verpackung für einen cleveren Airless-Spender entschieden, aus mehreren Gründen. Erstens: Es kommt nach der Abfüllung – anders als bei herkömmlichen Pumpspendern – keine Luft mehr an das Balm, es wird nämlich vom innenliegenden Stempel nach oben in Richtung Auslass geschoben. Es ist so vor Oxydation und vor dem Austrocknen geschützt. Zweitens kann das Balm entnommen werden, ohne dass Finger an das Produkt kommen. Selbst gewaschene Hände sind niemals steril, und Hautbakterien können sich in Cremes rasant vermehren, wenn sie in herkömmliche Tiegel oder auch Tuben abgefüllt werden. Üblicherweise werden deshalb entweder Konservierungsmittel eingesetzt oder nur eine Haltbarkeit von nur wenigen Wochen ausgelobt. Mit dem Airless-Spender können wir in diesem Produkt vollkommen auf alle Konservierungsstoffe verzichten, die Dein Baby eben auch nicht mitessen soll. So bleibt das Nipple Balm immer hygienisch einwandfrei.

Drittens lassen sich diese Spender easy mit einer Hand bedienen, was enorm praktisch ist, wenn gerade ein Baby im Arm eingeschlummert ist. Auch dann, wenn die Kappe nicht sofort wieder draufkommt, weil sie gerade irgendwo unterm Stillkissen begraben wurde, läuft nix aus und nix krümelt rein.

Im Winter allerdings kämpft dieser special-Spender ein bisschen mit der höheren Festigkeit des Nipple Balms. Was zur Folge hat, dass man zu Beginn, bei der Inbetriebnahme des frischen Balms, tatsächlich manchmal ganz schön oft pumpen muss, bis endlich etwas kommt.

Manchmal auch über 20-mal – was einen möglicherweise erstmal glauben lässt, der Spender sei kaputt. Bitte jetzt nicht genervt aufgeben:

Einfach weitermachen, irgendwann knistert es dann leise und das Balm hat es bis nach ganz oben geschafft. Mit dem Wissen „Warum“, könnte es auch glatt als Qualitätsmerkmal durchgehen – und ein Verständnis wecken für echte Naturprodukte, die eben nicht standardisiert sind und sein können, wie es konventionelle Produkte sind. So duftet das Hagebuttenkernöl eben manchmal fruchtig-süß, manchmal etwas säuerlicher.

Ist in der einen Charge eher rosa, in der nächsten orange. Soll so.

Alles das bedeutet es, was into life ausmacht. Natur, bio, Lebendigkeit. Und da pumpen wir gern erstmal ein bisschen öfter, oder?

(Trick-17-Hack für ganz zähes Balm, oder für die, die auf häufiges Pumpen keine Lust haben: Unten am Boden des Spenders befindet sich ein winziges Loch. Mit einer aufgebogenen Büroklammer kann man dort von unten mithelfen, während des Pumpens den Stempel zügiger nach oben zu drücken. Geht dann etwas schneller …)

Auf der Basis von hochreinem Lanolin lindert es schmerzende, vom Stillen strapazierte Brustwarzen. Naturkosmetikzertifiziert und Hebammen-made.
mit Lanolin, Shea und Nerolihydrolat

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Magazin . Das Leben | Schwangerschaft

Omega 3 – einer der wichtigsten Nährstoffe in der Schwangerschaft

Wie die Omega-3-Fettsäure DHA positiv auf die Funktion der Plazenta, die Gehirnentwicklung Deines Babys und Deine Gehirnchemie wirkt.

Die beiden Omega­3­Fettsäuren DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) sind die beiden aktivsten Omega-3-Formen und haben vielfältigste positive Auswirkungen auf unseren Organismus.

VON Kareen Dannhauer

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Die Gesundheit der Zellmembranen – wichtig für deine Hormonrezeptoren

Die Membranen unserer Zellen bestehen aus einer Doppelschicht von Lipiden. Omega-3-Fettsäuren können in diese Membranen eingebaut werden und ihre Struktur und Fluidität günstig beeinflussen: Sie machen die Zellmembranen flexibel und geschmeidig. Dadurch sind z. B. die darin eingebetteten Hormonrezeptoren (etwa die von Insulin oder Prostaglandin, aber auch wichtiger Neurotransmitter wie Serotonin und Dopamin) beweglicher und funktionieren besser.

Verbesserte kapilläre Durchblutung

Omega 3, vor allem DHA, beeinflusst auf diesem Weg auch die Flexibilität der Erythrozyten (der roten Blutkörperchen) günstig. Diese Flexibilität ist wichtig für ihre Beweglichkeit durch die winzig kleinen Blutgefäße im Körper, die Kapillaren. Flexible rote Blutkörperchen können effizienter und schneller durch diese kleinen Gefäße fließen. Eine verbesserte Durchblutung in den Kapillaren wiederum trägt dazu bei, die Gewebe und Organe besser mit Sauerstoff zu versorgen, die zentrale Aufgabe der roten Blutkörperchen.

Ein besonders feines Kapillargeflecht findet sich in der Plazenta. Eine gute Versorgung dieses Organs ist natürlich essenziell wichtig, damit ordentlich frischer Sauerstoff beim Baby ankommt.

Die Auskleidung unserer Blutgefäße: das Endothel

Außerdem wirkt Omega 3 antiinflammatorisch, antithrombotisch und unterstützt die NO-(Stickstoffmonoxid)-Produktion in den Blutgefäßen – wichtige positive Effekte auf die Innenschicht der Blutgefäße. Diese Schicht, das Endothel, ist nicht einfach nur eine Zellschicht. Das Endothel ist fast schon
ein eigenes Organ innerhalb der Gefäße. Es reguliert den Stoffaustausch
vom Blut in das umliegende Gewebe und damit die Versorgung mit Blut und Sauerstoff. Viele der Prozesse bei einer Präeklampsie, Plazentainsuffizienz und der Frühgeburt betreffen solcherlei Fehlregulationen im Endothel.

DHA – die zentrale Fettsäure für das Baby-Gehirn

Omega 3 ist zudem ein wichtiger Baustoff für das Gehirn des Menschen. Es besteht zu etwa 60 Prozent aus Fett, vor allem aus DHA. EPA hingegen hat eher eine wichtige Bedeutung für die Durchblutung und Versorgung des Gehirns.

Schwangere Frauen benötigen besonders viel DHA, weil ein Baby heranreift, das für sein Gehirn eben ordentlich DHA benötigt. Aus evolutionsbiologischen Gründen profitiert dein Baby von deinen Nährstoffspeichern. So werden auch DHA und andere Fettsäuren aus deinem Blut über die Plazenta über einen aktiven Transporterprozess zu deinem Baby gepumpt, um bei ihm einen besonders günstigen, hohen Omega-3-Index von etwa 10 Prozent zu erreichen.
Insbesondere DHA beeinflusst die Neuroentwicklung von Fetalen und Säuglingen.

Dabei geht es nicht nur um den modernen Fetisch Intelligenz – ein schlaues Kind mit einem überdurchschnittlichen IQ will offenbar jeder, und vermutlich deshalb ist die Bereitschaft, Omega 3 zu supplementieren, überdurchschnittlich hoch. Schaut man aber auf Untersuchungen, die sich mit dem Thema kindliche Gehirn- und Intelligenzentwicklung beschäftigen, gibt es hier tatsächlich Zusammenhänge. Man findet unter anderem einen erhöhten mental development index im Alter von 18 Monaten, eine statistisch leicht höhere Intelligenz im Alter von vier Jahren.

Gehirnfunktion ist aber in ihrer Plastizität viel mehr als IQ, nur ist dieser eben ein messbarer Faktor. Psychoemotionale Entwicklung, Suchtverhalten, Neurorezeptoren, mentale Gesundheit, Resilienz, autonome Funktionen – wir sind nichts ohne ein funktionales Gehirn, und glücklich im Übrigen auch nicht.

Auch weitere gesundheitliche Vorteile haben Kinder von gut mit Omega 3 versorgten Müttern: geringere Raten an Allergien und kindlichem Asthma, eventuell auch eine bessere Sehleistung sind in den Studien zu finden.

… und genug Omega 3 für Dich?

Damit dein Baby genug von allem bekommt, rutscht du leichter in ein Defizit – viele Mütter verarmen in und nach der Schwangerschaft an Omega-3-Fettsäuren, was einige Autoren_innen auch als einen Faktor bei der Entstehung einer Wochenbettdepression sehen. Vor und bei schweren Depressionen finden sich in Studien konsistent niedrige Spiegel von DHA und EPA. Depressionen sind in der Schwangerschaft und danach ein ernst zu nehmendes Thema, etwa 12 bis 20 Prozent aller Frauen sind in der peripartalen Zeit davon betroffen. Man weiß, dass die Funktion der Serotoninrezeptoren von der Fluidität der Zellmembran abhängt. Omega 3 scheint diese zu verbessern. Eine Untersuchung an 380 Frauen etwa zeigte, dass die Erhöhung des DHA-Plasma-Spiegels um 1 Prozent mit einer 59-prozentigen Reduktion der depressiven Symptome assoziiert war.

Omega 3 als Supplement – wie viel brauchst Du?

Ein gesunder, erwachsener Mensch sollte 200mg DHA täglich zu sich nehmen. In der Schwangerschaft wird der zusätzliche Bedarf der deutschen Fachgesellschaften mit ebenfalls 200 mg DHA pro Tag empfohlen, noch mal obendrauf. Insgesamt solltest du also in der Schwangerschaft täglich 400 mg DHA zu dir nehmen.

Wenn du nicht konsequent und regelmäßig zweimal wöchentlich Seefisch isst (was wegen der Quecksilber-Belastung nicht unbedingt empfehlenswert ist, mehr dazu kannst du hier lesen), ergänze DHA/EPA als Supplement, entweder als (schadstoffüberprüftes) Fisch- oder Krillöl oder als Algenöl aus der Mikroalge Schizochytrium sp.

Bei den Mengenangaben ist es wichtig, genau aufs Etikett zu schauen und zu rechnen. Omega 3 ist nicht gleich DHA! Um deren Anteil geht es aber vorrangig, und deren Anteil ist in jedem Präparat anders.

Den Bedarf an Omega 3 über die Blutwerte bestimmen

Kompliziert wird das Thema Bioverfügbarkeit weiter durch die große Variabilität der Aufnahme von DHA und EPA, wie oben beschrieben. Die großen Unterschiede in der Aufnahmequote und die großen Unterschiede der Bioverfügbarkeit machen es praktisch unmöglich, eine genaue Dosis zu definieren.

Dosisempfehlungen von Fachgesellschaften sind für ganze Populationen relevant (und dafür sind sie da), gehen aber an den Bedarfen für Individuen naturgemäß vorbei. Wenn du sehr schlecht mit Omega 3 versorgt bist (etwa dann, wenn du dich seit einiger Zeit vegan/fischfrei ernährt und Omega 3 nicht supplementiert hast), können auch vorübergehend höhere Dosierungen sinnvoll sein. Für eine abgestimmte individuelle Dosierung kann man die Omega-3-Versorgung im Blut messen. Dazu wird die Fettsäuren-Zusammensetzung der Membran der roten Blutkörperchen bestimmt. Diese Untersuchung wird aus EDTA-Blut entnommen, da im Plasma lediglich die tagesaktuelle Zufuhr widergespiegelt wird, die von der Gesamtversorgungslage deutlich abweichen kann. Es macht also in einigen Situationen durchaus Sinn, DHA und EPA individuell nach den Blutwerten zu dosieren und einen Zielwert zu definieren, an den man sich mit ein bis zwei Blutentnahmen im Abstand von einigen Wochen (und dann noch mal im Verlauf der Stillzeit) herantastet.

Wissenswertes zu Omega 3

  • Früher, als es noch Arme­Leute­Essen wie Hering gab, war die Omega-3-Versorgung in der Allgemeinbevölkerung sicherlich deutlich besser als heute. Auch die Nutztiere wie Rinder, Ziegen, Schweine und Hühner lebten früher noch artgerecht und draußen, sodass die gegessenen Produkte (Fleisch, Milch, Eier) sehr viel reicher an diesen Fettsäuren waren.
  • Die Omega­3­Fettsäuren DHA und EPA entstammen dem Leben in der Kälte und sind so gut wie ausschließlich in tierischen Produkten zu finden, vor allem in jenen aus dem Meer. Je kälter es ist, umso mehr wird von den dort lebenden Tieren produziert. Deshalb ist es in Kaltwasserfischen wie Lachs, Hering und Tiefsee-Meeresgetier (Kalmar, Nordseekrabben, aber auch Krill) so reichlich enthalten.
  • Allerdings hat sich auch der Omega­3­Gehalt in Aquakultur­Lachs in den letzten zehn Jahren halbiert. Wildlachs darf nur nachhaltig nach dem Laichen gefangen werden, dann ist allerdings sein Fettanteil und damit der Omega-3-Gehalt minimal. EPA und DHA aus der Makrele gehen bei der Zubereitung leicht verloren, da das Fett bei Makrelen nicht im Muskel gespeichert ist. Langlebige Raubfische wie Hai oder Thunfisch enthalten viel EPA und DHA, sind häufig aber mit Quecksilber und anderen organischen Toxinen belastet, hier kannst Du mehr dazu lesen.
  • Supplemente hingegen enthalten keine oder kaum Toxine und ermöglichen eine effektivere Bioverfügbarkeit. Die mikroskopisch kleine einzellige Zuchtalgen aus der Gattung Schizochytrium sind eine herausragend gute Quelle für DHA und EPA. Sie weisen ein besonders günstiges DHA/EPA-Profil von etwa 2:1 auf. Unsere Produkte MAMA OMEGA 3 Kapseln und MAMA OMEGA flüssig werden natürlich zudem analysiert und weisen eine sensationelle Totox-Zahl von <1 und Schwermetallfreiheit unter der Nachweisgrenze auf.
  • Früher nahm man an, dass auch andere pflanzliche Quellen für die Omega-3-Versorgung tauglich seien. Denn auch die Fettsäure Alpha-Linolsäure (ALA), enthalten in Leinöl und Walnüssen, kann im Körper theoretisch in DHA und EPA umgewandelt werden. Allerdings funktioniert diese Eigensynthese in der Realität nicht besonders gut: Nur ein sehr kleiner Prozentsatz der aufgenommenen ALA wird tatsächlich zu EPA und DHA umgewandelt, Schätzungen deuten darauf hin, dass – je nach genetischem Polymorphismus – nur 5 bis 10 Prozent in EPA und noch weniger in DHA umgewandelt werden können.
  • Die Aufnahme von Omega 3 hängt nicht nur von der aufgenommenen Menge in einem Lebens­ mittel ab, sondern auch von seiner Bioverfügbarkeit. So spielt die Matrix der gesamten Mahlzeit für die Aufnahme eine wichtige Rolle: Durch eine fettreiche Mahlzeit wird im Magen-Darm-Trakt auch die Fettaufspaltung stimuliert. Im Vergleich zu einer fettarmen Mahlzeit erhöht die gleichzeitige Aufnahme einer fettreichen Mahlzeit die Bioverfügbarkeit von Omega 3 um das bis zu 13-Fache. Das hat auch Auswirkungen auf die Bewertung von Studienergebnissen, da der Studienaufbau von Interventionsstudien zur Aufnahme von DHA und EPA in vielen Fällen so designt ist, dass das Studienpräparat zum Frühstück eingenommen wird. Das Frühstück ist in vielen Ländern aber eine fettarme Mahlzeit, und daher schneidet die Aufnahme naturgemäß nicht besonders gut ab.
  • Emulgiert wird DHA und EPA bis zu 22­fach besser aufgenommen als als pures Öl. Es ist also günstig, wenn in der begleitenden Nahrung natürliche Emulgatoren vorhanden sind, etwa Lecithin (z. B. im Ei) oder Sahne, wenn du es gut in dein Porridge verrührst oder in einen Smoothie mixt und wenn du gut kaust.

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Algenöl – Super-Alternative zu Fisch

Nahrungsergänzungsmittel aus Algenöl, insbesondere aus der Mikroalge Schizochytrium sp., wie wir sie für unsere Produkte verwenden, sind besonders in der Schwangerschaft eine herausragend gute Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Vielleicht hast Du schon von den offiziellen Empfehlungen etwa des Bundesinstituts für Risikobewertung BfR gehört, dass die Quecksilberbelastungen vieler Fischarten so hoch ist, dass Du Fisch nur mit Vorsicht genießen solltest oder Du lebst vegetarisch oder vegan und isst gar keinen Fisch.

VON Kareen Dannhauer

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Hoher Gehalt vor allem an DHA

Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) sind die beiden wichtigsten Omega-3-Fettsäuren für unsere Gesundheit. Schizochytrium-Algenöl enthält hohe Konzentrationen dieser Fettsäuren, insbesondere DHA. Diese sind essenziell für die Gesundheit des Gehirns bedeutsam, für Dich und Dein Baby, für Deine Herzgesundheit und für die allgemeine Entzündungsregulation im Körper. Mehr zu den Wirkungen und Studienergebnissen von DHA in der Schwangerschaft für Dich & Dein Baby findest Du hier.

Schizochytrium-Algen – kontrollierte Qualität

Der sorgfältig kontrollierte Anbau und die Gewinnung von Omega-3 aus den Algen stellt eine hohe Qualität und Reinheit des Endprodukts sicher. Die Schizochytrium-Algen werden in speziellen nährstoffreichen Kulturmedien gezüchtet, die reich an Nährstoffen wie Glukose, Stickstoff, Phosphor und anderen Mineralien sind. Diese geschlossenen Systeme ermöglichen eine präzise Kontrolle von Temperatur, pH-Wert und Sauerstoffgehalt. So kann auch die Produktion von Omega-3-Fettsäuren in den Algen optimiert werden. Nach der Wachstumsphase werden die Algenzellen durch Filtration und Zentrifugation aus dem Kulturmedium geerntet. Danach werden sie getrocknet und die Lipide, die die Omega-3-Fettsäuren beinhalten, isoliert. Für unsere Produkte wird die lösungsmittelfreie Methode der CO2-Extraktion genutzt. Sie ist ein besonders schonendes, umweltfreundliches und chemiefreies Verfahren, das die Qualität des Öls erhält und es nicht mit Fremdstoffen (wie etwa Lösungsmittel) belastet. Nach der Extraktion werden die gewonnenen Lipide aufgereinigt und umfangreichen Qualitätskontrollen unterzogen, um sicherzustellen, dass es frei von Schadstoffen, und sonstigen Verunreinigungen ist und ob der optimale DHA:EPA-Index von 2:1 erreicht wird. Bei unseren Lizenz-Markenrohstoffen gehören Tests auf Schwermetalle, Pestizide, mikrobiologische Verunreinigungen und Oxidationsprodukte natürlich obligatorisch dazu.

Schutz vor Oxidation

Omega-3-Fettsäuren sind grundsätzlich empfindlich gegenüber Oxidation, die zwangsläufig mit dem Kontakt zu Luft und Licht einsetzt. Damit das Produkt in seiner hohen Qualität geschützt wird, setzen wir natürliches Rosmarinextrakt und Vitamin E ein, um die Oxidation bestmöglich zu verhindern. Die braunen Glasbehälter schützen das Omega 3 auch während der Lagerung effektiv. Die Analysen des Produktes weisen bei Abfüllung sensationell gute Totox-Werte (ein Laborwert, berechnet aus den Oxidationsparametern Peroxidzahl + P-Anisidin-Wert) von <1 auf.

Pflanzlich und nachhaltig

Im Gegensatz zu Fischöl, das aus Meeresfischen gewonnen wird, ist Algenöl eine pflanzliche und damit vegane Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Die Gewinnung von Algenöl hat einen viel geringeren ökologischen Fußabdruck im Vergleich zu Fischöl, da es nicht zur Überfischung beiträgt und weniger Ressourcen verbraucht. Es wird weniger Wasser, Land und Energie für die Produktion vergleichbarer Mengen Omega 3 benötigt, als für tierische Quellen. Die Algen können in kontrollierten Umgebungen gezüchtet werden, was ebenfalls die Umweltbelastung minimiert.

Effektive Bioverfügbarkeit

Omega-3-Fettsäuren in Algenöl sind nach derzeitigem Stand die wohl effektivste DHA-Quelle und damit hoch bioverfügbar. Es kann vom menschlichen Körper besonders gut aufgenommen und verwertet werden. Schizochytrium enthält reines DHA und EPA und ist so direkt bioverfügbar. Früher nahm man an, dass auch andere pflanzliche Quellen für die Omega-3-Versorgung tauglich seien. Denn auch die Fettsäure Alpha-Linolsäure (ALA), enthalten in Leinöl und Walnüssen, kann im Körper theoretisch in DHA und EPA umgewandelt werden. Allerdings funktioniert diese Eigensynthese in der Realität nicht besonders gut: Nur ein sehr kleiner Prozentsatz der aufgenommenen ALA wird tatsächlich zu EPA und DHA umgewandelt, Schätzungen deuten darauf hin, dass – je nach genetischem Polymorphismus – nur 5 bis 10 Prozent in EPA und noch weniger in DHA umgewandelt werden können.

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Achtung Quecksilber: Kein Fisch für Schwangere

Warum Fisch in der Schwangerschaft keine optimale Omega3-Quelle ist

Das Schwermetall Quecksilber ist ein gravierendes Gift für unseren Körper, und speziell in der Schwangerschaft ist das der Fall – Quecksilber ist ein Nervengift und nutzt zudem einen Trick, um über die Plazentaperfusion zum Baby zu gelangen.

VON Kareen Dannhauer

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Schon lange ist bekannt, dass Methylquecksilber die Plazentaschranke und die Blut-Hirn-Schranke überwinden und damit die neuronale Entwicklung des ungeborenen Babys stören und für Schäden in der Hirnentwicklung führen kann – und dass Quecksilber damit zu den wirklichen Problem-Toxinen in der Schwangerschaft gehört.

Filtert die Plazenta das Quecksilber heraus?

Eine der wichtigsten Funktionen der Plazenta ist (neben der Weitergabe vielfältiger Nährstoffe und dem Austausch von Stoffwechselprodukten zwischen Baby und Mutter) der Schutz des Babys vor potentiell schädlichen Substanzen aus dem mütterlichen Blut. Bestimmte Substanzen können von der Plazenta gut aus dem Stoffaustausch herausgefischt werden, um das Baby effektiv zu schützen, andere nicht. Für Kadmium und Blei funktioniert die Plazentaschranke beispielsweise sehr gut – bei Quecksilber versagt dieser Schutzmechanismus aber. Es gibt nämlich Stoffe, die durch eigene Transportmechnismen aktiv zum Baby transportiert werden. Blöderweise gehört ausgerechnet das neurotoxische Quecksilber dazu und es wird mit erstaunlicher Effizienz aus dem Blut der Mutter in das Kreislaufsystem des Babys transportiert.

 

Quecksilber liegt im Blut vor allem als Methyl-Quecksilber vor, das eine strukturelle Ähnlichkeit mit einer Aminosäure hat, die aktiv von der Plazenta aus dem mütterlichen Blut aufgenommen wird. Methyl-Quecksilber bindet leicht an die schwefelhaltige Aminosäure Cystein, die wiederum einer anderen essentiellen Aminosäure, dem Methionin ähnelt, das über einen aktiven Transportmechanismus der Plazenta ins Blut des Babys transportiert wird. Dieser Mechanismus erklärt auch das schon früher beobachtete Phänomen, dass Ungeborene eine höhere Quecksilberkonzentration im Blut haben als ihre Mütter. Der Transportmechanismus der Plazenta pumpt quasi das Quecksilber in das Blut des Ungeborenen. Nicht gut.

Und weil das so ist, sollten schwangere Frauen ihre Quecksilber-Aufnahme über die Nahrung gut im Blick behalten.

Fisch ist gesund – oder nicht?

Denn es gibt Nahrungsmittel, die einerseits wichtige Vitalstoffe enthalten (und deshalb empfohlen werden), andererseits aber auch mit Schwermetallen belastet sind. Seefisch gehört dazu.

 

Ein- bis zweimal wöchentlich Seefisch zu essen, wird landläufig wegen des Gehalts an Jod und Omega 3 (und auch geringen Mengen an Vitamin D) explizit empfohlen. Zumal es nicht viele Nahrungsmittel gibt, die reich speziell an diesen Nährstoffen sind. Wegen der Schwermetallthematik gibt es wichtige Einschränkungen für Schwangere und stillende Mütter, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor ein paar Wochen nochmal bekräftigt hat.

 

Um die gesundheitlichen Risiken, die mit dem Verzehr von Fisch einhergehen können, besser abschätzen zu können, kombinierten Forscher am BfR Messdaten zu Gehalten an Methylquecksilber (MeHg) in Lebensmitteln mit Daten zu den realen Essensgewohnheiten der Bevölkerung in Deutschland. Die Messdaten stammen aus der BfR-MEAL-Studie (Mahlzeiten für die Expositionsschätzung und Analytik von Lebensmitteln.

1,6 µg pro kg Körpergewicht Methylquecksilber sind laut den Berechnungen des BfR die vorläufig zulässige wöchentliche Aufnahmemenge (Provisional Tolerable Weekly Intake. Die Europäische Lebensmittelüberwachungsbehörde EFSA gibt noch etwas weniger, nämlich 1,3 µg Methylquecksilber pro kg Körpergewicht und Woche als Höchstgrenze an.

Wie kommt das Quecksilber in den Fisch?

Die Verbrennung fossiler Brennstoffe, insbesondere Kohle, setzt große Mengen an organischem Quecksilber in die Atmosphäre frei. Einmal dorthin gelangt, kann es über weite Strecken in der Atmosphäre transportiert werden, bevor es durch Niederschlag in Böden und Gewässern abgelagert wird. Unter anaeroben, sauerstoffarmen Bedingungen, etwa am Meeresgrund, wandeln bestimmte Bakterien durch ihre Stoffwechselprozesse anorganisches Quecksilber in Methylquecksilber um. Diese Form von Quecksilber ist – wie oben erklärt – eben besonders toxisch und bioakkumulierbar. Die Erwärmung der Meere, Überdüngung und Sauerstoffmangel begünstigen die Vermehrung dieser Bakterien und damit die bakterielle Methylierung von Quecksilber. Über die aquatische Nahrungskette wird das Methylquecksilber über Plankton, Muscheln, Krabben und schließlich Raubfische immer weiter angereichert. Die höchsten Gehalte sind damit in großen und langlebigen Raubfischen wie Schwertfisch und Thunfisch zu finden.

 

Schwangere, Stillende, Ungeborene und Neugeborene gelten aus genannten Gründen als Risikogruppe, wenn regelmäßig – etwa, um den Bedarf an wichtigen Vitalstoffen wie Omega 3 oder Jod zu decken – bestimmte Fische in entsprechenden üblichen Mengen verzehrt werden. Schon 80 g Thunfischkonserve (eine durchschnittliche Thunfischdose oder ein Thunfischsteak enthalten fast die doppelte Menge, nämlich 150-180 g) enthalten 1 mg/kg Methylquecksilber. Damit wird die wöchentlich tolerierbare Menge für eine zierliche, 60 kg wiegenden Frau zu 80 % ausgeschöpft. Diese Menge schätzt das BfR für Schwangere bereits als bedenklich ein.

… und Fischstäbchen?

Die Hitliste der am meisten metylquecksilberbelasteten Fischarten wird von Thunfisch, Dornhai und Rotbarsch angeführt. Seelachs – der vorwiegend zu Fischstäbchen und anderen Fisch-Fertiggerichten verarbeitet wird – hat zwar einen geringeren Quecksilber-Gehalt, wird aber am häufigsten – vor allem von Kindern – gegessen und trägt aufgrund des häufigen Verzehrs („Freitag – Fischtag“ in vielen KiTa´s) am meisten zur Methylquecksilber-Aufnahme in der Bevölkerung bei, schreibt das BfR. Die höchsten Aufnahme-Werte an Methylquecksilber (bezogen auf das Körpergewicht) wurden für die Altersgruppe von Teenagern und jungen Erwachsenen ermittelt. Auch diese überschritten je nach Verzehrmenge zum Teil deutlich den ermittelten Richtwert.

Fazit

Omega 3 und Jod sind zwei unentbehrliche Nährstoffe, die in der Schwangerschaft besonders wichtig sind: Sowohl Omega 3 als auch Jod sind unter anderem essentiell für die gesunde Gehirnentwicklung des ungeborenen Babys. Fisch ist allerdings häufig mit Schwermetallen belastet, so dass der Grenzwert für toxische Aufnahmen leicht überschritten werden kann.
Kontrollierte, quecksilberfreie Quellen – etwa DHA-reiches Algenöl – sind also eine gute Alternative und decken besonders den Bedarf an der wichtigen Omega-3-Fettsäure DHA gut ab.

Quellen

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https://www.bfr.bund.de/cm/343/methylquecksilber-in-fisch-und-meeresfruechten-gesundheitliche-bewertung-neuer-daten-aus-der-bfr-meal-studie.pdf

https://www.efsa.europa.eu/de/press/news/150122

https://www.spektrum.de/lexikon/ernaehrung/methylquecksilber/5825

„Ungeborene haben es nicht leicht mit Schwermetallen“, Karl Landsteiner Privatuniversität Krems & Medizinischen Universität Wien https://www.kl.ac.at/de/news/ungeborene-haben-es-nicht-leicht-mit-schwermetallen

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Das Mikrobiom in Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit

Vaginale Gesundheit – wichtig für eine unbeschwerte Schwangerschaft

Eine gesunde Flora spielt in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle: Lactobazillen, die Wasserstoffperoxid produzieren, schützen dein vaginales Mikrobiom, etwa vor Bakterien, die das Risiko für bestimmte Schwangerschaftsrisiken (vor allem vorzeitige Wehen oder eine Cervixinsuffizienz) erhöhen. Aber auch deine Darmflora ist wichtig: Aus ihr speist sich nämlich nicht nur das vaginale Mikrobiom, auch die Besiedelung der Brust und damit deiner Muttermilch wird tatsächlich von deiner Darmflora gesteuert. Und nicht zuletzt sind beide Mikrobiota diejenigen, mit denen dein Baby zu allererst in Kontakt kommt …

VON Kareen Dannhauer

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Laktobazil­len produzieren also nicht nur Milchsäure, einige von ihnen auch Wasserstoffperoxid (H2O2). Dieses reguliert den pH­-Wert und wirkt spezifisch als Bakteriozin, macht also die Umgebung ungastlicher für unerwünschte Bakte­rien und Pilze, sogar für Papilloma-Viren. Es schützt die Va­gina vor Fremdbesiedlungen etwa mit dem unerwünschten Gardnerella vaginalis und anderen Keimen, die im Kontext „Frühgeburtlichkeit“ (vorzeitige Wehen und frühe, vorzeitige Blasensprünge) eine Rolle spielen können. Auch bei Besiedelung mit B-Streptokokken eine Dysbalance deiner Flora  einen ungünstigen Einfluss auf das Keimspektrum nehmen. Die orale Einnahme von Laktobazillen, also präziser, für die Frauengesundheit designter Probiotika, kann die vaginale Flora günstig beeinflussen: Sie landen zunächst im Magen-Darm-Trakt, der unser größtes Mikrofilm beherbergt. Und Darmbakterien sind direkt an der Zusammensetzung der Vaginalflora beteiligt.

Mikrobentransfer unter der Geburt

Während einer vaginalen Geburt kommt das Baby zum allerersten Mal mit Bakterien direkt in Berührung – und es sind die aus der Vagina seiner Mutter und die aus ihrem Darm. Was zunächst vielleicht etwas eklig klingt, soll genau so sein: Deine Bakterien sind das Beste, was dein Baby auf diesem Weg bekommen kann.

Muttermilch – ein probiotischer Drink für Dein Baby

Früher hat man angenommen, Muttermilch sei steril, heute weiß man, dass dies ganz und gar nicht der Fall ist. Vor einigen Jahren hat man den so genannten entero-mammary-pathway entdeckt. Darmbakterien gelangen während der Schwangerschaft offenbar mit Hilfe so genannter dendritischer Zellen über die Blutbahn in das Drüsengewebe der Brust und besiedeln es.

Muttermilch ist ein in vielerlei Hinsicht hochkomplexes, für das Baby perfekt zusammengestelltes Nahrungsmittel mit allen erdenklichen Nährstoffen, aber auch unzähligen weiteren zellulären und epigenetischen Informationen. In einem Milliliter Milch sind neben mehr als 10 Millionen Bakterien, vor allem aus den Laktobazillen- und Bifidobakterien-Familien, auch Humane Milch-Oligosaccharide (HMO) enthalten, die die Bakterien „füttern“. Diese machen Muttermilch zu einem prä- und probiotischen Drink und leisten einen wesentlichen Beitrag zur physiologischen Besiedelung des Babydarms, quasi das bessere und maßgeschneiderte „Actimel“ für jedes Baby.

Das Busen-Mikrobiom und Infektionen

Diese „guten Bakterien“ sind nicht nur ideal für dein Baby, bestimmte Keimstämme (etwa L. salivarius und L. gasseri) können wirksam gegen eine Brustentzündung (Mastitis) sein und ihnen vorbeugen. Studien* haben gezeigt, dass sich die Beschwerden  von Frauen mit so genannter „subakuter Mastistis“ deutlich verbesserte, wenn sie  diese Bakterien mindestens drei Wochen lang einnahmen, während sich bei den Placebo-Gruppen nichts Wesentliches änderte.

Vaginal Seeding

Wird ein Baby per Kaiserschnitt geboren, kommt es während der Geburt nicht mit mütterlichen Vaginalkeimen in Kontakt. Es ist bekannt, dass Kaiserschnitt-Babys im Laufe ihres Lebens häufiger unter Allergien, allergischem Asthma, Übergewicht und verschiedenen Autoimmunerkrankungen leiden als Babys, die vaginal auf die Welt gekommen sind.

So wurde von Mikrobiomforschern in den USA vor einigen Jahren die Idee des Vaginal Seeding geboren. Die frisch per Bauchgeburt geschlüpften Babys werden dazu nach der Geburt bereits im OP im Mund, im Gesicht und an den Händchen mit dem Vaginalsekret ihrer Mütter benetzt, um diesen Keimtransfer zu imitieren. Auch einige Kliniken in Deutschland bieten das mittlerweile an. Sollte das aus unterschiedlichen Gründen keine Option sein, ist das BABY FLOR eine Idee, um dies zu ersetzen.

Deine Flora für Dein Baby …

Die Besiedelung mit einem besonders günstigen, physiologischen Keimspektrum, das wir von unserer Mutter weitergegeben bekommen, ist tatsächlich die Wiege unserer Mikrobiota, vermutlich lebenslang. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für unsere Gesundheit und beeinflusst alle nur denkbaren Organsysteme, von der wichtigen Barrierefunktion der Darmschleimhaut bis zur Gut-Brain-Axis.

Schon allein der Magen-Darm-Trakt eines frisch geborenen Babys muss Enormes leisten: Nahrung aufnehmen, sie peristaltisch weiterleiten, verstoffwechseln, wieder ausscheiden. Es dauert etwa 3 Monate, bis sich diese Vorgänge gut eingespielt haben. In dieser Zeit mühen sich viele Babys mit ihrer Verdauung. Das ist in einem gewissen Rahmen normal und auch nicht therapiebedürftig. Sollten aber gewisse Umstände für eine Dysbiose sprechen, kann die gezielte Gabe gewisser probiotischer Stämme dem Baby beim Aufbau einer gesunden, stabilen Darmflora helfen.

Ein präzises Probiotikum für Mama …

Im MAMA FLOR haben wir unterschiedliche Stämme kombiniert, die als  gesunde Signaturkeime in der Vaginalflora vorkommen und die via entern-mammary-pathway auch in der Muttermilch landen.

Bifidobacterium breve
Kommt früh im Babydarm vor und wird über die Geburt und Muttermilch übertragen. Unterstützt die Verdauung komplexer Kohlenhydrate in der Muttermilch (HMOs) und stärkt so die Ausbildung einer gesunden Darmflora beim Neugeborenen. Assoziiert mit weniger Koliken und besserer Barrierefunktion.

Bifidobacterium infantis
Ein Schlüsselkeim der frühen Besiedlung. Besonders effizient in der Verwertung von HMOs aus der Muttermilch – kaum ein anderer Keim kann diese in gleichem Maße nutzen. Fördert eine stabile, probiotische Darmflora beim Baby und moduliert das Immunsystem in Richtung Toleranz.

Bifidobacterium longum
Weit verbreitet im Darm gesunder Mütter und Babys. Unterstützt die Barrierefunktion des Darms und kann entzündliche Prozesse dämpfen. Ein wichtiger Baustein in der Entwicklung des neonatalen Immunsystems, auch mit Blick auf Allergieprävention.

Lactobacillus crispatus
Einer der Leitkeime der gesunden vaginalen Flora. Produziert Milchsäure und Wasserstoffperoxid, was pathogene Keime hemmt. Sein Vorkommen wird mit einem geringeren Risiko für Frühgeburt, bakterieller Vaginose und Infektionen in der Schwangerschaft assoziiert.

Lactobacillus fermentum
Natürlich in der Muttermilch vorhanden. Studien zeigen eine lindernde Wirkung bei Mastitis und schmerzhaften Milchstaus. Unterstützt die Weitergabe gesunder Bakterien an das Kind und reduziert gastrointestinale Infekte in den ersten Lebensmonaten.

Lactobacillus gasseri
Ein häufiger Keim der vaginalen Flora, trägt zur Milchsäurebildung bei und stabilisiert das saure Milieu. Unterstützt die Barrierefunktion gegen pathogene Keime, sowohl in der Scheiden- als auch in der Darmflora.

Lactobacillus plantarum
Ein robuster, vielseitiger Keim, der auch in fermentierten Lebensmitteln vorkommt. Im Darm wirkt er entzündungsmodulierend und unterstützt die Schleimhautbarriere. Für Mutter und Kind kann er eine wichtige Rolle bei der Regulation der Immunantwort spielen.

Lactobacillus reuteri
Einer der am besten erforschten Stämme. Produziert das antimikrobielle Bacteriocin Reuterin, das gegen pathogene Bakterien und Viren wirkt. Kommt in Muttermilch vor, seine Häufigkeit hängt direkt von der mütterlichen Darmflora ab. Unterstützt Verdauung und Immunsystem des Babys.

Lactobacillus rhamnosus
Ein zentraler Keim der vaginalen und intestinalen Flora. Studien zeigen einen positiven Einfluss auf die Inzidenz von Atemwegs- und gastrointestinalen Infekten. Auch im Kontext von Allergieprävention in Schwangerschaft und Stillzeit untersucht.

Lactobacillus salivarius
Typischer Keim der Darmflora gestillter Säuglinge. Kann Wasserstoffperoxid bilden, das als Schutzfaktor für Vaginalflora und Babydarm dient. Fördert eine stabile, gesunde Mikroflora bei Mutter und Kind.

… und fürs Baby.

Das BABY FLOR kombiniert typische Frühbesiedler der kindlichen Säuglingsflora miteinander:

Lactobacillus rhamnosus

Ein wichtiger Keim der gesunden vaginalen Flora, in der Darmflora ist er assoziiert mit einer positiven Wirkung auf das Immunsystem, vor allem die Inzidenz von Atemwegserkrankungen.

Lactobacillus fermentum

Kommt natürlicherweise in der Muttermilch vor. Dieser Keim konnte in einer Studie Beschwerden durch schmerzhafte Milchstaus, ausgelöst durch Staphylokokken, lindern. Babys profitieren von einer probiotischen Gabe und weisen deutlich weniger Magen-Darm-Infekte im ersten Lebenshalbjahr auf.

Lactobacillus reutreri

Eines der bestuntersuchten Keime mit vielfältigen positiven Wirkungen. Auch er kommt natürlicherweise in der Muttermilch vor, deren Menge ist unmittelbar abhängig von der Anzahl im mütterlichen Darm. L. reuteri produziert Reuterin, ein Bacteriozin gegen schädliche Bakterien (etwa Clostridien) und gegen Rotaviren.

Lactobacillus salivarius

Ist der Signatur-Keim der Darmflora von gestillten Babys.

Bifidobacterium infantis

Dieses Bakterium ist ebenfalls als Probiotikum gegen Mastitiden bekannt. L. salivarius ist zudem ein Keim, der Wasserstoffperoxid (H2O2) synthetisiert, ein wichtiges Bakteriozin für die Vaginalflora und auch für die gesunde Babydarm-Barriere und sein Immunsystem.

Wann können Probiotika eine gute Idee sein?

Immer dann, wenn ein gestörtes Gleichgewicht der gesunden Flora vorliegt, kann sie mit gezielten Gaben spezifischer Stämme wieder „aufgeforstet“ werden. Nach Antibioatikagaben ist dies mittlerweile Standard und wird vielfach gleich mutempfohlen. Daneben gibt es typische Themencluster, die einen Blick aufs Mikrobiom werfen lassen:

Mama

  • Alle Themen rund um vorzeitige Wehen oder (drohende) Frühgeburtlichkeit, auch in der Vorgeschichte
  • Wiederkehrende vaginale Infektionen oder Blaseninfekte
  • Infektionen mit B-Streptokokken
  • Nach Antibiotikagabe
  • Bei Brustentzündungen oder wiederkehrende Milchstaus/ Mastitiden, auch in der Vorgeschichte
  • Dosierung: 2 Kapseln täglich, morgens vor dem Frühstück mit viel Wasser einnehmen

Baby

  • Nach einer Bauchgeburt (Geburt mit einem Kaiserschnitt)
  • Nach einer Antibiotikagabe unmittelbar vor oder während der Geburt oder später in der Babyzeit
  • Nach wiederholten Candida-Infektionen in der Schwangerschaft
  • Wenn Dein Baby nicht gestillt wird
  • Ergänzend bei Mund- und/ oder Windelsoor
  • Bei „Dreimonatskoliken“, wenn ein Ungleichgewicht der Darmflora dahintersteckt.
  • Dosierung: 1-2 x tgl. 5-10 Tropfen vor einer Mahlzeit in den Mund tropfen

 

Mama Flor ist ein spezifisches Probiotikum, bestehend aus 10 wertvollen Stämmen verschiedener Bifidusbakterien und Lactobazillen

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Quellen

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Magazin . Das Leben | Familie | Kinderwunsch | Mama | Schwangerschaft

Eine kleine Geburt. Vom Umgang mit dem Unfassbaren.

Es geht heute um frühe Abschiede, wenn also ein Baby sich schon ganz zu Beginn einer Schwangerschaft verabschiedet. Zu einem Zeitpunkt, in dem das Schwangeren noch ganz zart, fragil und oft auch ein Geheimnis ist. Für die betroffenen Frauen ist es oft ein Fall ins Bodenlose. Fehlgeburten also.

Die meisten Fehlgeburten, die ich lieber Kleine Geburten nenne, ereignen sich im Rahmen einer so genannten Verhaltenden Fehlgeburt, medizinisch: die missed abortion.

VON Kareen Dannhauer

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Sie macht sich erst mal nicht an bestimmten äußerlichen Symptomen bemerkbar. Oft wird nur zufällig bei der zweiten oder dritten Vorsorgeuntersuchung entdeckt, dass das Baby nicht mehr gewachsen und keine Herzaktion mehr nachweisbar ist. Eine Blutung fehlt also zunächst. Diese Diagnose ist immer ein Schock und eine emotionale Katastrophe. Dein Baby ist gegangen, einfach so.

Auch in meinem Buch war mir dieses Thema ein wichtiges Anliegen, denn der weitere Umgang damit ist in Deutschland noch weitgehend, mit Verlaub, hinter dem Mond. Noch immer ist es vielerorts medizinische Routine, die Frauen sofort für eine Curettage, eine Ausschabung also (warum nur gibt es in der Frauenheilkunde so viele verletzende, schmerzhafte Worte?). Und, ein weiterer Punkt, an den man vielleicht gar nicht so denkt: Fehlgeburten sind häufig. Etwa 20 % aller Frauen sind irgendwann in ihrem Leben davon betroffen.

Und natürlich ist das in den alleeseltensten Fällen notwendig (unten findest Du weitere und konkrete Zahlen, wir reden hier von weit über 90 %) und auf vielen nur denkbaren Ebenen eine weitere Verletzung der weiblichen Integrität.

Ich war sehr berührt über die Resonanz, die man erfährt, wenn man beginnt, darüber zu sprechen. Ein trauriges und schmerzendes Tabu irgendwie.

Meiner Freundin, der wunderbaren Okka Rohd, habe ich für Ihr Blog SLOMO gerade ein Interview gegeben, danke Okka, dass Du diesem Thema so feinfühlig und interessiert Beachtung und Verbreitung einräumst!

Ihr findest den Artikel hier.

Was du jetzt tun kannst:

  • Erst mal gar nichts. Außer realisieren, was da geschehen ist. Zunächst stehst du unter Schock und machst von nun an – in sehr individuellem Tempo – alle Phasen der notwendigen Trauerarbeit durch. Bodenlose Verzweiflung, Trauer, Wut und natürlich auch die große Frage nach dem »Warum?« stürzen dich in eine emotionale Achterbahn. Von jetzt auf gleich ist alles anders.
  • Ein winziger Hoffnungsfunken: Manche Babys wachsen auch zu Beginn einer Schwangerschaft sehr unorthodox. Von den gültigen Normwerten ist das zu halten, was immer von ihnen zu halten ist: Es ist die Mittellinie durch alle Ausreißer. Untersuchungen zeigen, dass ein abwartendes Verhalten auch bei leeren Fruchthöhlen und Babys ohne Herzschlag durchaus Sinn macht. Manche Babys scheinen zu einer ganz frühen Zeit in ihrem Wachstum und sogar mit ihrem Herzschlag auch so etwas wie in Winterschlaf zu fallen. Es spricht überhaupt nichts dagegen, etwa zwei Wochen lang zu warten, um dann noch einmal zu schauen. Ich habe schon einige Babys im Wochenbett betreut, deren Müttern gesagt wurde: »Das wird nix, da sehe ich nichts. Da müssen wir eine Ausschabung machen.« Hänge nicht alles daran, aber überstürze eben auch nichts. Eine oder zwei Wochen lang abzuwarten und dann noch mal zu schauen – auch hier: nicht alle zwei Tage, weil du sonst innerlich durchdrehst – kann in jedem Fall eine Option sein.
  • Wenn es doch so ist, dass dein Baby gegangen ist: Verarbeiten ist ein Prozess. Körper und Seele brauchen ihre Zeit. Deshalb ist es hilfreich, nichts zu überstürzen und in Aktionismus auszubrechen. Bis vor wenigen Jahren war es noch üblich – und in einigen Regionen ist es das bis heute –, den Frauen direkt nach der Diagnose, dass das Baby nicht mehr lebt, einen Überweisungsschein für die Klinik zur Ausschabung in die Hand zu drücken, wo sie sich spätestens am folgenden Tag auf dem OP-Tisch wiederfanden. Das ist weder notwendig noch ratsam. Für jede weitere Schwangerschaft ist es gut, die Gebärmutter wirklich in Ruhe zu lassen und sie keinem Verletzungsrisiko auszusetzen. Sie kann das alleine! Du kannst alternativ eine natürliche »Kleine Geburt« einfach zu Hause abwarten. Das kann allerdings dauern, manchmal nur einige Tage, manchmal auch (wenige) Wochen. Nur in ganz seltenen Fällen ist letztlich eine Curettage nötig! In vielen anderen europäischen Ländern, etwa Skandinavien, der Schweiz oder den Benelux-Ländern, ist dieses Vorgehen mittlerweile absolut üblich.
  • Überlege zumindest, ob das eine Option für dich ist. Es ist verständlich, dass du erst mal innerlich die Flucht ergreifst und einfach nur in Narkose versetzt werden möchtest, in der Hoffnung, das könne auch deine unendliche Verzweiflung betäuben.
  • Ein totes, winziges Baby in deinem Bauch – und einfach so abwarten? Manchmal ist das eine etwas unheimliche Vorstellung. Andersherum gedacht: Dort bei dir ist es noch ganz sicher und geborgen. Ganz sicher entwickelst du jedenfalls keine »Vergiftungs«- oder Sepsis-Symptome, zu deren Vermeidung du eilig etwas tun müsstest. Ganz im Ernst und ganz sicher: Es ist nicht gefährlich, einfach abzuwarten!
  • Eine weitere Möglichkeit ohne langes Warten, welches manchen Frauen als zu große Herausforderung erscheint, und ohne eine Curettage ist die Gabe eines Medikaments, das recht zuverlässig eine natürliche »Kleine Geburt« auslöst, dazu findest du mehr unten!
  • Suche dir eine Hebamme, die Fehlgeburten zu Hause begleitet. Sie unterstützt dich in diesem ganzen Prozess, körperlich, aber auch in deiner Trauer, mit allen deinen Fragen. Falls es nötig ist, gibt es auch verschiedene Möglichkeiten der naturheilkundlichen Unterstützung, die deine Hebamme anwenden kann. Auch diese Hebammenbegleitung wird von deiner Krankenkasse übernommen.
  • Ausnahmslos alle Frauen, die ich mit einer Fehlgeburt zu Hause begleitet habe, waren sehr glücklich und dankbar, einen Weg gegangen zu sein, der damit Bestandteil des »Lebens im Fluss« und der eigenen körperlichen Kompetenz war, der keine (chirurgischen) Maßnahmen unter Narkose gebraucht hat.

Wenn du gern auf eine Ausschabung verzichten möchtest, ist das Wichtigste, dass dir vorher klar ist, dass es Warten bedeutet, und dass das nicht immer leicht ist. Es kann wirklich dauern! Nimm dir diese Zeit zum Abschied nehmen, zum Weinen, für die Leere, die erst mal leer bleibt – für all das. Ich empfehle den Frauen immer als Erstes, einmal den Zyklus aus der Vor-schwanger-Zeit nachzurechnen. Oft verabschieden sich die Kinder zu einem Zeitpunkt, an dem du normalerweise deine Menstruation bekommen hättest, und auch begleitende Maßnahmen (siehe gleich unten) sind zu diesem Zeitpunkt besonders sinnvoll, weil dann die Gebärmutter offenbar auf mehr Aktivität eingestellt ist. Rechne also damit, dass es eher zwei bis drei Wochen dauert, bis dein Körper das Baby hergeben möchte, als zwei bis drei Tage.

Das Warten kann zäh sein, traurig, leer und lang. Und es ist eine Herausforderung, deinen Alltag mit diesem Geschehen in dir zu verbinden. Manchmal wirst du das Gefühl haben, nichts ließe sich jetzt damit vereinbaren. Wie sollst du weitermachen, als sei nichts geschehen, arbeiten, einkaufen, Kindergarten-Elternabend, Geburtstag einer Freundin? Und dabei darauf zu warten, dass du dein Baby endgültig verlierst? Manchmal tut es auch gut, sich mit diesen alltäglichen Dingen abzulenken. Die Sorge, es könnte jederzeit ohne Vorwarnung losgehen, du also unvermittelt zu bluten beginnst, ist fast immer unbegründet.

Im Nachhinein wird sich diese Zeit, die du dir genommen hast und die Wichtigkeit, die du damit diesem Kind, das ab jetzt für immer Teil deiner Biografie (und auch für immer dein Kind) sein wird, eingeräumt hast, für dich friedlich, gut und richtig anfühlen. Es ist manchmal ein notwendiger Weg, und manche Schritte, die wir im Leben zu gehen haben, lassen sich nicht abkürzen.

Dein Baby loslassen

Spüre achtsam nach, wie viel Zeit du euch geben möchtest und kannst, bis dein Baby sich von dir verabschieden kann und du dich von ihm. In Absprache mit deiner Hebamme kannst du ergänzend folgende Maßnahmen erwägen, ich habe hier nur die verkürzte Version aus dem Buch dringelassen. Einfach um unkundiges Anwenden in verantwortungsvolle Hände zu geben. Suche Dir Unterstützung!

Naturheilkundliche Maßnahmen, um dein Baby loszulassen:

  • Hirtentäschel-Urtinktur
  • Alternativ oder ergänzend: Hirtentäscheltee
  • Ein gebärmutteranregendes Massageöl für deinen Bauch ist das Ut-Öl (Ingeborg Stadelmann). Massiere damit sanft deinen Bauch über dem Schambein. Es kann sein, dass diese Berührung deiner Gebärmutter, in dem dein Kind noch weich eingebettet ist, sehr emotional und berührend für dich ist. Nimm dir Zeit für alles, was da kommt, auch alle Tränen, die geweint werden wollen.
  • Rainfarntinktur
  • Vitamin C hochdosiert, 6 Gramm (etwa ein TL voll) gut über den Tag verteilt. In dieser Dosierung regt Vitamin C die Gebärmutteraktivität an. Achtung, die Darm-Peristaltik ebenfalls: Diese Dosis kann Durchfall auslösen. Am besten als Ascorbinsäure-Pulver, in einer dunklen Glasflasche aufgelöst, über den Tag verteilt trinken. Wenn dir das zu sauer ist, sind retardierte Kapseln eine Alternative.
  • Homöopathie:Klassische Homöopathie kann ein ganz wunderbarer unterstützender Weg sein, das geht aber nicht hier auf dem schnellen Weg. Deine kundige Hebamme oder Heilpraktikerin kann Dich da gut begleiten.
  • Senfmehlfußbäder wirken intensiv anregend und ausleitend: 2 EL Senfmehl (aus der Apotheke) in einen großen Eimer geben (gut ist es, wenn die halbe Wade mit hineinpasst), lauwarmes Wasser dazu geben. 10 bis 15 Minuten Füße baden, dabei ruhig nach und nach heißeres Wasser dazulaufen lassen (ansteigendes Fußbad). Wahrscheinlich werden deine Füße richtig warm, manchmal brizzelt es auch etwas. Danach ist die Haut wahrscheinlich leicht gerötet und brennt etwas, das ist normal. Creme oder öle die Füße gut ein, ziehe dir warme Socken an und lege dich zum Nachruhen ins Bett.

Schulmedizin: Ohne Curettage

Es gibt natürlich auch einen schulmedizinischen Weg, der ist in Deutschland aber eben noch nicht so bekannt. Dies wird sich in den nächsten Jahren ändern, weil die Zahlen dazu aus den Ländern (etwa Skandinavien, Benelux, Schweiz), in denen dies Verfahren mittlerweile ganz und gar üblich ist, einfach so bestechend gut sind. Einige Frauenärzte, und auch Kliniken, verordnen mittlerweile auch recht großzügig das Medikament Misoprostol (Cytotec®), welches im Off-label-Verfahren sowohl für eine Geburtseinleitung bei Terminüberschreitung, als auch bei einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch verwendet wird. Dieses Medikament ist verschreibungspflichtig und löst bei einer missed abortion recht zuverlässig eine Fehlgeburt aus. Auch das kann also eine Option sein, wenn du nicht (weiter) warten kannst oder möchtest, aber dennoch am liebsten um eine Curettage herumkämest. Diese Tabletten werden vaginal angewandt, und es braucht eine valide Dosis: In den Studien dazu kommt es nach der vaginalen Gabe von 800 μg Misoprostol bei 90,6 Prozent, nach 600 μg bei 87,8 Prozent aller Frauen (das sind meistens 3 bis 4 Tabletten à 200 μg) zu einer vollständigen Fehlgeburt, die keiner weiteren Behandlung bedarf. Oftmals folgt das In-Gang-Kommen der »Kleinen Geburt« mit Blutungen und wehenartigen Schmerzen wenige Stunden später.

Wichtig ist hier, dass die Dosis auch stimmt. Manche Frauenärzte „trauen“ sich offenbar noch nicht so recht an diese noch neue und zudem Off-Label-Anwendung heran. Aber nur halbherzig einzelne Tabletten zu verteilen, bringt dann meistens original gar nichts.

Nur gehört eine solche medikamentös unterstützte Fehlgeburt auch in gute Begleitung, die der Frauenarzt im Praxisbetrieb oft nicht so gut übernehmen kann. Es ist nämlich wirklich eine Kleine Geburt, viel mehr das als eine verstärkte Menstruation! Viele Frauen unterschätzen den Umfang der Blutung, erschrick nicht darüber. Es ist gut möglich, dass mehrere Handvoll Blut mit Gewebsanteilen aus dir herauskommen, gar nicht selten löst sich auch die etwa walnussgroße Fruchthöhle und kommt gänzlich intakt aus dir heraus. Umso wichtiger ist deshalb auch hier Hebammenbegleitung in den Tagen drum herum; du selbst kannst und sollst nicht beurteilen, ob das alles richtig so ist.

Was passiert bei einer natürlichen Fehlgeburt

Die meisten Frauen beginnen zuerst stärker zu bluten und bekommen dann wehenartige Schmerzen, die sich – wenn du noch keine Babys geboren hast – ungefähr anfühlen, wie intensive Regelschmerzen. Es ist absolut in Ordnung, dabei Schmerzmittel zu nehmen. Bei einer Einleitung mit Cytotec® lasse ich meinen Frauen Ibuprofen 600 und Buscopan® da, die sie einfach nach Gefühl nehmen können oder auch gleich zusammen mit dem Cytotec®. Auch ein Tee aus Gänsefingerkraut kann helfen, Schmerzen zu lindern. Die Kräuterexpertin Margret Madejsky empfiehlt, das Kraut in Milch gesotten zuzubereiten: Nimm dazu 1–2 EL auf einen Viertelliter Milch und lasse alles zusammen 5–10 Minuten köcheln.

Am einfachsten ist es, wenn deine Frauenärztin dir Cytotec mitgibt, sodass du es zu Hause, an einem guten Ort, zu einem Zeitpunkt, den du selbst bestimmst, anwenden kannst. Wichtig ist, dass du nicht allein bist! Dein Mann kann bei dir sein und/oder eine Freundin. Und mit etwas Glück ist auch deine Hebamme in Rufnähe. Sorge für eine gute, gemütliche und geschützte Umgebung. Mach das Handy aus. Dein Mann wird vermutlich froh sein, irgendetwas tun zu können, vielleicht macht er dir Schnittchen und eine Wärmflasche. Ihr betrauert gemeinsam einen großen Verlust.

Von der Cytotec®-Gabe bis zum In-Gang-Kommen der Fehlgeburt dauert es meist eine bis vier Stunden. Viele Frauen unterschätzen den Umfang der Blutung – erschrick nicht darüber. Es ist gut möglich, dass mehrere Handvoll Blut mit Gewebsanteilen aus dir herauskommen. Manchen Frauen wird auch etwas übel und sie müssen sich übergeben. Gar nicht selten löst sich dann auch die etwa walnussgroße Fruchthöhle und kommt gänzlich intakt mit dem kleinen Embryo aus dir heraus. Manche Frauen wollen das Baby achtsam auffangen (zum Beispiel irgendwie absurd trivial mit einem Küchensieb) und vielleicht im Garten verbuddeln. Achte also darauf, wenn du auf die Toilette gehst: Es kann gut sein, dass es dort aus dir herausflutscht.

Hebammenbegleitung ist dabei und auch in den Tagen drum herum enorm wichtig und hilfreich. Allein bist du auf allen Ebenen damit ver- mutlich vollkommen überfordert. Du selbst kannst und sollst nicht be- urteilen, ob das alles so richtig abläuft. In seltenen Fällen kann eine Blutung auch mal so kräftig sein, dass du dich lieber in ein Krankenhaus fahren lässt. Verbluten wirst du aber ganz sicher nicht!

Curettage

Auch wenn es sich in den Abschnitten zuletzt vorwiegend darum drehte, wie du eine Ausschabung vermeiden kannst, ist eine solche natürlich nicht das Ende der Welt, obwohl sich vielleicht alles in dir gerade sowieso so anfühlt. Wenn alles Warten nicht zu einer spontanen (oder nicht zu einer vollständigen) »Kleinen Geburt« geführt hat, oder wenn das für dich kein denkbarer Weg war, ist eine Curettage in der Gynäkologie ein Routineeingriff, der nur wenige Minuten dauert. In vielen größeren gynäkologischen Praxen wird dieser Eingriff ambulant durchgeführt. Du bekommst dazu eine Narkose (eine kurze, angenehme, fast immer mit Propofol, einem intravenös verabreichten Narkosemittel) und kannst kurz darauf nach Hause gehen.

Nach einer Fehlgeburt

  • Nach einer Fehlgeburt blutet es meist noch einige Tage lang leicht, etwa wie bei einer Menstruation. Einige Frauen haben noch einige Zeit – bis zu wenige Wochen lang – eine leichte Schmierblutung. Wenn du dazu etwas Unterstützendes unternehmen möchtest, kann → Frauenmanteltee oder → Nest-Tee eine gute Idee sein. Oft stellt sich dein Menstruationszyklus auch bald darauf wieder ein.
  • Einige Frauen wollen am liebsten sofort wieder schwanger werden, andere brauchen etwas mehr Zeit. Aus meiner Erfahrung sind alle Empfehlungen zu den Pausen, die eingehalten werden sollten (sofort? Erst nach drei Zyklen?) nicht besonders hilfreich, das sagt auch die aktuelle Studienlage. Du wirst schwanger, wenn es wieder so sein soll, und auch dein Körper wieder bereit dazu ist. Der Verlust wird dich auf emotionaler Ebene sicher noch einige Zeit begleiten. Von einem Moment auf den anderen hat sich deine Lebensperspektive total verändert: Auch wenn dein Baby noch winzig klein war, war es eben doch schon ganz da. Mit allen Bildern, die du dazu im Kopf hattest: Du im nächsten Frühling mit Kinderwagen herumspazierend. Es gab schon einen ausgerechneten Entbindungstermin. Du hast schon mal verstohlen bei H&M in der Umstandsabteilung geguckt. Deine Eltern haben schon in überbordender Vorfreude das Familienbabybettchen vom Dachboden geholt. Alle diese kleinen und großen Dinge.
  • Neben allem, was nun so unendlich traurig ist, ist auch das plötzliche Zuschlagen des Schicksals etwas, mit dem wir oft nicht rechnen. Das wirft uns aus unserer vermeintlich so sicheren Welt und nimmt uns etwas von dem Selbstverständlichen, vielleicht auch von dem naiv-romantischen Gefühl, dass immer alles gut geht. Es ist vielleicht im Moment nicht besonders tröstlich, aber auch glücklose Schwangerschaften sind in unserer Frauen-Fruchtbarkeitsbiografie etwas Normales, etwas das geschieht, und auch etwas, dass nicht grundsätzlich die Frage »Können wir jemals ein gesundes Baby bekommen?« verneint – auch wenn es sich jetzt gerade erstmal so anfühlt.
  • Männer und Frauen trauern möglicherweise unterschiedlich, vielleicht hast du das Gefühl, dein Mann könne schon viel schneller zu etwas wie Alltag zurückkehren und fühlst dich unverstanden.
  • Auch in deinem Umfeld warten manchmal Momente, in denen du still leidest und einfach unfassbar traurig bist. Vielleicht verkündet eine Freundin kurz darauf ihre Schwangerschaft – oder traut sich kaum, weil sie auch deine Geschichte mit dir geteilt hat – und du freust dich für sie, natürlich, aber …
  • Rechne damit, dass es Zeit braucht. Eine kleine Narbe auf deiner Seele wird bleiben. Und ein kleiner Platz in deinem Herzen für dieses Kind auch.

Rockel-Loenhoff, Anna, Die Embryogenese im ersten Trimenon: Hebammenarbeit im Wissen um die Entwicklungsphasen, DHZ 2/2012.

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Magazin . Das Leben | Familie | Mama | Wochenbett

Mama hat das nicht mehr auf dem Zettel!

Eigentlich war der Plan anders: Du und dein Mann, ihr wolltet euch alles 50:50 aufteilen. Doch seit das Baby da ist, platzt dir vor lauter To-dos fast der Kopf – und zwar nur dir. Mental Load heißen die vielen Aufgaben, die (meist) Mama gedanklich jongliert. Warum es Zeit ist, dass Papa auch davon die Hälfte übernimmt. Und er dafür sicher nicht gelobt wird, nein!

VON Kareen Dannhauer

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Mental Load ist eine neuere Vokabel, die dir vermutlich erst rund um die Geburt deines ersten Kindes über den Weg läuft. Vielleicht auch erst dann, wenn ihr schon in diese Falle hineingetappt seid, wenn du mitbekommst, dass für deine manchmal am Mutterglück nagende Unzufriedenheit bereits ein Wort gefunden wurde.

Was bedeutet Mental Load?

Dem Kind die Fußnägel schneiden. Wissen, wie gelbe Babykacke-Flecken aus Wolle-Seide-Bodys rausgehen. Das Ins-Bett-geh-Ritual einläuten. Überlegen, was morgen gekocht wird: In ungefähr 80 % der Familien machen das die Mütter, ohne, dass es irgendjemandem auffällt (außer den Müttern, vielleicht aber noch nicht mal denen).

Mental Load meint die Summe aus all diesen alltäglichen »Kleinigkeiten«, die wenig gesehen werden und kaum Wertschätzung erfahren, die aber irgendwie erledigt werden müssen. Es sind die 137 Tasks, die wir gleichzeitig offen haben und die einen stetigen Parallelhandlungsstrang bilden. Bei der größten Suchmaschine der Welt erzielt Mental Load mittlerweile dreistellige Millionenergebnisse.

Mental Load dürfte damit gleichzeitig diejenige Wortneuschöpfung sein, die beim Thema Kinderkriegen die höchste soziale Sprengkraft mitbringt. Sie rüttelt an Grundfesten, daran, wie wir bewusst und unbewusst sozialisiert worden sind. Wir sind die erste Generation, der immer »you can have it all« (meint zum Beispiel, klaro, Karriere und Kinder) versprochen wurde und die zumindest theoretisch mit einem Ideal von Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen aufgewachsen ist. Gleichzeitig wundern wir uns permanent, warum wir das alles irgendwie doch nicht so einfach unter diesen einen Hut bekommen.

Mütter, die an Väter delegieren müssen: Auch das ist Mental Load

Die Perspektive ist dabei eher die weibliche: Die Frau ist primär zuständig in diesen »Familie-und-Gedöns-Dingen« und delegiert (auch das: Mental Load) gewisse Teilaufgaben an den Mann. Das entspringt nicht den steilen Thesen irgendwelcher durchgeknallten Feministinnen, sondern basiert auf Zahlen: Frauen leisten in heterosexuellen Partnerschaften nach der Geburt eines gemeinsamen Kindes 52 Prozent mehr an Haushaltsarbeit, neudeutsch »Care-Arbeit« genannt.

Später mündet das in einen proportional zur Kinderzeit sich öffnenden Gender-Pay-Gap, in die Teilzeitfalle, die Altersarmut – all diese unattraktiven Dinge, die gefühlt so unendlich weit weg sind von der eigenen Realität. Erstaunlicherweise scheinen wir emanzipierten Millennials, Männer wie Frauen, nämlich das Ideal einer 50:50-Aufteilung nicht in die Realität umzusetzen, während wir so gern daran glauben, wir täten es.

„Aber Schatz, warum hast du denn nichts gesagt?“

Paare mit gemeinsamen Kindern, die sich trennen, tun dies heutzutage in einem hohen Maße, weil sie die gemeinsame Idee von Lebensgestaltung nicht auf die Reihe bekommen, weniger, weil sie sich fremdverlieben. Weil die als ungerecht verteilt empfundene Dauerbelastung die gemeinsame Idee von „Miteinander-Familie-Leben“ aushöhlen kann.

Ein weiteres zentrales Kennzeichen von Mental Load ist die höchst unterschiedliche Wahrnehmung derer, die darin gefangen sind. Exemplarisch heißt die wohl bekannteste Episode in dem 2018 erschienenen Comic der französischen Bloggerin Emma The Mental Load: „You should have asked!“ – „Aber Schatz, warum hast du denn nichts gesagt!“

Entlarvende Sätze für Mental Load

  • Dein Mann hilft aber super im Haushalt! (Nein, er wohnt hier.)
  • Hat dein Mann heute Kinderdienst? (Na ja, er ist der Vater …)
  • Nimmt dein Mann auch die vollen beiden Monate Elternzeit?
    (Es gibt keine „zwei Vätermonate“.)
  • Finde ich toll, wie dein Mann dir den Rücken frei hält! (Ähm …)

Und Maternal gatekeeping?

Manchmal wird im Kontext von Mental Load der Begriff des Maternal gatekeeping angeführt, nämlich dann, wenn vermeintliche Gründe für die ungleiche Lastenverteilung gesucht werden: Es wird argumentiert, dass die Mütter all die Baby- und Kinderaufgaben an sich rissen und ihren Männern, den Vätern, keinen Fußbreit im ihrem Hoheitsterritorium ließen.

Sie behandelten ihre Männer so, als seien diese ein wenig doof. Als würden die Kinder verhungern und erfrieren, wenn sie bei einem zweistündigen Ausflug nicht mit langen Listen, wollseidenen Schals und einer Tupperdose mit geschnitztem Bio-Obst ausgerüstet seien. Nichts kann man den Müttern recht machen!

Gefangen zwischen Resignation und Papa-will-gelobt-werden

Den Frauen wird mit diesem Argument nun also vorgehalten, dafür zuständig zu sein, ihrem Mann die Vaterrolle angenehm zu gestalten. Sie mögen ihn dazu bitte regelmäßig und ausgiebig loben, dass eine Windel gewechselt wurde, damit er bei der Stange bleibt. Selbst das Bundesfamilienministerium schlägt das in einer seiner Beratungsbroschüren ernsthaft vor.

Junge Mütter, die sich nun im Leben mit Kindern in der Dauerrolle als motzende Xanthippe wiederfinden, erleben das Abrutschen in die Mental-Load-Falle hingegen eher als Resignation: Bevor ich zum dritten Mal erkläre, in welchem Bioladen die glutenfreien Kekse für die Schwägerin, die am Wochenende zu Besuch kommt, zu finden sind, bei welcher Gradzahl die Wollwalkanzüge gewaschen werden müssen oder wie noch mal der Kinderosteopath heißt, bei dem man lange in der Telefonwarteschleife hängt, um den ersehnten Termin zu bekommen – macht man es doch schnell lieber selbst. Und hin und wieder knallt es dann, und niemand versteht, »was denn plötzlich mit Mutti los ist«.

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