Der Podcast zum Thema

Passend dazu: Eine ganze Podcastfolge lang unterhalten Sissi und ich uns im Hebammensalon zum Thema “Nahrungsergänzungsmittel: Welche und wenn ja, wie viele – Von A wie Vitamin A bis Z wie Zink ist alles dabei”

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Du bist schwanger und ernährst Dich wahrscheinlich so gesund, wie es Dein Verstand und Deine Schwangerschaftsgelüste erlauben. Aber was ist eigentlich “gesund”? Und braucht man wirklich Nahrungsergänzungsmittel – und wenn ja, welche Vitalstoffe sind besonders wichtig und worauf sollte ich achten?Ganz ausführlich schreibe ich darüber im Ernährungsteil von GUTER HOFFNUNG auf ungefähr 40 Buchseiten, über alle Special Interests zum Thema “Anti-Aging für meine Eizellen” im Kontext Kinderwunsch ganz ausführlich in meinem Buch SCHWANGER WERDEN.

Dies ist also der Versuch, das Thema erstmal kurz auf das Wesentliche zusammengefasst darzustellen.

// Dieser Artikel enthält konkrete Nennungen von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) und Links, wo diese zu erwerben sind. Hier und da sind das auch amazon-Links (affiliate), weil es die einzige Plattform ist, wo Du alle dieser NEM auch bekommst. Es ist einigermaßen mühsam und Du bezahlst deutlich mehr Porto, wenn Du Dir diese Produkte einzeln zusammensuchst, aber natürlich kannst Du dies viel lieber zugunsten kleiner, sympathischer Online-Shops auch tun! Ich nenne also konkrete Produktnamen, um es Dir einfach zu machen. Auf der Nährstoffdichte und der Bioverfügbarkeit lag dabei das Hauptaugenmerk. Hier und da ist auch die Tatsache, dass die NEM aus Deutschland versandt werden und nicht im Zoll hängen bleiben auch ein Grund für die Nennung in diesem Artikel. Der NEM-Markt ist einigermaßen unübersichtlich, es gibt immer zig Alternativen und wöchentlich kommen neue hinzu. Bei der Nennung der Produktnamen war auch Preis/ Leistung ein Kriterium, bei besonders hoher Qualität (die manchmal den Preis teurer Produkte rechtfertigt) steht auch das dabei. Schickt mir gern Eure Tipps, so Ihr welche habt, bei der Fülle ist es auch für mich unmöglich, einen Komplettüberblick zu behalten.//

Woran Du ein gutes NEM erkennst, findest Du in diesem Blogartikel hier

//Ein Disclaimer gleich vorab: Diverse Fachgesellschaften empfehlen außer Folsäure und Jod keine Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft. Aus verschiedenen Gründen meiner langjährigen Erfahrung tue ich das dennoch, mit Augenmaß und Blick auf die individuelle Situation. Ich ermuntere Dich ausdrücklich zu einem eigenverantwortlichen und kritischen Blick auf die Dinge. NEM “als Pille” sind allerdings nicht deshalb böse, weil sie eine Pille sind. Manchmal ist es schlicht einfacher, kritische Vitalstoffe gezielt zu ergänzen, als die vielen einzelnen Vitalstoffe über eine konsequente und sehr bewusste Ernährung aufzunehmen. NEM ersetzen  eine solche gesunde und ausgewogene Ernährung eben nicht und können sie nur ergänzen. Frage im Zweifel und sowieso Deinen Arzt oder Deine Hebamme um Rat.//

Dies hier soll also eine übersichtliche Liste sein, in der ich nicht ausführlich auf die Funktion der einzelnen Stoffe eingehe. Also Checklistenstyle ohne viel kompliziert (obwohl es das in Wirklichkeit natürlich ist).

Gute Nahrungsergänzung ist nicht billig, gutes Essen aber auch nicht. Je nach Situation, Lebensstil und gesundheitlichen “Baustellen” kannst Du locker mit insgesamt 2-4 Euro pro Tagesdosis rechnen, wenn Du unterschiedliche NEM – etwa beim unerfüllten Kinderwunsch sind es unterschiedliche – etwa in Deinem eigenen, individuell zusammengestellten “Baukasten” in wirklich guter Qualität nehmen möchtest. Wenn Du das nicht willst oder kannst, oder es Dir zu kompliziert ist, ist vielleicht erst mal ein schlankes, ausgewogenes Multivitaminpräparat etwas für Dich, dazu unten mehr.

Folsäure

Die Substitution von Folsäure wird in der Schwangerschaft von allen relevanten Fachgesellschaften empfohlen, warum das so ist, habe ich hier geschrieben. Ich empfehle eher, perikonzeptionell (vor dem Schwangerwerden und in den acht Wochen danach) eine ordentlich Dosis zu nehmen, nämlich 800 mcg, danach genügt das, was Du über eine gesunde, ausgewogene Nahrung natürlich zu Dir nimmst, evtl. zusammen mit der Dosis in Deinem Multi-Präparat.

In vielen Schwangerschaftspräparaten sind auch diese 800 mcg enthalten, allerdings oft nicht in der bioaktiven Form 5-MethylTHF. Mein eigenes MAMA MULTI enthält das natürlich (neben vielen anderen sinnvollen Sachen, die ein gutes Multi auszeichnen). Dann brauchst Du keine zusätzliche Folsäure.

Solltest Du aus irgendwelchen Gründen kein Multi-Präparat einnehmen, sind gute Solopräparate diese hier:

Life Extension bio-active Folsäure

Nuvi Health Folat 800 mcg


Mama Multi

Das Mama-Multi ist ein Multivitamin- und Spurenelement-Präparat, das als tägliche Basis-Versorgung in diesen so besonderen Lebensphasen dient. Die Kapseln mit Vitaminen und Mineralstoffen sind optimal auf die Zeit des Kinderwunsches, der Schwangerschaft und der Stillzeit abgestimmt.

29,90€

Vitamine und Spurenelemente

90 Kapseln (33.22 € / 100 Kapseln)

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Jod

Einige Nährstoffe kann man gut über ihr natürliches Vorkommen, also in Nahrungsmitteln zu sich nehmen. Bei einigen Vitalstoffen ist das schwieriger, bei anderen leichter. “Superfood” nennt man Nahrungsmittel, die ganz naturgemäß besonders dicht bepackt sind mit Nährstoffen. Bei Jod ist das verhältnismäßig einfach: jodhaltige Algen sind ein tolles Jod-Superfood. Jod ist besonders wichtig für deine Schilddrüse, eines der zentralen endokrinen Organe. Eine Miso-Suppe mit ordentlich Algen drin, 1-2 mal die Woche, würde zum Beispiel vollkommen ausreichen, um Deinen Jodbedarf zu decken. Wenn Du die eher alle zwei Monate mal isst, rede Dir das nicht mit “Miso-Suppe esse ich ja auch voll regelmäßig” schön.

Kelp ist eine besonders jodhaltige Algensorte, das passende Extrakt gibts auch convenient als Pille zu kaufen.

Diese hier gibt es als Kapseln und auch als Pulver (zB zum Drüberstreuen in Suppen, Salat und Co):

terra elements Kelp Kapseln

Omega 3

Omega 3 ist eines der Super-Super-Stoffe, für und gegen alles. Im Ernst: In der Schwangerschaft ist diese ungesättigte Fettsäure besonders wichtig für die sich rasant entwickelndes Nerven- und Gehirnzellen Deines Babys. Aber natürlich auch für Dich: Eine Unterversorgung mit Omega 3 geht unter anderem mit statistisch mit erhöhten Inzidenzen für Frühgeburtlichkeit, Fehlgeburten, Präeklampsie (früher. Gestose) und Schwangerschafts- und Wochenbettdepressionen einher.

Eine gut bioverfügbare Quelle sind tierische Produkte aus der Kälte, etwa Kaltwasserfische wie Lachs oder Hering. Aber auch die muss man regelmäßig essen, fürs Omega 3 heißt das: 3 mal pro Woche eine Portion. Macht außerhalb Skandinaviens niemand, also solltest Du ergänzen, ungefähr 2-3 g DHA/ EPA pro Tag ist eine gute Dosis, bei Indikationen (etwa oben genannten individuellen Themen) das Doppelte.

Die vegetarische oder vegane Quelle ist Algenöl, Leinöl wegen der Umwandlung aus ALA  wegen der schlechteren Bioverfügbarkeit allerdings nicht wirklich, Du müsstest davon  etwa 60 ml zu Dir nehmen, pro Tag, jeden Tag.

Omega 3 aus Lachsöl sollte unbedingt schwermetallkontrolliert sein. Die vegane Alternative aus Algenöl, flüssig, ist zum Beispiel diese hier: PRO OMEGA ULTRA VON TISSO

Vitamin D

Vitamin D ist das einzige Vitamin, dessen Zufuhr über die Nahrung gar keine Rolle spielt, es sei denn, Waltran steht auf Deinem Speiseplan. Vitamin D wird über die Sonnenbestrahlung direkt in der Haut gebildet. Im Frühling, Herbst und Winter – also hierzulande von Oktober bis April – ist der Einstrahlwinkel der Sonne durch die schräge Erdachse so, dass es physikalisch schlicht unmöglich ist, Vitamin D über die Sonne zu synthetisieren. Du solltest Vitamin D also ergänzen, wenn Du Deine Reserven nicht im Winterurlaub in Äquatornähe auffrischt.

Nach einer Untersuchung des Institutes für Ernährungswissenschaften an der Uni Gießen hatten 98 Prozent aller Schwangeren einen Vitamin-D-Spiegel, der im Mangel- oder Unterversorgungsbereich anzusiedeln ist. Auch im Sommer lagen 50 Prozent aller untersuchten Frauen noch darunter (das liegt an flächendeckender Sonnencreme. Ab Faktor 8 ist Schluss mit Vitamin-D-Bildung) .

In der Schwangerschaft ist Dein Vitamin-D-Bedarf erhöht. Die gängigen “Experten” sind sich beim Vitamin D etwas uneins: Während die DGE 800 IE für ausreichend hält, zweifeln verschiedene Experten (u. a. Prof. Kunz am Institut für Ernährungswissenschaften Gießen, aber auch international, wie etwa die Vitamin-Task-Force der Endocrine Society) dies explit an. Das Institute of Medicine (IOM) gibt als unbedenkliche Obergrenze eine Tagesdosis von 4.000 IE pro Tag an, Embryotox, die von der Pharmaindustrie unabhängige Datenbank, nennt etwa 3.000 IE als sichere Dosis, die »Arbeitsgemeinschaft Gestose-Frauen« empfiehlt eine Substitution von 4.000 IE Vitamin D pro Tag im Winter für alle Schwangeren.

Den Vitamin-D-Spiegel kann man natürlich im Blut messen, einige Frauenärzte und Hebammen tun dies mittlerweile auch routinemäßig, denn danach lässt sich die notwendige Tagesdosis am sichersten bestimmen. Vitamin D kann gut auch in höherer Dosis alle paar Tage genommen werden, dann entsprechend mehr, falls Du das als einfacher empfindest.

Wenn Du Vitamin D substituierst, solltest Du sicherstellen, dass Du ausreichend Calcium zu Dir nimmst (das gilt vor allem für vegane Ernährung ohne Milchprodukte) und immer auch Vitamin K2 dazu nehmen. 

Vitamin D und K2 in einem Kombipräparat im richtigen Verhältnis (zudem als Tropfen gut dosierbar) ist dieses:


Mama Vitamin D3 + K2

Dieses Präparat besteht aus nur drei puren Zutaten: Vitamin D3, Vitamin K2 MK7 all-trans und zertifiziertem Bio-MCT-Öl aus Kokos. MCT-Öl wird präferiert über die Leber verstoffwechselt, dies begünstigt eine besonders gute Aufnahme und Bioverfügbarkeit. Eine Tagesdosis (2 Tropfen) enthält 1.000 IE Vitamin D und 0,022 mg Vitamin K2.

26,90€

Vitamin D3 und K2 MK7 all-trans

30 ml (89.67 € / 100 ml)

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Eisen

Beim Eisen ist es zumindest diagnostisch recht einfach: Dein Eisenwert wird als einziger der Vitalstoffwerte in der Schwangerschaft regelmäßig über den Hb-Wert (Hämoglobin) bestimmt. Deshalb weißt Du hier, ob Du einen Mangel hast und solltest auch nur dann supplementieren, wenn es sinnvoll ist. Die therapiebedürftige Grenze, unterhalb derer eine Substitution empfehlenswert ist, liegt je nach Auslegung, dem Vorhandensein (oder nicht) von Symptomen und Deinem Ausgangs-Hb etwa zwischen 10,5 und 11,2 g/ dl. Dein Hb sinkt immer in der Schwangerschaft, es erhöht sich das Volumen des Plasmas zu den festen Blutbestandteilen ganz normalerweise. Und das soll auch so sein, damit das Blut schön flüssig ist.

Dein Arzt und Deine Hebamme werden Dich dazu beraten. Natürlich ist es möglich und sinnvoll, zunächst auch über die Ernährung am Eisenwert zu schrauben, allerdings reicht das erfahrungsgemäß bei einer echten Eisenmangelanämie nicht aus. Neben eisenreichen Nahrungsmitteln kannst Du auch die Eisenaufnahme verbessern, etwa über Vitamin C zur eisenreichen Mahlzeit. Das Häm-Eisen aus (rotem) Fleisch ist für deinen Körper am einfachsten bioverfügbar, ein Klassiker also “Steak mit einem Glas Orangensaft – oder mit Brokkoli oder Paprika”. Vegetarische oder vegane Frauen können es über eisenreiche Nahrungsmittel wie Hirse oder Linsen probieren. Da Dein Bedarf aber tatsächlich in der Schwangerschaft um 100 % ansteigt, ist Eisen einer der häufigen Vitalstoffe, deren Ergänzung als Präparat notwendig werden kann.

Wenn es notwendig ist, Eisen zu supplementieren, solltest Du wissen, dass es auch hier Unterschiede gibt: Unterschiedliche Eisenverbindungen sind unterschiedlich gut bioverfügbar und auch unterschiedlich in der Verträglichkeit. Herkömmliche Eisenpräparate (wie Ferro Sanol, Tardyferron, aber auch Kräuterblut) enthalten Eisen als II-Gluconat. Das kann bei empfindlichen Menschen Magenschmerzen und/ oder Verstopfungen verursachen. Wenn Du zu diesen Menschen gehörst, ist Eisen als Chelat oder Bisglycinat eine gute Alternative.

Natürlich haben wir uns auch darüber Gedanken gemacht und ein eigenes Produkt entwickelt: das SANFTE EISEN. Es enthält ausschließlich Eisen-Bisglycinat, Vitamin C aus Acerola-Extrakt und den natürlichen Eisen-Aufnahme-Transporter Lactoferrin. Lactoferrin ist unter anderem in der Muttermilch enthalten (deshalb heißt es so), damit Babys das wenige Eisen aus der eisenarmen Muttermilch gut in ihren Körper aufnehmen können. Es macht unser SANFTES EISEN also hochgradig bioverfügbar, es muss dadurch nur niedrig dosiert werden und es ist einzigartig verträglich.


Sanftes Eisen

Nahrungsergänzungsmittel mit Eisenbisglycinat, Lactoferrin und Vitamin C aus Acerola-Extrakt. Durchschnittlicher Gehalt pro Tages-Portion (2 Kapseln): 80 mg Vitamin C (aus Acerola-Extrakt 472 mg), Lactoferrin (101 mg), 14 mg Eisen als Eisen-Bisglycinat. 2 Kapseln decken 100% des Tagesbedarf an Eisen.

35,80€

Eisen-Bisglcinat und Lactoferrin

90 Kapseln (39.78 € / 100 Kapseln)

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Magnesium

Magnesium ist von allen Mineralien das »Supermineral«. Es spielt auf zellulärer Ebene eine wichtige Rolle für die Produktion und Bereitstellung des Energiespeichermoleküls ATP in den Mitochondrien. Alles, was in Deinem Körper im engeren oder weiteren Sinne mit »Energie« zu tun hat, braucht Magnesium.

In der Schwangerschaft ist Dein Magnesiumbedarf erhöht. Der große, wachsende Gebärmuttermuskel verbraucht viel davon. Wenn Du in eine Magnesium-Mangelsituation gerätst, sind die Symptome zum Beispiel eine Neigung zu Krämpfen, mehr Gebärmutterkontraktionen, Liderzucken. Auch bei Präeklampsien gehört es in die Reihe der sinnvollen NEM.

Ein Magnesiummangel ist über die Ernährung nicht so einfach auszugleichen, weil der Anteil pro gegessenem Lebensmittel dann doch eher niedrig ist. Wenn Du an verschiedenen Orten liest, wie magnesiumreich etwa Schokolade sei, stimmt das einerseits – Du müsstest allerdings vier Tafeln davon essen, um 550 mg (das wäre in etwa die therapeutische Dosis zur Behebung eines Mangels) zu Dir zu nehmen. Als Tagesdosis. Kann man natürlich machen … Vermutlich ist es auch nicht der “Magnesiumbdarf”, den Dein Körper Dir mit “Schokoladenjieper” signalisieren möchte, so nach dem Motto: Der Körper holt sich schon, was er braucht. Aber das ahnst Du vermutlich auch irgendwie.

Weiterhin gilt Magnesium als “Salz der inneren Ruhe” – und das klingt für die meisten Schwangeren ausgesprochen attraktiv. Es hat wichtige regulierende Funktionen für das Nervensystem, Deine Psyche und Deinen Schlaf.

Magnesium verursacht in höheren Dosen bei vielen Menschen Durchfall. Zudem kann Dein Körper nicht unendlich viel Magnesium auf einmal aufnehmen. Es ist daher sinnvoll, eine größere Magnesiumgabe zu verteilen. Wenn Du 400 oder 600 mg benötigst, weil Du etwa vorzeitige Wehen hast oder präeklamptische Symptome, solltest Du die Gesamtmenge auf 200 mg-Einheiten aufteilen, wegen der möglichen positiven Wirkung auf den Schlaf eher in der 2. Tageshälfte, probiere da durchaus einfach ein wenig herum, was sich gut anfühlt.

Und, mein Lieblingsmythos: Magnesium musst Du natürlich nicht absetzen, weil Du in der 36. SSW angekommen bist. Entweder brauchst Du Magnesium, weil Du Mangelsymptome hast, oder Du brauchst es nicht. Magnesium ist kein “Wehenhemmer”, der sinnvolle Geburtswehen blocken würde. Im Gegenteil: Wenn Du Wehen bekommst und Dein Baby gebärst, ist die große Stunde Deiner Gebärmuttermuskulatur gekommen. Und was braucht ein Hochleistungsmuskel, was braucht der Langstreckensportler, wenn er über sich hinauswächst: Dreimal darfst Du raten … Magnesium “lähmt” nicht die Muskulatur, sonder koordiniert die Kontraktilität, so dass der Muskel funktional und ausdauernd arbeiten kann.

Wenn Du viel Magnesium in der Schwangerschaft genommen hast oder nehmen musstest, solltest Du es nach der Geburt nicht schlagartig absetzen. Es gibt Hypothesen zum so genannten Raynaud-Syndrom (eine – vermutlich genetische – Erkrankung mit einem Gefäßspasmus in den kleinen Blutgefäßen an den Körperenden; hier: an den Brustwarzen) in der Stillzeit, eine gar nicht so seltener Grund für sehr schmerzhaftes Stillen in den ersten Lebenstagen. Möglicherweise spielt hier ein schnell abfallender Mg-Spiegel eine Rolle, Du solltest das Magnesium in diesem Fall also noch eine bis zwei Wochen nach der Geburt weiternehmen und erst dann langsam runterdosieren.

Auch beim Magnesium gibt es verschiedene Salze mit unterschiedlicher Bioverfügbarkeit. Die Studienlage ist sich ein wenig uneins, welche Magnesiumverbindung nun die best-bioverfügbarste ist. Lange Zeit galt das Magnesiumcitrat oder -bisglycinat als dem Magnesiumoxid weit überlegen. Neuere Studien kommen nicht zu einem ganz einheitlichen Ergebnis, zudem hat jede Magnesiumart ihre Schwerpunktwirkung. Vermutlich ist also eine Mischung der unterschiedlichen Magnesia eine gute Idee, das erste der folgenden Präparate etwa ist eine Mischung aus Magnesiumbisglycinat, Trimagnesiumdicitrat und Magnesiumcarbonat.

Doctor´s Best High Absorption Magnesium

Life Extension Neuro-Mag

Probiotika

Der Hot Shit, das Neue Schwarz in der Medizin derzeit: Das Mikrobiom des Menschen. Also alles das, was da in uns und an uns dran so alles lebt und krabbelt. Nur 10 % aller Zellen, die einen Menschen bilden, sind humane Zellen. Alle anderen sind Bakterien (ich beschränke es mal darauf, wenn man Bakterien und Viren mitzählt, wird es völlig abstrus). 90 % von Dir sind Bakterien. Das mal bitte kurz auf der Zunge zergehen lassen. Natürlich ist es so einigermaßen einleuchtend, dass diese 90 % einen weitreichenden Einfluss auf den kleinen Rest, also Deinen eigentlichen Körper, haben.

Für die Schwangerschaft ist das deshalb von besonderer Bewandtnis, weil Dein Mikrobiom die Wiege des Mikrobioms für Dein Baby darstellt, Du es sozusagen schon in der Schwangerschaft und dann während der Geburt mit einer ordentlichen Portion lebenswichtiger Bakterien beimpfst. Je gesünder also deine Heimatflora ist, umso besser für Dein Baby.

Wahrscheinlich ist es also eine gute Idee, zumindest in den letzten Wochen der Schwangerschaft Deine Florae mit Probiotika zu unterstützen, wenn Du mit vorzeitigen Wehen, vaginalen Infekten oder einem Schwangerschaftsdiabetes zu tun hast oder Dein Baby ein schweres allergisches Erbe mitbekommt, durchaus auch schon früher.

Weil es so wichtig ist, ist natürlich ebenfalls ausführlich Thema in meinem Buch.

Besonders geeignet sind Kombipräparate mit verschiedenen Bifidus- und Lactobazillen-Stämmen. Deshalb haben wir ein spezielles Probiotikum entwickelt, das genau auf das Mama und Baby-Mikrobiom zugeschnitten ist.

Da Du selbst Deine “guten Bakterien” an Dein Baby schon während der Geburt weitergibst und die vaginale Flora für eine gesunde Schwangerschaft eine besondere Bedeutung hat, haben wir im MAMA BABY FLOR die typischen gesunden Stämme für Mama und Baby zusammengestellt.

Mehr dazu findest Du auch in diesem Blogartikel: Das Mikrobiom in Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit.


Mama & Baby Flor

Tropfen mit Bifidusbakterien (Bifidobacterium infantis) und Lactobazillen (Lactobacillus fermentum (cect 5716), Lactobacillus rhamnosus, Lactobacillus reutreri, Lactobacillus salivarius) für Schwangere, Stillende, Babys und Kleinkinder, gelöst in Bio-MCT-Öl aus der Kokosnuss. 30 Tropfen enthalten 1×10^9 CFU 

22,90€

Mikrobiom für Mama und Baby

20 ml (114.5 € / 100 ml)

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Eine Pille für alles – warum das nicht geht

Das versuchen natürlich viele Hersteller und bieten meistens auch derlei Präparate an, in der zutreffenden Annahme, dass eine Pille sich für die Zielgruppe irgendwie sympathischer anfühlt, als gleich zum Frühstück eine Hand voll NEM-Präparate einzuwerfen.

Einige machen sich dann noch mit “Trimenon 1-3” ein bisschen wichtig. Was grundsätzlich nicht verkehrt ist. Allerdings geht es da meistens alleinig um die Folsäure, vergleiche mal die Inhaltsangaben. Die brauchst Du aber nur in den Wochen vor einer Schwangerschaft, wie im Folsäureartikel ja schon geschrieben, und in den wenigen Wochen danach, maximal bis zur 8. SSW. Danach ist sie in dieser expliziten Weise nicht mehr von Belang, als alle anderen Vitamine auch.

Eine Pille, schön praktisch: Wenn Du die obigen Mengen, die sinnvoll sind, zusammenzählst, passt das schlicht nicht in eine Tablette. Eine einzelne Tablette oder Kapsel kann ungefähr 2000 mg groß sein, damit sie noch schluckbar ist. Das passt da aber ganz einfach nicht rein.

Wenn man dann noch die Vitamine aus Superfoodextrakten gewinnen möchte, wird es endgültig eng. In ihrer natürlichen Umgebung sind Vitamine nicht nur besser verfügbar, es stehen auch hunderte Co-Factoren mit drumrum, Flavonoide, Polyphenole und Carotinoide zum Beispiel, die viele noch teilweise unerforschte positive Wirkungen haben. Die Acerolakirsche ist eben gesünder als die reduzierte Ascorbinsäure (Vitamin C).

100 mg Ascorbinsäure oder 2 g gefriergetrocknete Acerolakirsche? Das eine lässt sich mal eben in eine Multi-Pille packen, das andere nicht. Das eine ist zudem noch viel, viel billiger als das andere, für alles, was verkauft werden soll, natürlich ein zentrales Argument.

Multivitaminpräparate

Die meisten der gängigen Schwangerschaft-Multivitamin-Präparate sind also mehr oder weniger das Gleiche, wie ein banales Multivitaminprodukt aus dem Drogeriemarkt, sind aber, vor allem, wenn sie über Apotheken vertrieben werden, vor allem eines: teuer.

Die oben besprochenen Vitalstoffe sind die ausgewählten, die in der Schwangerschaft von besonderer Bedeutung sind. Natürlich gilt für alle Vitamine, Mineralien und Spurenelemente: Dein Bedarf ist in der Schwangerschaft erhöht, Dein Körper leistet absolut Fantastisches in der Zeit der Schwangerschaft und in der Stillzeit, in der Du weiterhin Dein Baby komplett aus Deinen Ressourcen ernährst (deshalb gelten identischen Empfehlungen also auch in der Stillzeit. Dein Mehrbedarf stoppt natürlich nicht mit dem Moment der Geburt).

Wenn Du gesund bist, bislang keinerlei relevanten Schwangerschaftskomplikationen mitbringst – entweder in dieser Schwangerschaft oder in denen davor (Schilddrüse, Gestationsdiabetes, vorzeitige Wehen, Plazentainsuffizienz, Präeklampsien, Fehlgeburten, Frühgeburten, Depressionen, um die wichtigsten zu nennen) brauchst Du bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung nicht viel mehr ergänzen.

Allerdings neigen Menschen alle dazu, die Qualität ihrer Ernährung zu überschätzen. Auch (oder gerade?) die Bio-Muddis (ich darf das sagen, ich bin selbst eine). Das behaupte nicht ich, sondern die Nationale Verzehrstudie, die guckt, was Menschen tatsächlich essen, und was das mit dem zu tun hat, wie sie denken, dass sie essen.

Die Forschungen aus der wissenschaftlichen Betrachtung der Vitalstoffe stammen im Wesentlichen aus der Sport- und Antiaging-Medizin. Dein Hochleistungssport ist im Moment das Schwanger-Sein, ein Kind hervorbringen.. Es hat also nichts mit komischen “Optimierungsgedanken” oder “Tuning” zu tun.

In manchen Situationen des Lebens ist es schwieriger oder umständlicher, sich konsequent “gesund und ausgewogen” zu ernähren. Wenn Du also mit der “Gießkanne” ein bisschen Multivitamin zu Dir nehmen möchtest, wären Multivitaminpräparate zusätzlich zu den oben ausführlich besprochenen schwangerschafts-besonderen eine Möglichkeit. Das kannst Du dann auch flexibel dosieren, mal wirst Du das Gefühl haben, Du brauchst es mehr, manchmal weniger. Und achte auf dieses Gefühl.

Schlau ist es natürlich, ein Multi-Präparat auzuwählen, das die besonderen Bedarfe in der Schwangerschaft (etwa mehr Jod und mehr Folsäure) schon enthält. Und weil es auf dem Markt kein einziges gab, das ich wirklich gut fand – in Hinblick auf Vollständigkeit (viele enthalten ein paar B-Vitamine, Folsäure und Jod, das wars), Bioverfügbarkeit (zum Beispiel Methylfolat, siehe oben, oder auch Zink als Bisglycinat oder eben “echtes” Vitamin A in schwangerschaftskompatibler Dosierung statt ß-Carotin) und Qualität – haben wir selbst eins entwickelt: das MAMA MULTI.

Ein konkreter Einnahmevorschlag für Schwangerschaft und Stillzeit.

Wenn Du dem oben gesagten folgen kannst und willst, könnte die folgende Einnahme dabei heraus kommen. Das ist höchst subjektiv: Meine Empfehlung.

Morgens:

ein gutes Multivitaminpräparat, etwa das MAMA MULTI

Darin sind ausreichend Folsäure und Jod enthalten. In der frühen Schwangerschaft ggf. 2 Stück ODER 400 mcg Folsäure zusätzlich ergänzen.

2 Kps. Omega 3 (mit je 300 mg EPA/ DHA), flüssiges je nach Angabe auf der Flasche

ggf. ein Probiotikum

ggf. Eisen

Abends

evtl. nochmal 2 Kps. Omega 3 (mit je 300 mg EPA/ DHA), flüssiges je nach Angabe auf der Flasche

Vitamin D3: von Oktober bis April einschließlich: (allermindestens)2.000-4.000 IE  pro Tag (oder eine entsprechend höhere Dosis alle paar Tage) plus ca 50 mcg Vitamin K2

ggf. Magnesium, je nach Symptomatik 200 – 600 mg, (in höherer Dosis ggf. Calcium im Verhältnis Mg:Ca von 1:2 ergänzen)


Mama Multi

Das Mama-Multi ist ein Multivitamin- und Spurenelement-Präparat, das als tägliche Basis-Versorgung in diesen so besonderen Lebensphasen dient. Die Kapseln mit Vitaminen und Mineralstoffen sind optimal auf die Zeit des Kinderwunsches, der Schwangerschaft und der Stillzeit abgestimmt.

29,90€

Vitamine und Spurenelemente

90 Kapseln (33.22 € / 100 Kapseln)

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Stillzeit

Viele Frauen setzen das “ganze Vitamingedöns” nach der Geburt ihres Babys ab.

Vielleicht hilft da schon der Gedanke – … und wer oder was nährt und ernährt nun das geborene Baby, weiterhin und zwar noch eine ganze Weile? Du! Dein Körper versorgt nun weiterhin zwei komplette Menschen. Deine Muttermilch ist das beste Superfood der Welt und konzentriert aus Deiner Substanz alles das, was Dein Baby braucht. Und setzt da klare Prioritäten: Erst das Baby, dann die Mama, weil die ist ja schon groß und stark und kann mit vorübergehender Unterversorgung auch irgendwie klar kommen.

Nach Wochen oder Monaten allerdings spürst Du, dass sich diese “irgendwie” dann auch ziemlich suboptimal anfühlt. Während Dein Baby immer dicker und dicker wird, fühlst Du Dich möglicherweise im wahrsten Sinne des Wortes “ausgelutscht”: Deine Haare fallen aus, Du vergisst den Satz den Du gerade sagen wolltest bist nur noch müde und erschöpft (Du googelst heimlich “Wochenbettdepression Spätform”), deine Schilddrüse fährt Achterbahn und Dein “Glow” sah insgesamt auch schon mal leuchtender aus, in Kombi mit den Augenringen, die nicht immer nur dem Schlafmangel geschuldet sind.

In gewissem Rahmen ist das alles: Hello, willkommen im Reallife-Spätwochenbett! Aber dass Du Dich komplett als Schatten Deiner selbst fühlst – wenn das so ist, solltest Du Deine Nährstoffversorgung mal unter die Lupe nehmen (da käme auch noch Zink ins Spiel und die B-Vitamine, aber das kommt auch ein anderes Mal).

Unerfüllter Kinderwunsch

Zu diesem Thema habe ich ein ganzes Buch geschrieben, es hier auf wenige Zeilen zu verkürzen ist natürlich nicht möglich. Wenn darin viel von “Antiaging für Deine Eizellen” die Rede ist, sind damit (auch) Prozesse gemeint, die sich durch die Einnahme von Antioxidantien wirkungsvoll beeinflussen lassen. Mehr dazu findest Du in diesem Blogartikel:

Ubiquinol: Coenzym Q10. Ein sehr potentes Antioxidans ist Coenzym Q10. Bei allem rund um eine “eingeschränkte ovarielle Reserve” ist das Dein Zeug. 100 mg, gern auch 200 mg, am besten als Ubiquinol. Auch super im Übrigen bei einem miesen Spermiogramm.

Das hier ist mit Abstand das beste auf dem deutschen Markt. Achtung, leider nicht billig (lohnt sich aber, der Qualität wegen)

Doctor´s Best Ubiquinol 100 mg

Resveratrol. Ein weiterer Stoff zur Verbesserung der doofen, oxidativen Prozesse im Eierstock und bei der Spermienbildung ist Resveratrol, gewonnen aus dem Extrakt aus roten Trauben oder dem japanischen Staudenknöterich. Ich nehme gern das hier:

Valuelife OPC & Resveratrol 500 mg

Unsere Vitamine und mehr Wissenswertes

Deine roten Blutkörperchen tragen ein eisenhaltiges Molekül, das Sauerstoff bindet und transportiert. Dieses Molekül heißt Hämoglobin, abgekürzt Hb. Den Anteil an Hämoglobin im Blut kann man messen und das wird bei deinen Schwangerschaftsvorsorgen vermutlich auch regelmäßig gemacht. 

Durch den beschriebenen „Verdünnungseffekt“ deines Blutes sinkt dein Hb normalerweise in den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln im Sinne einer physiologischen Schwangerschaftsanämie ab, sollte aber Werte unter 11,2 g/dl an ihrem Tiefpunkt um die 30. SSW herum – so der Grenzwert in den deutschen Leitlinien – nicht unterschreiten.

Um genug von diesen roten Blutkörperchen bilden zu können, steigt von allen Nährstoffen dein Eisenbedarf in der Schwangerschaft am meisten, nämlich tatsächlich um 100 Prozent. 

Der Eisenspeicher

Nicht nur der Hb, sondern auch die Eisenspeicherform im Körper, das Ferritin, ist einen Blick wert, viele Frauenärztinnen und Hebammen bestimmen deshalb auch zumindest einmalig das Ferritin in der Vorsorge.

Wenn deine Speicher gut gefüllt sind, dein Ferritinwert also oberhalb von 50μg/l liegt, kann ein Absinken des Hb-Wertes im Rahmen der physiologischen Schwangerschaftsanämie eher toleriert werden, weil dein Körper sich aus diesen Reserven bedienen kann – dafür sind sie ja auch da. Bei Werten unterhalb von 30 μg/l und 50 μg/l rutscht dann allerdings auch der Hb ziemlich schnell in den Keller, weil die Speicher eben nicht gut gefüllt sind und bei dem Mehrbedarf in der Schwangerschaft ziemlich schnell entleert sind.

Eisenmangel – warum behandeln?

Sauerstoff ist Leben und du & dein Baby, ihr braucht eine gute Versorgung damit! Für eine individuelle Behandlung sind nicht nur deine Laborwerte (Ferritin und Hb) relevant, sondern auch, wie du dich subjektiv damit fühlst. Ab wann genau eine Supplementierung notwendig ist, wird deine Hebamme und deine Frauenärztin mit dir besprechen, weil auch andere Faktoren, wie die Schwangerschaftswoche und deine Ausgangswerte in diesen Rat miteinbezogen werden. Du wirst einen deutlichen Hb-Abfall vermutlich auch spüren. Vielleicht bist Du ständig müde und schlapp. Du wirst blass, oft zieht man es auch eindrucksvoll am blassen Zahnfleisch. Wie bei allen Punkten zur Nährstoffverorgung geht es natürlich auch immer um dein Baby: Für die Versorgung der Plazenta ist die Sauerstoffperfusion natürlich enorm wichtig, Babys brauchen das, um sich rundum gut zu entwickeln. Auch das ist evident: Frauen mit einem guten Hb haben deutlich seltener Frühgeburten und weniger Plazentainsuffizienzen.

Die Ernährung

In der Schwangerschaft ist es gar nicht einfach, einen wirklich niedrigen Hb (evtuell entleertem Eisenspeicher) bei gleichzeitig steigendem Bedarf ausschließlich über die Ernährung effektiv nach oben zu bewegen. Eisen gehört zu den Mineralstoffen, die ganz grundsätzlich nicht so gut in den Körper aufgenommen werden kann. Vor allem Eisen aus pflanzlichen Quellen, Pseudogetreide wie Hirse oder Amaranth oder auch Weizenkeime, sind reich an Eisen, landet nur zu 10 bis 15% überhaupt im Körper. Häm-Eisen aus Fleisch kann vom menschlichen Körper deutlich besser resorbiert werden: Hier sind es immerhin 40%, die im Körper landen. Um eine wirkliche Eisenmangelanämie ausschließlich über die Nahrung auszugleichen, musst du konsequent und diszipliniert sein, sonst reicht das – je nach Ausgangswerten – aller Erfahrung nach nicht aus. Bei einer Kontrolle nach zwei Wochen sollte der Wert mindest »stabil mit Tendenz nach oben« sein. Besprich die Details dazu mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin.

Eisen als Supplemement

Es gibt unterschiedliche Eisenverbindungen, die in Eisenpräparaten verwendet werden. Abgesehen von der chemischen Struktur unterscheiden sie sich unter anderem auch darin, wie gut sie vom Körper aufgenommen und vertragen werden. 

Eisen gehört zu den Spurenelementen, die in herkömmlicher Zubereitung als Eisensalz (Eisen(II)-sulfate oder -aspartate) sehr häuftig Nebenwirkungen auslösen können. Eisen macht oxidativen Stress im Gewebe. Wir spüren das in Form von Magen- und Bauchschmerzen, Übelkeit, Verstopfungen oder Kopfschmerzen.

Gleichzeitig wird durch entzündliche Prozesse und die hohen Dosierungen, die nicht gut bioverfügbare Eisensalze benötigen, das eisentransportsteuernde Protein, Hepcidin, von der Leber vermehrt ausgeschüttet, damit sinkt die Kapazitität des Körpers, das zugeführte Eisen überhaupt zu verwerten.

Es werden also teilweise sehr große Mengen Eisen verabreicht – mit entsprechenden unangenehmen Nebenwirkungen – gleichzeitig sinkt durch diese komplexe Kaskade aber die Eisenmenge, die überhaupt effektiv im Körper landet.

Was ist SANFT an unserem Eisen?

Weil herkömmliche Eisenpräparate eben sehr oft nicht gut verträglich sind, sie aber für über die Hälfte der Schwangeren in Deutschland wegen einer therapiebedürftigen Schwangerschaftsanämie notwendig sind, haben wir uns etwas ausgedacht. Wir nutzen im SANFTEN EISEN besonders verträgliche Formen von Eisen als Eisen-Bisglycinat, in einer einzigartigen Kombination mit zwei wichtigen Co-Faktoren: Lactoferrin und Vitamin C aus natürlichem Extrakt aus der Acerola-Kirsche.

Eisen-Bisglcycinat

Gebunden an Aminosäuren (Chelate) ist Eisen sehr viel besser bioverfügbar und hat auch deutlich weniger der beschriebenen Nebenwirkungen im Sinne des oxidativen Stress. Eisen-Bisglycinat ist so ein Eisen-Chelat, Eisen liegt hier gebunden an die kleinste Aminosäure, Glycin, vor. Der Vorteil hierbei ist, dass der Körper Eisen über den Aminosäurentransporter aufnimmt. Dadurch fallen zum einen Wechselwirkungen mit anderen Spurenelementen und Metallen weg, es müssen also keine komplizierten Einnahmeregeln, etwa den Abstand zu anderen NEM wie Magnesium, eingehalten werden. Durch diese deutlich höhere Bioverfügbarkeit braucht man weniger Eisen, das zeitgleich auch noch wesentlich verträglicher ist.

Co-Faktoren

Wie gut (oder nicht so gut) Nährstoffe in den Körper aufgenommen werden, hängt von ganz unterschiedlichen Dingen ab, beispielsweise gibt es unterschiedliche Polymorphismen, genetische Varianten, die unseren Stoffwechsel individuell „ticken“ lassen. Aber auch begleitende Stoffe beeinflussen die Aufnahme. Beispielsweise wird die Eisenaufnahme gehemmt durch Gerbstoffe (in schwarzem Tee, Kaffee, Artischocken), Phytinsäure (in Vollkorn, Soja, Hülsenfrüchten), einige Proteine (Casein und Albumin etwa, in Kuhmilch, oder auch Sojaprotein) und weitere mehr. Du solltest dein Eisen also nicht mit Kaffee oder Milch herunterspülen. Umgekehrt kann man die Eisenaufnahme natürlich auch verbessern. Im SANFTEN EISEN nutzen wir zwei ganz besonders wirkungsvolle Co-faktoren. Lactoferrin und natürliches Vitamin C aus der Acerola-Kirsche.

Co-Faktor No. 1: Lactoferrin

Das Protein Lactoferrin ist natürlicher Bestandteil von Säugetiermilch, das auch in der Muttermilch zu finden ist. Lactoferrin hat schon bei geringer Menge eine starke biologische Wirkung. Die wichtigste Eigenschaft von Lactoferrin ist seine immunmodulatorisch Wirkung. Es wirkt antimikrobiell und effektiv entzündungshemmend, evolutionsbiologisch in der Muttermilch enorm wichtig für ein frisch geborenes Baby. 

Für den Eisenstoffwechsel ist dieser Punkt ganz zentral, da inflammatorische Prozesse den Hepcidinspiegel in der Leber erhöhen und damit den Eintransfer ins Blut blockieren können. Lactoferrin setzt genau da an. Außerdem gehört Lactoferrin, wie der Name schon vermuten lässt, zudem zu den Transferrinen. Das sind Stoffe, die Eisen im Körper transportieren. Es sorgt also etwa in der Muttermilch sehr effektiv dafür, dass Säuglinge überhaupt Eisen in ihren Körper aufnehmen können, denn Muttermilch selbst ist relativ arm an Eisen.

All diese Effekte machen Laktoferrin zum idealen Co-Faktor für die Eisen-Supplementierung, da es an unterschiedlichen Punkten die Eisenaufnahme deutlich erhöhen kann. 

Da Lactoferrin ein sehr hochwertiges und preisintensiver Stoff ist, wirst du ihn in herkömmlichen, sehr preisgünstigen Produkten ganz sicher nicht finden. 

Co-Faktor No. 2: Vitamin C

Der bekannteste Eisen-Aufnahme-Booster ist sicher Vitamin C. Wenn du also ein Steak isst, trinke gern ein Glas Orangensaft dazu. Auch Sanddorn, schwarze Johannisbeeren, Petersilie, Wirsing, Rosenkohl, Paprika sind besonders reich an Vitamin C. Im SANFTEN EISEN haben wir gleich schon eine ordentliche Dosis Vitamin C in die Kapsel gepackt: 2 Kapseln enthalten bereits 90% deines Tagesbedarfs an Vitamin C.

Klingt gut, oder? Mit dem Code sanfteseisen gibt es derzeit 20% Rabatt bei mindestens 2 Packungen Sanftes Eisen in deinem Warenkorb – nur solange Vorrat reicht.

Geburtsvorbereitung online

Inmitten des ganzen Pandemie-Shizzle braucht Ihr natürlich Geburtsvorbereitung, vielleicht mehr denn je! Ich habe einen Video-Kurs für Euch mit allen Inhalten, die ein guter Kurs braucht. 12 Stunden lang, ein Stream in übersichtlichen Kapitel-Häppchen zum bingen oder snacken, alles bei Euch auf dem heimischen Sofa, nach Eurer Zeiteinteilung, bequem, easy und evidenzbasiert. Hier findest Du mehr Infos & kannst Dich anmelden.

Online Geburtsvorbereitung
mit  Hebamme
Kareen Dannhauer

Podcast

Der Hebammen-Salon 

– ein Podcast mit
Kareen Dannhauer
& Sissi Rasche

Jeden Montag treffen sich Kareen und Sissi auf ihrem flauschigen Sofa im Hebammensalon und reden Klartext über alle Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Babyzeit. Insgesamt über 40 Jahre Hebammenerfahrung, zusammen 5 eigene Kinder und viele tausend betreute Frauen – alles pures Gold und nur für Euch.

Corona – und nun?

Wie kannst Du, schwanger oder nicht, Dein Immunsystem wirklich sinnvoll unterstützen? Hilft Vitamin D und wenn ja wieviel? Zink? Vitamin C? Und: Der Test ist positiv – oh shit. Und jetzt? Wann sollte ich doch lieber ins Krankenhaus fahren? Hier geht es zum ausführlichen Blogartikel.

Was ist ein Corona-Schnelltest?

Wie der Name schon sagt: Ein Antigen-Test ist schnell, da er direkt vor Ort am “Point of Care” innerhalb von 15-20 Minuten ein aktuelles und verwertbares Ergebnis über das Vorliegen einer akuten Infektion liefert. Der Antigen-Test kommt ohne logistisches Drumherum aus und ohne, dass ein Labor dafür notwendig ist. Anders als die PCR (polimerase chain reaction) detektiert ein Antigen-Test nicht direkte DNA(-Stücke) des Virus, sondern virale Proteine. Ein Test ist dann positiv, wenn das Virus im Abstrichmaterial vorhanden ist, also eine akute Infektion vorliegt, unabhängig davon, ob Symptome vorhanden sind oder nicht.

Wie genau ist ein Schnelltest?

Über diesen Punkt wird in den Weiten des Laien-Internets am meisten herumspekuliert und dabei einige Halbwahrheiten in einen Topf geworfen und falsche Schlüsse daraus abgeleitet. Ein Antigen-Test gilt als weniger genau als eine PCR. Das ist labortheoretisch korrekt, es macht ihn aber nicht weniger wertvoll, da er für völlig andere Zwecke eingesetzt wird (und dafür eine Reihe ganz anderer Vorteile hat) und es um mathematische Größen geht, die ich weiter unten noch genauer am konkreten Beispiel aufdröseln werde.

Ein Antigen-Schnelltest dient grundsätzlich gewissermaßen der Vortestung primär erst mal nicht infektionsverdächtiger Personen. Er eignet sich daher für schnelle Massentestungen. Für dieses erste “Sieb” ohne primären Infektionsverdacht sind “etwas gröbere Maschen” absolut hinnehmbar. Ähnlich wie bei anderen Phänomenen der “großen Zahlen”, denen wir auch an anderen Stellen in der Pandemie begegnen, dürfen wir uns Unschärfen leisten: Weder ist es notwendig, dass sich ALLE Menschen an ALLE vernünftigen infektionsvermeidenden Regeln halten, noch braucht es für die viel herbeibeschworene Herdenimmunität eine 100 (oder nicht mal 80) -prozentige Durchseuchung. Konkret: Wenn die Wahrscheinlichkeit sowieso gering ist, dass die getestete Person positiv ist (da keine Symptome vorhanden und auch kein infektionsverdächtiger Kontakt stattgefunden hat), ist das Restrisiko, dass sehr selten ein positiver Mensch “übersehen” wird, sehr sehr gering! Wie gering am Rechenbeispiel gleich unten.

Wie genau ist ein Schnelltest?

Über diesen Punkt wird in den Weiten des Laien-Internets am meisten herumspekuliert und dabei einige Halbwahrheiten in einen Topf geworfen und falsche Schlüsse daraus abgeleitet. Ein Antigen-Test gilt als weniger genau als eine PCR. Das ist labortheoretisch korrekt, es macht ihn aber nicht weniger wertvoll, da er für völlig andere Zwecke eingesetzt wird (und dafür eine Reihe ganz anderer Vorteile hat) und es um mathematische Größen geht, die ich weiter unten noch genauer am konkreten Beispiel aufdröseln werde.

Ein Antigen-Schnelltest dient grundsätzlich gewissermaßen der Vortestung primär erst mal nicht infektionsverdächtiger Personen. Er eignet sich daher für schnelle Massentestungen. Für dieses erste “Sieb” ohne primären Infektionsverdacht sind “etwas gröbere Maschen” absolut hinnehmbar. Ähnlich wie bei anderen Phänomenen der “großen Zahlen”, denen wir auch an anderen Stellen in der Pandemie begegnen, dürfen wir uns Unschärfen leisten: Weder ist es notwendig, dass sich ALLE Menschen an ALLE vernünftigen infektionsvermeidenden Regeln halten, noch braucht es für die viel herbeibeschworene Herdenimmunität eine 100 (oder nicht mal 80) -prozentige Durchseuchung. Konkret: Wenn die Wahrscheinlichkeit sowieso gering ist, dass die getestete Person positiv ist (da keine Symptome vorhanden und auch kein infektionsverdächtiger Kontakt stattgefunden hat), ist das Restrisiko, dass sehr selten ein positiver Mensch “übersehen” wird, sehr sehr gering! Wie gering am Rechenbeispiel gleich unten.

Spezifität und Sensitivität

Auch diese Begriffe sind mittlerweile schon ins Allgemeinverständnis durchgesickert, aber nochmal der Vollständigkeit halber: Die Spezifität eines Tests sagt etwas darüber, wieviele Nicht-Infizierte auch korrekt als negativ angezeigt werden. Die Sensitivität eines Tests sagt aus, wieviele Positivproben korrekt detektiert werden, wieviele tatsächlich Positive also als solche erkannt werden. Der von mir verwandte zertifizierte Test ist der Abbott Panbio Covid-19 Ag Rapid Test. Ermittelt mit einer FDA-EUA Rt-PCR Referenzmethode liegt die Spezifität bei diesem Test bei 99,4%, die Sensitivät bei 93,9-98,2% (abhängig von der Viruslast, s. Schwellenwert und CT-Wert gleich unten), die Kreuzreaktivität für 20 humane Viren wurde ausgeschlossen. Der Test reagiert also nicht “versehentlich positiv”, wenn eines der anderen (harmlosen Erkältungs-) Coronaviren, Adeno- oder Influenzaviren im Abstrich vorhanden wären.

[edit 11. Februar 2021: Anwendungszahlen zeigen mittlerweile, dass die Sensitivität bei asymptomatischen Personen (die meistens präsymptomatisch sind) deutlich niedriger ist, als in der Rechnung angenommen. Sie liegt – je nach Literatur – eher um die 70-80%, sehr abhängig vom exakten Zeitfenster des Tests (sehr steiler Anstieg der Viruslast in den Stunden vor Symptombeginn). Das verändert natürlich die Berechnung unten im Rechenbeispiel, ändert aber überhaupt nichts an der Grundsätzlichkeit, vor allem, weil “kein Test” fast immer die Alternative ist zum Test.]

Schwellenwerte …

Ein wichtiges Detail in der Frage der Nachweisbarkeitsgrenzen ist der so genannte CT-Wert (threshold cycle) in einer Probe. In der PCR wird damit eine Quantifizierung der DNA-Moleküle vorgenommen, man misst also gleichzeitig auch die Virusmenge. Eine PCR ist also entgegen missverständlicher Behauptungen nicht einfach “positiv oder negativ, egal wie viel Virus drin ist”. In der SARS-CoV-2-Diagnostik wird häufig ein cut-off-CT-Wert von 30 bis etwa 33 genannt. Oberhalb dieser Grenze ist die Viruslast immerhin so gering, dass sie nach heutigem Wissen mit einem Verlust der Anzüchtbarkeit einhergeht und sehr wahrscheinlich auch in etwa die Grenze der Infektiosität darstellt. Das macht bei einer PCR der Laborarzt, es ist seine Aufgabe, den Test auszuwerten, zu interpretieren und zu befunden.

100% sicher?

Nein, 100% sicher ist so ungefähr gar nichts. Ich beantworte diese Fragen anhand der konkreten Situation eines Geburtsvorbereitungskurses an einem Wochenende in Berlin-Mitte. Es geht mir darum, unter den derzeit herrschenden Bedingungen ein Kurs-Setting für Euch herzustellen, in dem Ihr Euch so sicher fühlen könnt, dass der Kurs zu einem guten Gefühl beiträgt und dass das Risko, dass mein Kurs zu einem Superspreader-Event wird (wie zuletzt hauptsächlich private Feiern) so gering ist wie möglich.

Rechenbeispiel.

Um eine Zahl vor Augen zu haben, wie unwahrscheinlich es ist, dass in einem Kurs mit 12 Teilnehmer*innen ein viruspositiver Mensch sitzt – mit und ohne Test – rechnen wir doch einfach mal. Ich bin keine Epidemiologin, daher könnte sich der eine oder andere statistische Fehler einschleichen, wer es besser weiß, schreibt mir gern eine Mail.

In Berlin gibt es (Stand 5.10.2020) 2.146 aktive – bekannte – Coronafälle. Die nehmen aber vermutlich ihre Isolation Ernst und laufen gerade nicht draußen herum. Gehen wir bei einer derzeitigen Testpositivenquote von ungefähr 1% von einer relativ geringen Dunkelziffer unerkannter Coronafälle aus, nehmen wir einmal – großzügig gerechnet bei einem derzeitigen R-Wert von 1,1 und 40 Neuansteckungen pro 100.000/ 7 Tage – 3mal so viele Coronapositive, die unerkannt in der Stadt unterwegs sind. Also rund 6.500 potentielle Coronaüberträger (Achtung, spekulative Zahl). Wie hoch die Zahl derer ist, die davon asymptomatisch (Bedingung für die Kursteilnahme), aber ansteckend sind, ist ebenfalls eine Unbekannte. Rechnen wir einmal mit 30 % (ebenfalls großzügig) komplett asymptomatischer Verläufe. Diese Zahl ist vermutlich deutlich geringer, wir müssen ja aber noch die präsymptomatischen hinzuzählen, also vielleicht morgen oder übermorgen Erkrankte (aber jetzt schon Ansteckende). Mit all diesen Variablen rechnen wir mal mit etwa 2.000 asymptomatischen Menschen in freier Wildbahn in Berlin, potentiellen Kursteilnehmer*innen. Alle diese Variablen sind unklar, sie können auch genau so gut doppelt- oder halb so groß sein. Aber nach Stand der Dinge: Nehmen wir die mal an.

Diese Annahmen ergeben bei 3,8 Millionen Einwohnern: 3,8 Mio : 2.000 Infizierte mal 12 (Teilnehmer*innenzahl) ein Hintergrundrisiko, dass ein Mensch im Kurs dabei ist, der positiv ist, von 1:900/ 12, also 1:75. Wie ansteckend dieser Mensch ist, ist wiederum fraglich, aber das ist jetzt mal unsere Ausgangszahl: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein coronapositiver Mensch im Kurs sitzt, liegt mit diesen Grundannahmen bei 1,3 %.

Könnt Ihr noch folgen?

Wenn wir 1000 (positive!) Menschen mit einem CT-Wert von >33 testen, verpasst der Test bei einer Sensitivität von 98,2% 18 Personen, die nicht als positiv angezeigt werden. 1,8% der oben angenommenen 1,3% Coronapositiver werden nicht herausgefischt. Alle anderen schon. Das bedeutet:

Das Risiko, dass eine coronapositve Person im Raum ist – OHNE TEST – liegt bei 1,3%. Wenn alle Teilnehmer*innen getestet sind, sinkt dieses Risko auf 0,0234% – MIT TEST.

Wir wissen alle, dass wir in einem dynamischen Geschehen unterwegs sind und dass sich diese Zahlen bereits bis zum Ende des Monats – meine persönliche Schätzung – verdoppeln werden. Wir nähern uns also mit größer werdenden Schritten einer Situation, in der Geburtsvorbereitungskurse ohne Test aus meiner Sicht mindestens schwierig werden.

Wahrscheinlichkeiten …

Es geht also um Wahrscheinlichkeiten. Und in dem Rahmen um praktikable Lösungen. Wenn also das Tragen eines Mund-Nasenschutzes in einem langen Kurs über einige Stunden lang faktisch nicht praktikabel ist und ein stetiger Luftzug wegen der Jahreszeit mit ungemütlichen Außentemperaturen auch nicht, steigt – wie überall – die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung in einem Kurs. Berlin etabliert sich gerade als Hotspot und wird sicher auch als “gesamte Stadt” Mitte des Monats Oktober die derzeitig gültigen Kriterien eines “Risikogebietes” mit wöchentlichen >50 Neuinfektionen/ 100.000 Einwohner erfüllen. “Meine” schwangeren Frauen und ihre Partner gehen in meiner Wahrnehmung sehr achtsam und nach allen geltenden Kriterien sehr vernünftig und kooperativ mit den Entscheidungen in ihrem Alltagsleben um. Gleichzeitig gehören sie zur Altersgruppe mit den höchsten Fallzahlen. Sie meiden eher größere Familienfeiern und Restaurantbesuche – und im Geburtsvorbereitungskurs?

Der Schnelltest in der Geburtsvorbereitung – mein Procedere

Ein Geburtsvorbereitungskurs ist kein Event, keine Party und auch kein Fußballspiel. Geburtsvorbereitung ist eine medizinische Leistung, die im Rahmen der Gebührenordnung des Krankenkassenkatalogs erbracht wird und die in Deutschland zur medizinischen Grundversorgung gehört, deren Erbringungung grundgesetzlich verankert ist (Recht auf körperliche Unversehrtheit Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG und das Sozialstaatprinzip Art. 20 Abs. 1 GG).

Über die Wochen des Lockdowns haben wir in der Geburtshilfe viele dramatische Folgen der Corona-Pandemie gesehen und miterlebt, auch wir Hebammen waren und sind schwer getroffen von diesem beschissenen Virus. Es ist meine Verantwortung, die Kursteilnehmer*innen weitestmöglich zu schützen. Niemand von Euch wird – bei einem Kurs evtl. nah an der Geburt – unter Quarantäne- oder Isolationsbedingungen gebären wollen. Aber Ihr braucht natürlich gute Geburtsvorbereitung, vielleicht sogar mehr als sonst. Wir Hebammen nehmen derzeit – nachvollziehbar – ein noch höheres Informationsbedürfnis in unwägbaren Zeiten wahr und sind gerne für Euch da!

An dieser Stelle sei vor allem nochmal erwähnt, dass es sich bei meinen Kursen um Wochenendkurse handelt, so dass ein Test ermöglicht, eine relative Sicherheit herzustellen, die – auch klar – bereits am 2. Kurstag schon wieder etwas gesunken ist. Aber auch dieses statistische Risiko ist noch immer hinnehmbar niedrig genug. Für wöchentliche Kurse funktioniert dieses Testkonzept natürlich nicht.

[edit 11. Februar 2021: Wegen des oben aufgeführten Absinken der Testsicherheit/ steilen Anstieg der Viruslast innerhalb von wenigen Stunden vor Symptombeginn gibt es bei mir seit Dezember Kurse nur noch am Tag der Testung. Also kein Kurstermin mehr am Sonntag, wenn der Test am Samstag stattgefunden hat. Wochenendkurse also: Samstag live, Sonntag zoom.]

Wie schützen wir uns – oldschool

Abstand:

hilft in erster Linie gegen die Übertragung im Sinne einer Tröpcheninfektion. Gegen Aerosole hilft er nicht.

Masken:

Alltagsmasken verringern sowohl die Abgabe von Tröpfchen, vermutlich auch ein wenig die von Aerosolen. Eine Maske schützt neben den Umstehenden wahrscheinlich gleichfalls auch zu einem kleineren Teil den Träger selbst vor einer höheren Viruslast. In welchen Grenzen dies genau geschieht, ist derzeit Gegenstand der erhitzten wissenschaftlichen Debatte. Meine Erfahrungen mit “meinen” Schwangeren in den letzten Monaten haben gezeigt, dass das Tragen von Masken über eine absehbare Zeit (Supermarkt, öffentlicher Nahverkehr, Praxisbesuch) natürlich problemlos möglich und absolut zumutbar ist, ein Kurs über mehrere Stunden hinweg jedoch nicht.

Lüften:

Derzeit wird ein Stoßlüften alle 50 Minuten, 10 Minuten lang, empfohlen. Bis jetzt gar kein Problem: Aber nun wird es kühl, nach 10-minütigem Lüften ist die Luft im Raum genau so kalt wie draußen.

Da wir in einem Geburtsvorbereitungskurs immerhin ca. 14 Stunden an einem Wochenende mit 8 Paaren in einem Raum verbringen, sind mir alle praktikablen und verhältnismäßigen Maßnahmen recht, die das Risiko eines “Superspreader-Events” signifikant verringern.

Ein Test dient dem Schutz jedes Einzelnen. Einen Test zur Bedingung einer Kursteilnahme zu machen, macht den Kurs zu einem sicheren Ort, der sich auch so anfühlt.

Natürlich ist die Altersstruktur der typischen Teilnehmerinnen so, dass ein schwerer Verlauf unwahrscheinlich ist (gleichzeitig ist es auch die sozial aktive Altersgruppe mit der höchsten Inzidenz). Auf der anderen Seite hat eine Infektion mit Corona bezüglich der nah bevorstehenden Geburt Konsequenzen.

Sicherheit – für alle.

Die Gefahr, dass ein coronapositiver Mensch im Kurs sitzt, ist – ohne Test – mit den obigen Zahlen etwa 56-mal höher, als dann, wenn sich alle Kursteilnehmer*innen testen lassen. Aber eben nur dann. Und wir testen uns für die Sicherheit der anderen – jeweils. Deshalb möchte ich gern alle Kursteilnehmer*innen testen. Ich biete den Test zum Selbstkostenpreis von 25,-/ Paar an. Ihr erhaltet eine Quittung und eine Bescheinigung über das Testergebnis, die Ihr bei der Krankenkasse einreichen könnt. Ich rechne damit, dass diese die Kosten auch erstattet werden, das wird die nahe Zukunft zeigen, dann aktualisiere ich die Infos hier.

Noch sicherer: Ein Online-Geburtsvorbereitungskurs

Für diejenigen unter Euch, denen das immernoch alles unheimlich ist, bleibt natürlich ein Onlinekurs, den man auf dem heimischen Sofa, zu beliebig wählbaren Zeiten gemütlich wegbingen kann. Das geht überall und zu beliebigen Zeiten, am Stück oder in Häppchen und mit der Option, nochmal zurückzuspulen, wenn man drei Wochen später nochmal gucken will, wie Damm-Massage geht. Zu meinem Online Geburtsvorbereitungskurs geht es hier.

Der Test ist positiv – und nun?

Die derzeitige Situation (incl. der Rechtslage innerhalb des Infektionsschutzgesetzes) definiert einen positiven Schnelltest noch nicht als “Corona-Fall”, der in die Statistik eingeht. Der laborbasierte PCR-Test (mit einem Laborarzt im Hintergrund, der die Diagnostik interpretiert und befundet) ist weiterhin der Goldstandard der Diagnostik. Wenn ein Schnelltest also positiv ausfällt, wird ein PCR-Test unmittelbar in die Wege geleitet. Bis zum Befund gilt die getestete Person als “positiv” und muss sich in häusliche Isolation begeben.

Schnelltests im Kreisaal

Ich hoffe sehr, dass sich die Schnelltests sehr bald auch in der Geburtshilfe direkt im Kreißsaal etablieren und dort flächendeckend zu Verfügung stehen. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sind sehr unterschiedlich geregelt und variieren unter anderem natürlich entlang des regional unterschiedlichen Infektions- oder gar Ausbruchsgeschehens in Kliniken. In fast allen Krankenhäusern dürfen die werdenden Väter (oder eine vorher angegebene Begleitperson) ihre Frauen zur Geburt begleiten. Dennoch ist es in einigen Kliniken so, dass die Männer erst ab einem bestimmten, unterschiedlich definierten Zeitpunkt mit dazu kommen können. Auch bei ambulanten Untersuchungen und Geburtsbesprechungen sind die Frauen allein (was natürlich auch nicht gut ist). Schlimm ist vor allem die Lösung, dass in einigen Krankenhäusern die Männer tatsächlich erst “ganz zum Schluss” der Geburt dabei sein dürfen, als gelte das “Herausschlüpfen des Babys” alleinig als Geburt. Die vielen Stunden Geburtsarbeit sind begleitungsbedürftig, und wir dürfen das nicht länger zulassen. Auch Besuche auf der Wochenbettstation sind mancherorts gar nicht möglich, überall aber sind sie eingeschränkt, auch Geschwisterkinder dürfen ihre Mütter üblicherweise nicht im Krankenhaus besuchen. Das ist alles schlimm, wir Hebammen setzen uns von Beginn für humane Lösungen ein und wissen gleichzeitig, dass die Vermeidung des Eintrags in vulnerable Strukturen, wie es ein Krankenhaus eben ist, enorm wichtig ist, nicht nur zum Schutz des Personals (das auch weitere Infektionsketten ingang setzt), sondern auch der Patient*innen in der geburtshilflichen Abteilung, der Neugeborenenstation, Intensivstation und OP, die ja alle mit dem Kreißsaal in Verbindung stehen. Es ist ein wirkliches Kack-Dilemma, und Schnelltests könnten Vieles davon lösen. Hier – und an den Toren der Senioren- und Pflegeheime – sind sie wirklich überfällig.

Daten und Quellen

Ich benutze den Abbott Panbio Covid-19 Ag Rapid Test. Dieser Test darf nur von HCP´s (Healthcare Professionals), also Angehörigen humanmedizinischer Heilberufe durchgeführt werden, dies sind Ärzt*innen, Zahnärzt*innen und Hebammen. Der Test ist CE-zertifiziert und ist für die Testung in Deutschland zugelassen.

RKI: Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARSCoV-2

Comparison of seven commercial SARS-CoV-2 rapid Point-of-Care Antigen tests; Victor M. Corman, Christian Drosten et al.; medRxiv doi: https://doi.org/10.1101/2020.11.12.20230292; November 13, 2020.

Pressemeldung der Abbott GmbH (deutsch)

Beipackzettel des Abbott Panbio

Vaginale Gesundheit – wichtig für eine unbeschwerte Schwangerschaft

Die orale Einnahme von Laktobazillen beeinflusst tatsächlich die vaginale Flora: Die Darmbakterien sind nämlich direkt an der Zusammensetzung der Vaginalflora beteiligt. Und diese wiederum ist wichtig für eine gesunde Schwangerschaft!

Laktobazil­len produzieren Milchsäure, einige von ihnen auch Wasserstoffperoxid (H2O2). Dieses reguliert den pH­-Wert und wirkt spezifisch als Bakteriozin, macht also die Umgebung ungastlicher für unerwünschte Bakte­rien und Pilze, sogar für Papilloma-Viren. Es schützt die Va­gina vor Fremdbesiedlungen etwa mit dem unerwünschten Gardnerella vaginalis und anderen Keimen, die im Kontext „Frühgeburtlichkeit“ (vorzeitige Wehen und frühe, vorzeitige Blasensprünge) eine Rolle spielen können. Auch bei Besiedelung mit B-Streptokokken können Probiotika einen günstigen Einfluss auf das Keimspektrum nehmen.

Mikrobentransfer unter der Geburt

Während einer vaginalen Geburt kommt das Baby zum allerersten Mal mit Bakterien direkt in Berührung – und es sind die aus der Vagina seiner Mutter und die aus ihrem Darm. Schon lange hängt man nicht mehr dem Ideal einer „keimfreien Geburt“ nach – heute weiß man es besser. Mama knows best – und Deine Bakterien sind das Beste, was es auf diesem Weg bekommen kann.

Muttermilch – ein probiotischer Drink für Dein Baby 

Früher hat man angenommen, Muttermilch sei steril, heute weiß man, dass dies ganz und gar nicht der Fall ist. Vor einigen Jahren hat man den so genannten entero-mammary-pathway entdeckt. Darmbakterien gelangen während der Schwangerschaft offenbar mit Hilfe so genannter dendritischer Zellen über die Blutbahn in das Drüsengewebe der Brust und besiedeln es.

Muttermilch ist ein in vielerlei Hinsicht hochkomplexes, für das Baby perfekt zusammengestelltes Nahrungsmittel mit allen erdenklichen Nährstoffen, aber auch unzähligen weiteren zellulären und epigenetischen Informationen. In einem Milliliter Milch sind neben mehr als 10 Millionen Bakterien, vor allem aus den Laktobazillen- und Bifidobakterien-Familien, auch Humane Milch-Oligosaccharide (HMO) enthalten, die die Bakterien „füttern“. Diese machen Muttermilch zu einem prä- und probiotischen Drink und leisten einen wesentlichen Beitrag zur physiologischen Besiedelung des Babydarms.

Das Busen-Mikrobiom und Infektionen

Diese „guten Bakterien“ sind nicht nur ideal für dein Baby, bestimmte Keimstämme (etwa L. salivarius und L. gasseri) können wirksam gegen eine Brustentzündung (Mastitis) sein und ihnen vorbeugen. Studien* haben gezeigt, dass sich der Zustand von Frauen, die diese Bakterien mindestens drei Wochen lang einnahmen, deutlich verbesserte, während sich bei den Placebo-Gruppen nichts Wesentliches änderte.

Vaginal Seeding

Wird ein Baby per Kaiserschnitt geboren, kommt es während der Geburt nicht mit mütterlichen Vaginalkeimen in Kontakt. Es ist bekannt, dass Kaiserschnitt-Babys im Laufe ihres Lebens häufiger unter Allergien, allergischem Asthma, Übergewicht und verschiedenen Autoimmunerkrankungen leiden als Babys, die vaginal auf die Welt gekommen sind. 

So wurde von Mikrobiomforschern in den USA vor einigen Jahren die Idee des Vaginal Seeding geboren. Die frisch per Bauchgeburt geschlüpften Babys werden dazu nach der Geburt bereits im OP im Mund, im Gesicht und an den Händchen mit dem Vaginalsekret ihrer Mütter benetzt, um diesen Keimtransfer zu imitieren. Auch einige Kliniken in Deutschland bieten das mittlerweile an. Sollte das aus unterschiedlichen Gründen keine Option sein, ist das MAMA & BABY FLOR eine Idee, um dies zu ersetzen.

Baby´s Bauch …

Die Besiedelung mit einem besonders günstigen, physiologischen Keimspektrum, das wir von unserer Mutter weitergegeben bekommen, ist tatsächlich die Wiege unserer Mikrobiota, vermutlich lebenslang. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für unsere Gesundheit und beeinflusst alle nur denkbaren Organsysteme, von der wichtigen Barrierefunktion der Darmschleimhaut bis zur Gut-Brain-Axis.

Schon allein der Magen-Darm-Trakt eines frisch geborenen Babys muss Enormes leisten: Nahrung aufnehmen, sie peristaltisch weiterleiten, verstoffwechseln, wieder ausscheiden. Es dauert etwa 3 Monate, bis sich diese Vorgänge gut eingespielt haben. In dieser Zeit mühen sich viele Babys mit ihrer Verdauung. Das ist in einem gewissen Rahmen normal und auch nicht therapiebedürftig. Sollten aber gewisse Umstände für eine Dysbiose sprechen, kann die gezielte Gabe gewisser probiotischer Stämme dem Baby beim Aufbau einer gesunden, stabilen Darmflora helfen.

Ein Probiotikum für Mama & Baby

Und weil die Bakterienstämme von schwangerer Frau, stillender Mutter und Baby auf diese wundersame Weise voneinander abhängen und sich bedingen, haben wir ein Probiotikum entwickelt, dass auf diese besonderen Zusammenhänge rund um Schwangerschaft und Geburt abgestimmt ist: Das Mama Baby Flor.

Mama & Baby Flor

Tropfen mit Bifidusbakterien (Bifidobacterium infantis) und Lactobazillen (Lactobacillus fermentum (cect 5716), Lactobacillus rhamnosus, Lactobacillus reutreri, Lactobacillus salivarius) für Schwangere, Stillende, Babys und Kleinkinder, gelöst in Bio-MCT-Öl aus der Kokosnuss. 30 Tropfen enthalten 1×10^9 CFU 

22,90€

Mikrobiom für Mama und Baby

20 ml (114.5 € / 100 ml)

Entdecken

Welche Bakterienstämme sind enthalten?

Lactobacillus rhamnosus

Ein wichtiger Keim der gesunden vaginalen Flora, in der Darmflora ist er assoziiert mit einer positiven Wirkung auf das Immunsystem, vor allem die Inzidenz von Atemwegserkrankungen.

Lactobacillus fermentum 

Kommt natürlicherweise in der Muttermilch vor. Dieser Keim konnte in einer Studie Beschwerden durch schmerzhafte Milchstaus, ausgelöst durch Staphylokokken, lindern. Babys profitieren von einer probiotischen Gabe und weisen deutlich weniger Magen-Darm-Infekte im ersten Lebenshalbjahr auf. 

Lactobacillus reutreri

Eines der bestuntersuchten Keime mit vielfältigen positiven Wirkungen. Auch er kommt natürlicherweise in der Muttermilch vor, deren Menge ist unmittelbar abhängig von der Anzahl im mütterlichen Darm. L. reuteri produziert Reuterin, ein Bacteriozin gegen schädliche Bakterien (etwa Clostridien) und gegen Rotaviren.

Lactobacillus salivarius 

Ist der Signatur-Keim der Darmflora von gestillten Babys.

Bifidobacterium infantis

Dieses Bakterium ist ebenfalls als Probiotikum gegen Mastitiden bekannt. L. salivarius ist zudem ein Keim, der Wasserstoffperoxid (H2O2) synthetisiert, ein wichtiges Bakteriozin für die Vaginalflora und auch für die gesunde Babydarm-Barriere und sein Immunsystem.

Für wen sind die Tropfen?

Diese Tropfen sind ein Produkt für beide, also für Mama und Baby. Gründe, sie gegebenenfalls ergänzend zu eventuell medizinisch verordneten Therapien zu nehmen, können sein:

Mama

  • Alle Themen rund um vorzeitige Wehen oder (drohende) Frühgeburtlichkeit, auch in der Vorgeschichte
  • Wiederkehrende vaginale Infektionen oder Blaseninfekte
  • Infektionen mit B-Streptokokken
  • Nach Antibiotikagabe
  • Bei Brustentzündungen oder wiederkehrende Milchstaus/ Mastitiden, auch in der Vorgeschichte
  • Dosierung: 1-2 x tgl. eine halbe Pipette (30 Tropfen) vor einer Mahlzeit direkt in den Mund tropfen

Baby

  • Nach einer Bauchgeburt (Geburt mit einem Kaiserschnitt)
  • Nach einer Antibiotikagabe unmittelbar vor oder während der Geburt oder später in der Babyzeit
  • Nach wiederholten Candida-Infektionen in der Schwangerschaft
  • Wenn Dein Baby nicht gestillt wird
  • Ergänzend bei Mund- und/ oder Windelsoor
  • Bei „Dreimonatskoliken“, wenn ein Ungleichgewicht der Darmflora dahintersteckt.
  • Dosierung: 1-2 x tgl. eine viertel Pipette (15 Tropfen) vor einer Mahlzeit in den Mund tropfen

30 Tropfen enthalten 1×10^8 KBE 

Auch für uns Hebammen hat sich vieles verändert. Der Alltag in Hausbesuchen, in den Praxen und natürlich auch im Kreißsaal steht unter neuen Vorzeichen. Unsere wichtige Arbeit in unterschiedlichen Kursen ist auf die zuvor vertraute Weise sicher noch für viele weitere Wochen unmöglich, derzeit finden so gut wie gar keine Präsenzkurse statt, da die behördlichen Auflagen (alle im Sinne der sinnvollen Regeln zur Eindämmung des Infektionsgeschehens) in so gut wie allen Hebammenpraxen nicht umsetzbar sind.
Damit Euch nun nicht diese wichtige Konstante, nämlich ein guter und qualifizierter Geburtsvorbereitungskurs wegbricht, bieten viele Hebammen nun diese Kurse online an. 

Online-Kurs? Was genau ist das?

Mitte März, tatsächlich wenige Stunden vor dem Lockdown, haben Nora & Ralph, (howwow.tv), zwei professionelle Filmleute und ich, geistesgegenwärtig, improvisiert und spontan, wie es unsere Art ist, meinen vorerst letzten „real-life“-Geburtsvorbereitungskurs aufgezeichnet. 

Drei Paare waren „in echt“ anwesend, die anderen damals schon per zoom zugeschaltet. So entstand ein echter, lebendiger und natürlich voll umfänglicher Geburtsvorbereitungskurs, so wie ich ihn sonst auch gebe. Das Ganze in top Ton- und Bildqualität, damit nichts rauscht oder knistert – und natürlich auch mit wichtigen Corona-Bezügen.

Ich sitze also nicht vor einer Wand und monologisiere in die Kamera.

Zusätzlich zu diesem Kurs, den Nora in Windeseile aus diesem Material produziert hat, und den Ihr als Stream in Eurem Tempo wahlweise in kleinen Häppchen gucken oder  wegbingen könnt, gibt es (optimalerweise dann, wenn Ihr den Video-Kurs fertig geguckt habt) zusammen mit ein paar anderen Paaren eine gemeinsame 2-stündige „live-Einheit“ als Video-Call.

Darin könnt Ihr mir live und in Farbe alle Eure übrig gebliebenen Fragen stellen und ich werde Euch alle aktuellen Entwicklungen der Corona-Situation und deren Auswirkung auf die Geburt (Updates zu Themen wie: Partner im Kreißsaal, Maskenpflicht im Krankenhaus, ambulante Geburt, Versorgung durch freiberufliche Kolleginnen, Konsequenzen für Euer Baby, etc.) erzählen. Die TeilnehmerInnenzahl für diesen Livecall ist natürlich begrenzt, deshalb sucht Ihr Euch bei der Kursbuchung am besten gleich schon einen Termin aus.

Wenn Du schon jetzt sicher bist, dass Du den Kurs machen möchtest und sofort loslegen magst: Dann ist das hier die Abkürzung.

Für detaillierte Infos: lies einfach weiter.

Warum so und nicht als „zoom-Kurs“ live?

Diese Frage stellt sich in erster Linie deshalb, weil zoom-live-Kurse die einzige Art Kurse sind, die derzeit problemlos und direkt mit den Krankenkassen abzurechnen sind, dazu unten gleich mehr. Nicht, weil es meine Lieblingsvariante wäre, aber natürlich ist das auch eine Option.

Direkt in den ersten Wochen des Lockdown habe ich mit verschiedenen Varianten an Kursen experimentiert und mich natürlich auch mit Kolleginnen lebhaft ausgetauscht. Zu Beginn war alles noch total aufregend und man fand es toll, was denn „nun doch noch alles geht“. Nach kurzer Zeit aber stellte sich (wohl bei uns allen) eine gewisse zoom-Müdigkeit ein, hier und da bekamen wir es mit recht wackeligen Ton- und Bildqualitäten zu tun. Nicht alle KursteilnehmerInnen haben Zugang zu einer ausreichenden, stabilen WLAN-Verbindung oder sie sitzen bereits den ganzen Tag im Homeoffice vor dem Bildschirm. Während eines live-Kurs ist technischer Support („Can you hear me?“) von meiner Seite aus nicht möglich, und wenn Ton oder Bild permanent wegbricht, ist das mindestens nervig. 

Ich bin also sehr glücklich mit dieser ganz anderen Variante des Kurses, unter anderem aus folgenden Gründen:

  • Das Anschauen eines Kurses in erstklassiger Ton- und Bildqualität erlaubt Euch, den Kurs in für Euch passenden Einheiten anzugucken, zu den Zeiten, wenn es Euer gerade möglicherweise recht turbulenter Alltag erlaubt. Ihr könnt Euch Notizen machen, noch mal zurückspulen, eine Übung in Eurem Tempo wiederholen, oder auch einfach mal ausschalten, alles das. 
  • Es gehen keine wertvollen Kursinhalte aus „technischen Gründen“ verloren, weil das WLAN wegen Überlastung zusammenbricht.
  • Ihr habt ein Jahr lang Zugriff auf den Kurs. Ihr könnt also zu unterschiedlichen Phasen der Schwangerschaft einzelne Kapitel nochmal gucken, wenn ein konkretes Interesse kurz nochmal „hochpoppt“.
  • Last but not least: Das Konzept geht glücklicherweise offenbar auf: Die bislang 80 teilnehmenden Paare sind bisher sehr happy mit dieser Lösung und wir erhalten tatsächlich umwerfendes Feedback J

Die Abrechnung

Viele Hebammenleistungen (nicht alle) sind grundsätzlich in einer Gebührenvereinbarung mit den gesetzlichen Krankenkassen verankert. Diese können von uns Hebammen innerhalb eines Vertrages mit den Krankenkassen abgerechnet werden. Auch die genaue „Form“ der Leistung ist im Detail in jener Gebührenvereinbarung geregelt. Für Kurse gelten beispielsweise Höchstgrenzen der abzurechnenden Kursstunden, auch die Teilnehmerinnenzahl ist geregelt. Bis zum 30.9. gilt eine „SARS-CoV-2-Sonderfassung“, in der vorgegeben ist, wie mit Leistungen, die derzeit entweder nicht möglich oder nicht geraten sind, so lange ersatzweise umgegangen wird.

Nur dann, wenn die erbrachte Leistung im Gebührenkatalog vorkommt, darf (bindende Vereinbarung) und kann sie (technisch über das Abrechnungssystem) überhaupt abgerechnet werden. Ein Kurs per Stream in Verbindung mit einem Live-Call gehört nicht zu den Sonderfall-Leistungen, deshalb darf und kann ich diesen Kurs in keinem Fall direkt mit Eurer Kasse abrechnen, aber: Viele (nicht alle!) Kassen erstatten Euch nachträglich die Kursgebühr. Wie genau folgt gleich unten.

Anders ist das bei vollständigen live-zoom-Kursen. Diese können (zumindest bis zum 30.9.2020) direkt mit den Kassen abgerechnet werden. Mein Kurs ist aber eben kein live-zoom-Kurs.

Ich möchte den Kurs buchen – wie funktioniert das alles und was kostet der Kurs?

Ihr müsst also den Kurs zunächst selbst bezahlen. Ihr bekommt dann eine Rechnung, in der alles ganz genau aufgeschlüsselt ist und die alle abrechnungsrelevanten Details enthält, die Ihr dann Eurer Kasse zur Erstattung einreichen könnt.

Der Kurs kostet Eure Kassen exakt das Gleiche wie immer, ich berechne quasi die identische Gebühr, die ich sonst den Kassen in Rechnung stelle. 

Aufgefummelt sind das 14 Stunden Geburtsvorbereitung, nach der Gebührenziffer 0700 der Hebammenvergütungs-Vereinbarung mit 7,96 pro Stunde berechnet, insgesamt also 111,44 Euro. Dazu kommt die übliche Partnergebühr in Höhe von 125,- Euro (in meinen „echten“ Kursen in Berlin sind das 150,-), darauf wird dann wiederum Mehrwertsteuer berechnet und das Ganze dann abgerundet.
Alle zusätzlichen Kosten für die Produktion, die technische Bereitstellung, für die Bezahlsysteme sowie für meine Praxismiete, die ich weiterhin bezahlen muss, trage ich selbst und sind selbstverständlich im Kurspreis enthalten (das ist wichtig für Eure Kassen, nichts davon wird berechnet).

Insgesamt macht das eine Kursgebühr in Höhe von 269,- Euro. 

10% des Kurspreises spenden howwow und ich an Ärzte ohne Grenzen, die derzeit überall in der Welt gebraucht werden, um Menschen zu helfen, die in weniger privilegierten Gesundheitssystemen leben oder auf der Flucht sind. 

Übernahme durch die Krankenkassen

In den letzten Wochen haben etliche Krankenkassen (allen voran viele der AOK‘s und BKK‘s) die Kurskosten für die Frauen übernommen. Die Partnergebühr wird auch in den üblichen Präsenzkursen unterschiedlich behandelt, von „wird gar nicht bezahlt“ über „teilweise“ bis „komplett“ ist alles dabei. So auch hier bei dieser Sondervariante.

Die Tatsache, dass es bei einigen Kassen nach freundlichen, aber bestimmten Briefen eben doch klappt, zeigt, dass sich argumentieren lohnen kann, wir können und wollen dazu dennoch nichts versprechen. Meine Bemühungen, irgendwelche Informationen zur Weitergabe an Euch zu erhalten, werden natürlich konsequent abgeblockt. Offenbar wollen die Kassen keine Präzedenzfälle schaffen und antworten auf meine Anfragen gar nicht erst.

Sollten Eure Kassen also zunächst ablehnen, geht Ihr in den Widerspruch, und ab hier sind Argumente gefragt.

Hier ein paar Vorschläge, die Ihr in Euren individuellen Text einbauen könnt:

  • Die Versorgung mit medizinischer Grundversorgung ist für alle Kassenversicherte im Sozialgesetzbuch geregelt. Eure Krankenkassen unterliegen gemäß  §72 Abs. 1 SGB V dem so genannten Sicherstellungsauftrag. Das bedeutet, dass die Kassen gemeinsam mit allen Leistungserbringern dafür Sorge tragen müssen, dass Euch alle Leistungen der medizinischen Grundversorgung zugänglich gemacht werden. Dazu gehören auch sämtliche Hebammenleistungen, und eben auch ein Geburtsvorbereitungskurs einer Hebamme (nur Hebammenkurse fallen darunter!). Wenn Ihr also schlicht keinen live-zoom-Kurs findet, sind Eure Kassen verpflichtet, Euch bei Alternativen zu unterstützen. Natürlich können (oder wollen) nicht alle Hebammen mal eben umswitchen auf “Online-Kurs”, das wissen die Kassen natürlich auch ganz genau. Es wird also in der sowieso angespannten Hebammenlage weitere Engpässe und Unterversorgungen geben. Eure Kassen sind da in der Pflicht. Und eine Alternative – wäre zum Beispiel dieser Kurs.
  • Oder man möchte etwa aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht via zoom (dazu gab es in den letzten Wochen nach Hackerangriffen ja reichlich Presse) teilnehmen, ebenfalls im Gesundheitsbereich ein vulnerabler Punkt, auf den ich abzielen würde. Ihr glaubt gar nicht, was wir Hebammen an DSGVO-Auflagen erfüllen müssen für jeden Post-It, auf den wir was draufkritzeln – und jetzt soll plötzlich alles per whatsapp und zoom laufen, was sonst ausdrücklich verboten ist – weils grad in die Argumentation passt? 
  • Last but not least: Erwähnt unbedingt, dass Ihr diese Variante anstatt der anderen Varianten wahrnehmt und nicht eine weitere Hebamme noch einen Geburtsvorbereitungskurs abrechnet. Auch die Übernahme im Rahmen eines Präventionskurses wäre eine Idee, auf die Ihr Eure Kasse bringen könnt.

Diese etwas umständlichen, fein ziselierten Argumente sind die einzige Argumentationshilfe und Unterstützung, die wir Euch geben können, aber darin ist alles enthalten, was entscheidungsrelevant ist. Alles Weitere müsst Ihr mit Euren Kassen diskutieren. Bei einigen rennt Ihr sicher offene Türen ein und ihr habt binnen Tagen das Geld auf Eurem Konto, bei anderen beißt Ihr auf Granit und Ihr müsst die Kursgebühr vollständig selbst bezahlen. Wenn Ihr eine Zusage bekommt – lasst Sie Euch in jedem Fall schriftlich geben.

Und nur deshalb, weil wir vereinzelt danach gefragt wurden: Nein, wir können nicht stattdessen „irgendwas anderes“ abrechnen oder „irgendwas anderes“ auf die Rechnung schreiben. Unser System generiert die Rechnungen automatisch, und es steht genau das drauf, was Ihr bekommt.

Ihr möchtet gern den Kurs machen und sofort loslegen mit dem Gucken? Dann klickt hier!

Oder Ihr zögert noch und möchtet erstmal noch überlegen: Hier könnt Ihr Euch in die Mailingliste eintragen.

So oder so: ich würde mich sehr freuen, Euch im Onlinekurs und dann im Live-Call persönlich willkommen zu heißen! Bis ganz bald!

Online Geburtsvorbereitung
mit  Hebamme
Kareen Dannhauer

Wenn du deine Produkte im Internet kaufst (was natürlich total in Ordnung ist), vergewissere dich der Seriosität des Herstellers. Schaue unbedingt ins Impressum, welches Unternehmen und welche Menschen dahinterstecken, und gern auch, was die Geschäftsführer noch so machen. Sind da fachlich kompetente Leute am Werk (findest du überhaupt Informationen dazu?) oder eher solche, die in erster Linie auf ein schnell skalierendes Online-Business aus sind?

Es ist relativ einfach, mit einem gewissen Invest bei den großen Verkaufsplattformen mit einem neuen Hipster-Produkt sehr schnell auf den ersten Plätzen gerankt zu werden, spezialisierte Agenturen machen den ganzen Tag nichts anderes. Ein hübsches Design, ein knackiges Storytelling dahinter, ein paar Domains mit „Informationsportalen“ gekauft, einen Online-Kurs dazu und einen großen Schwung 5-Sterne-Bewertungen – fertig ist das Geschäftsmodell.

  • Wenn du sicher sein möchtest, dass die strengen gesetzlichen Richtlinien, etwa zu Inhaltsstoffen und Dosierungen, die in Deutschland gelten, eingehalten werden, solltest du einen Hersteller wählen, der seine Ware in Deutschland produziert und aus Deutschland verschickt. Viele Produkte, die aus dem Ausland versandt werden, sind hierzulande schlicht nicht verkehrsfähig und dürfen daher gar nicht in Deutschland verkauft werden.

  • Besonders „bio“ oder „natürlich“? Kommt besonders gut an und sieht auch schicker aus auf Instagram, so ein fancy Superfood-Extrakt aus fernen Ländern. Die Dosis konkreter Vitamine aus einem Pflanzenextrakt ist für ein NEM aber schwierig umzusetzen oder sogar gar nicht erlaubt (weil natürliche Stoffe nie standardisierte Mengen eines Wirkstoffes enthalten, das aber im Rahmen der Verkehrsfähigkeit eine Rolle spielt). Vor allem geht „natürlich“ meist zulasten der Bioverfügbarkeit, weil die „aktivierten“ Verbindungen aus dem Labor weniger von den komplexen Umbauprozessen in deinem Stoffwechsel benötigen. Und man benötigt auch viel größere Mengen, etwa „8 Kapseln für den Tagesbedarf“. Wenn da „aus Gojibeerenextrakt“ steht – iss lieber die Gojibeere selbst (die heimische Blaubeere tuts auch).

  • Bioverfügbarkeit: Bestimmt ist dies das Kriterium, das du ohne fachliches Hintergrundwissen am wenigsten einschätzen kannst. Das kann man aber nicht in einem einzelnen Post erklären. Ein bisschen mehr findest du auch in diesem (älteren) Blogartikel.

  • Wirkangaben: Am liebsten würde man natürlich auf seinen Kapseln lesen, dass diese „auch richtig was bringen“ und „wofür die genau sind“. Allerdings wären das Wirkaussagen mit gesundheitlichem Bezug, und die sind in Deutschland bei NEM verboten! Die einzige Ausnahme sind die so genannten, eng definierten Healthclaims, das sind die etwas geschraubten Formulierungen wie „Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und einer normalen Reproduktion bei“. Je zurückhaltender die Formulierungen sind, umso ernster nehmen die Hersteller die Gesetzeslage.

  • Der Preis: Gute Zutaten in der entsprechenden Qualität sind nicht billig, Wirkstoffe in guter Bioverfügbarkeit kosten oft ein Vielfaches (etwa CoQ10: Ubiquinol kostet mindestens das Doppelte oder Dreifache wie Ubiquinon). Dennoch fallen die Preise der unterschiedlichen Präparate extrem auseinander. Schau auf den Preis der gesamten Tagesdosis, von manchen Produkten benötigst du für die vorgesehene Tagesdosis eine, von anderen zwei oder mehr pro Tag.

  • Nur eine Pille? Wenn du dir einen individuellen Nährstoffplan zusammenstellst, landest du vermutlich bei einer Art „Baukasten“,den du dir ganz nach deinen Bedürfnissen und Gesundheitsthemen (etwa deiner Ernährungsform, deinem Alter, deiner medizinischen Vorgeschichte) individuell zusammenstellen kannst. Es wird also eher ein kleines Sammelsurium unterschiedlicher Präparate sein, zum Beispiel ein Multi, dazu Vitamin D (je nach Laborwert), Omega3 und ein Probiotikum. Es gibt diese Baukästen auch schon fertig zusammengestellt, meist sind das die qualitativ hochwertigeren Produkte, die eben auch etwas teurer sind. Auch wenn es convenient erscheinen mag: In eine einzige Pille passen die benötigten Supplemente meist schon quantitativ nicht hinein.

Welche konkreten Produkte das zum Beispiel sein können? In diesem Blogartikel findest Du ein paar Produkte, die Du Dir einfach in Deinen Warenkorb klicken kannst: Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft.

Die Basis für die Summer-Splash-Ideen ist gut gekühlter into-life-Tee in Deiner Lieblingssorte.

Der Tee wird frisch gekocht, für diesen Zweck eher mit etwas mehr Tee (gut zwei gehäufte Esslöffel auf eine kleine Kanne) und kürzerer Ziehzeit (nicht länger als sechs Minuten), so bleibt er mild und sehr fein.

Der fertige Tee wird dann am besten recht zügig herunter gekühlt. Das geht zum Beispiel „klassisch“, indem Du zwei Hände voll Eiswürfel in ein Sieb gibst und den leicht abgekühlten Tee darüber und in eine Kanne gießt. Je schneller der Tee abkühlt, umso weniger Bitterstoffe landen im Getränk – Himbeerblätter und Frauenmantel enthalten einige davon. Aber auch dann, wenn Du den Tee ganz simpel in der Kühlschrank stellst, gibt es am Ende einen – verglichen mit klassischem Schwarztee – noch immer recht milden Eistee.

Und hier geht es zu den into life Tees

Besonders fruchtig

  • 1 Schuss Himbeersirup über einige Eiswürfel ins Glas geben
  • vier kleingeschnittene Erdbeeren oder einen halben kleingeschnittenen Pfirsich dazu (oder was immer Du da hast, Melone schmeckt auch super)
  • auf 2/3 mit Tee ergänzen
  • mit Mineralwasser auffüllen

Besonders frisch

  • 1/3 Apfelsaft über einige Eiswürfel ins Glas geben
  • auf ¾ mit Tee ergänzen
  • mit Mineralwasser auffüllen
  • 1-2 Sanddorn-Saft Eiswürfel dazugeben

Besonders fein

  • 1 Schuss Holunderblütensirup über einige Eiswürfel ins Glas geben
  • einen Minz- oder Melissezweig dazu
  • auf 2/3 mit Tee ergänzen
  • mit Mineralwasser auffüllen

Danke für das wunderschöne Bild, Frau Gold!

Unsere Teesorten

Babyblues

Der Babyblues tritt typischerweise oft ein paar wenige Tage nach der Geburt auf, oft etwa zwischen dem 3. und 5. Wochenbetttag, und es erwischt zumindest in milder Form fast alle Frauen. Ungefähr dann also, wenn du nach dem Klinikaufenthalt mit deinem Baby nach Hause kommst. Nach der Anfangseuphorie: »Es ist geschafft! Das Baby ist da!« kommt vielleicht ein erstes emotionales Tief. Die Geburt, die hinter dir liegt, hat dich ordentlich durcheinander gewirbelt, kör- perlich und emotional. Das Geburtserlebnis wirkt nach, es braucht Zeit, um das alles zu verarbeiten und wieder Boden unter die Füße zu bekommen.

Nun kommt so viel Neues auf dich zu: Dein kleines zartes Baby liegt in deinem Arm und plötzlich sollst du alles wissen und können und bist bei alledem doch selbst noch so unsicher. Nach der anstrengenden Geburt ist der Schlaf rar, dein Baby weint manch- mal, ohne dass du immer weißt warum, du kannst es nicht sofort trösten, Stillen klappt nicht »mal eben so« und ist am Anfang viel fummeliger als gedacht, deine Geburtsver- letzungen schmerzen, die Brustwarzen und alles andere sind so empfindlich …

Sicher spielen auch hormonelle Faktoren eine Rolle, die Schwangerschaftshormone, vor allem das Progesteron, verschwinden aus deinem Körper, die Umstellung auf die Milchbildung ist eine hormonelle Achter- bahnfahrt, und die merkst du eben auch. Meist legt sich das nach den ersten 14 Tagen nach der Geburt wieder. Manchmal auch nicht – auch dazu folgt im Kapitel Mehr als Ba- byblues: Schock und Trauma noch mehr. Auch ganz wichtig: Der Babyblues ist keine Wochenbett- depression. Ist ersteres ein – wenn auch emo- tionsreiches und aufwühlendes – normales Umstellungszeichen deiner Seele, stellt eine ž Wochenbettdepression eine echte, tiefer ge- hende psychische Beeinträchtigung dar.

Das hilft beim Babyblues

Hebammenweisheit Nummer 1: Wochenbett halten! Ganz viel schlafen, ruhen, liegen.

Ruhe, Einkuscheln zu Hause, wenig oder gar kein Besuch. Lade nur Menschen ein, die du wirklich gern um dich haben möchtest, das sind nicht immer die, die am dringendsten kommen wollen.

kannst es nicht sofort trösten, Stillen klappt nicht »mal eben so« und ist am Anfang viel fummeliger als gedacht, deine Geburtsver- letzungen schmerzen, die Brustwarzen und alles andere sind so empfindlich …

Sicher spielen auch hormonelle Faktoren eine Rolle, die Schwangerschaftshormone, vor allem das Progesteron, verschwinden aus deinem Körper, die Umstellung auf die Milchbildung ist eine hormonelle Achter- bahnfahrt, und die merkst du eben auch. Meist legt sich das nach den ersten 14 Tagen nach der Geburt wieder. Manchmal auch nicht – auch dazu folgt im Kapitel Mehr als Ba- byblues: Schock und Trauma noch mehr. Auch ganz wichtig: Der Babyblues ist keine Wochenbett- depression. Ist ersteres ein – wenn auch emo- tionsreiches und aufwühlendes – normales Umstellungszeichen deiner Seele, stellt eine ž Wochenbettdepression eine echte, tiefer ge- hende psychische Beeinträchtigung dar.

Viel Hautkontakt mit dem Baby, das ist gut für die Oxytocinproduktion. Dieses Hormon ist wichtig für die Milchbildung, bindungsfördernd und hat, weil Liebe eben so toll ist, eine stimmungsaufhellende Wirkung.

Umsorgt sein: Lasse dir die Schnitt- chen ans Bett servieren. Du bist im Wochenbett und solltest dich in den ersten beiden Wochen nach der Geburt (mindestens) um nichts (!) im Haushalt kümmern müssen.

Pflege dich: Gehe einmal ausgiebig unter die Dusche (während dein Mann mit dem Baby kuschelt) und creme dich mit einer wohlduftenden Creme ein. Vielleicht verwöhnt er dich danach mit einer Bauch- oder Kreuzbeinmas- sage. Noch besser: Vielleicht geht dein Mann auch, während du duscht, mit Baby zum Lieblingsbäcker, Torte kaufen. Und Blumen mitbringen.

Mehr als Babyblues: Schock und Trauma

Manche Geburten sind das Gegenteil von einer Traumgeburt. Alles ist anders ge- kommen, als du es dir gewünscht hast. Möglicherweise waren medizinische Inter- ventionen nötig, vielleicht gab es kritische Situationen im Kreißsaal, für dich oder dein Baby. Vielleicht fühltest du dich auch hilflos, alleingelassen und ohnmächtig oder hast die medizinischen Notwendigkeiten als Über- griff erlebt. Vielleicht ist da erst mal das Ge- fühl, als seist du oder dein Baby gerade noch mit dem Leben davongekommen – ob das »objektiv so war«, ist vollkommen zweitran- gig – was zählt, ist dein Erleben. Wohlmeinende Ratschläge wie »Sei doch froh, ist ja alles noch mal gut gegangen«

machen nichts besser. Gefühle wie Ohn- macht, aber auch Wut, Trauer, Enttäu- schung sind da, manchmal in achterbahn- artigem Wechsel, und verwirren dich. Du hast ein existenzielles Erlebnis hinter dir und wirklich in einen Abgrund geschaut. Dass Gebären und Sterben irgendwie ein Kreis- lauf sind, hast du leibhaftig erlebt – und bist erschüttert von der Fragilität unseres Le- bens und allem, was wir sonst so für selbst- verständlich halten.

Möglicherweise fühlst du dich auch in der Hinwendung zu deinem Baby innerlich blockiert, und das zu erleben ist schlimm. Rational ist dir das alles klar, aber dein Ge- fühl kommt da nicht mit. Und auch in dei- nem Körper ist dieses Trauma gespeichert.

Schmerzvolle Erfahrungen brauchen nicht nur, aber auch Zeit, um zu heilen. Vielen Frauen hilft es, über ihre Erfahrungen zu sprechen, deine Hebamme ist hier die aller- erste Adresse. Wenn es aber nicht besser wird und du wirklich Hilfe brauchst, gibt es in größeren Städten Menschen, die sich auf die Begleitung traumatisierter Menschen, auch nach Geburten, spezialisiert haben. Adres- sen dazu findest du im Anhang.

Buchtipps: Tanja Sahib, Es ist vorbei – ich weiß es nur noch nicht. Bewältigung traumatischer Geburtserfahrungen. Books on Demand 2013.
Im Herbst 2017 erscheint das zweite Buch der Ber- liner Psychotherapeutin zu depressiven Krisen rund um Schwangerschaft und Geburt.

Viresha Bloemeke, Es war eine schwere Geburt. Wie schmerzliche Erfahrungen heilen, Kösel 2015. Beide Autorinnen arbeiten in ihren Praxen in Berlin (Tanja Sahib) und Hamburg (Viresha Bloemeke) seit Jahren zu diesem Thema.

Wochenbettdepressionen

In verschiedenen Bereichen rund ums Kinderkriegen begegnen dir auch immer mal Gefühle und Gedanken, die nicht nur die reine Freude sind, sondern auch andere Facetten auf der zur Verfügung stehenden Emotionspalette abdecken. Ambivalente Gedanken gehören dazu und Momente von Zweifeln, Erschöpfung und Sorgen. Auch wenn es auf den vielen bunten Bildern in Büchern und auf all den Mutti-Blogs manchmal nicht so aussieht: Natürlich ist diese dunkle Seite des Mondes völlig nor- mal, und allen Frauen geht das so!

Direkt nach der Geburt bist du vermutlich erst mal froh, dass du es geschafft hast und euer Baby nun bei euch ist. Vielleicht hast du dir das alles aber auch noch viel toller, dich noch viel glücklicher vorgestellt. Dieses Gefühl von »alles ist wundervoll« ist nicht so richtig da. Du wärest gern die glücklichste Mutter der Welt, aber so fühlt es sich gar nicht an. Du bist irritiert oder auch ent- täuscht. Manchmal fühlt es sich einfach so an, als würde hinter dem nächsten Hügel noch das große, in jeder Faser spürbare Mut- terglück warten, wie der Goldtopf unterm Regenbogen. Aber irgendwie stellt sich die- ses absolute Leuchten noch nicht ein.

Ein Babyblues ist keine Wochenbettdepres- sion und umgekehrt. Es handelt sich tat- sächlich um zwei ganz verschiedene Phä- nomene. Während deržBabyblues in mehr oder weniger ausgeprägtem Ausmaß fast jede Frau betrifft, meistens aber eine Sache eher von »Tagen, die vorbeigehen« ist, ist eine Wochenbettdepression eine wirkliche psychische Erkrankung, die natürlich auch in verschiedenen Schweregraden auftreten kann. Je nach Literatur schwankt die Häu- figkeitsangabe zwischen 10 und 20 Prozent. Innerhalb dieser Wochenbettdepression gibt es auch eine breite Spanne, wie ausge- prägt die Symptomatik ist und wie sehr die Frauen selbst darunter leiden. Es gibt milde Formen, die man mit einer gewissen psy- chischen Grundstabilität und ihren inne- ren Ressourcen gut übersteht, bis es einfach wieder vorbei ist, so wie das in anderen Pha- sen des Lebens manchmal eben auch so ist. Eine ausgeprägte Wochenbettdepression ist dagegen etwas anderes. Oft beginnt sie erst etwas später, also wenige Wochen, manch- mal sogar Monate nach der Geburt, oder Frauen erleben nach dem Babyblues keine Erholung, sondern schlittern nahtlos in eine handfeste Depression hinein. Manchmal erwischt es Frauen sogar auch erst dann, wenn das »Elterngeldjahr« rum ist und sie wieder beginnen, zu arbeiten. Weil dann erst »alles zu viel« wird und der emotio- nale Spagat mit all seinen Anforderungen an Baby, Job, Liebesbeziehung, zu Hause zur ungeahnten Herausforderung wird. Im klassischen Sinn ist das keine Wochenbett- depression mehr, ich würde sie dennoch dazuzählen.

Bei einer Wochenbettdepression rankt sich vieles um das Thema Erschöpfung und Überforderung, sehr ähnlich einer Erschöp- fungsdepression. So als hätte zwischen all dem Alltag das einfache Glück keinen Platz. Es ist einfach auch anstrengend, die erste Zeit mit dem Baby! Sobald sich die An- fangseuphorie gelegt hat, begegnet dir viel- leicht der Widerspruch zwischen Vorstel- lung und Wirklichkeit. Dein Baby braucht viel mehr Non-stop-Aufmerksamkeit, als du dachtest. Es weint vielleicht mehr als du dachtest. Es fügt sich weniger in dein Leben ein, als du dachtest. Dazu kommt die stän- dige Müdigkeit. Die Nächte sind kurz, kaum bist du mal richtig eingeschlafen, wacht dein Baby wieder auf. Und neben all dem hast du das Gefühl, du kommst zu gar nichts. Leckeres Essen zu kochen schaffst du viel zu selten, beim Friseur warst du schon ewig nicht mehr, und vielleicht fühlst du dich auch von deinem Mann viel weniger unterstützt, als du dachtest oder als es besprochen war. Insgesamt fühlt es sich an wie ein Zustand von totaler körperlicher und emotionaler Ausgelaugtheit.

Risikofaktoren

Es gibt Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an einer postpartalen Depression zu erkranken:

Depression in deiner Vergangenheit oder in deiner Familie

Traumatisch erlebte Geburten. Dabei ist dein subjektives Geburtserleben relevant, nicht das, was im Entlassungsbrief in der Klinik steht.

Partnerschaftliche Konflikte oder mangelnde Unterstützung

Finanzielle Probleme

Kaiserschnitt und primäres Abstillen – beides steht möglicherweise mit dem Oxytocin-Stoffwechsel im Zusammenhang.

Wochenbettdepressionen 399

Symptome

Du fühlst dich dauerhaft überfordert und hast schon morgens das Gefühl: Oje, wie soll ich nur den Tag schaffen?

Du bist massiv reizbar.

Du würdest am liebsten nur noch schla- fen. Oder weg.

Du siehst dein Baby an und fragst dich: Was willst du bloß von mir? Oder du hast das Gefühl, nichts zu fühlen oder viel we- niger, als du es für gut hältst.

All diese Gefühle und Gedanken sind keine Momentaufnahme, sondern hal- ten schon seit mindestens zwei Wochen an, ohne dass du Tage dazwischen spürst, an denen es dir richtig gut geht.

Was kannst du tun?

Nimm die Symptome ernst und leite etwas in die Wege: Rufe deine Hebamme an, jetzt gleich (außer, ihr seid schon für einen Termin in den nächsten zwei Tagen verabredet). Sie kennt die Situation gut. Oft helfen und reichen schon einfühl- same Gespräche. Und sie ist auch interdis- ziplinär gut vernetzt und kennt weitere Begleitungsmöglichkeiten, wenn du the- rapeutische oder weiter beratende Hilfe in Anspruch nehmen solltest.

Kontaktiere eine Beratungsstelle (Adressen im Anhang). Du bist nicht allein, und es gibt Menschen, die dir helfen können.

Suche dir Unterstützung, und zwar ganz konkret und jetzt sofort. Haushaltshilfe, Oma/Leihoma, Familienhilfe, Putzfrau, Babysitter. Eine Haushaltshilfe kann dir bei einer entsprechenden Indikation – und eine beginnende Depression ist eine – dein Arzt verschreiben. Wenn du selbst dazu nicht in der Lage bist und schon das »zu viel« ist, muss dein Mann oder deine beste Freundin das übernehmen. Bitte sie darum!

Unterstützt dein Partner dich genug? Fühlst du dich verstanden? Oder kämpft ihr mit schwierigen, erst mal nicht zu än- dernden Umständen? Arbeitet er unter der Woche in einer anderen Stadt, hat so lange Fahrtwege, dass er erst sehr spät zu Hause ist? Da gilt es auch noch mal, Prio- ritäten zu untersuchen. Manchmal stellt sich auch die Frage, ob ein »Ich kann mei- nen Chef unmöglich fragen« nicht in Wirklichkeit heißt: »Ich will meinen Chef auf keinen Fall fragen«. Nachweislich ist der Grad an partnerschaftlicher Unter- stützung ein wichtiger Faktor bei einer Wochenbettdepression.

Kontakt und Austausch mit anderen Müttern hilft sehr gegen das Gefühl, dass dir gleich die Decke auf den Kopf fällt. Suche Dir verschiedene Kurse aus, PEKiP, Rückbildung, und gehe mit der nettesten Mutter danach noch eine Runde um den Block. Sozialer Kontakt und Austausch ist enorm wichtig in einer neuen Lebens- situation!

Gute Ernährung ist ein wesentlicher Baustein nicht nur der körperlichen, sondern auch der psychischen Ge- sundheit. Gleichzeitig kommst du ver- mutlich kaum dazu, dir aufwendige und tolle Gerichte zuzubereiten. Ergänze be- stimmte Vitalstoffe eventuell über Nah- rungsergänzungsmittel. Vor allem eine gute Versorgung mit Omega 3, Vitamin D im Winter, Selen, Zink, B-Vitaminen und Magnesium ist wichtig. Dies sind die typischen Nährstoff-Mangelkandidaten. Nach einer Schwangerschaft und den zehrenden ersten Wochen nach der Ge- burt sind diese Werte bei vielen Frauen – meiner Erfahrung nach bei so gut wie allen, die dies nicht gezielt substituiert haben – im Keller. Und gleichzeitig sind niedrige Blutwerte dieser Mikronähr- stoffe eben auch mit Depressionen assozi- iert. Lies dazu mehr unteržDepressionen im Buchteil Mittendrin in der Schwangerschaft.

Die meisten depressiven Episoden im Wo- chenbett verschwinden nach einiger Zeit auch ohne weiterreichende Maßnahmen wie eine längere Therapie oder gar medika- mentöse Behandlung. Stationäre Aufent- halte sind zum Glück selten nötig, mitt- lerweile gibt es aber gute Adressen, die auf dieses Themenfeld spezialisiert sind und die keine Trennung von Mutter und Kind bedeuten müssen.

Buchtipp: Ulrike Schrimpf, Wie kann ich dich hal- ten, wenn ich selbst zerbreche? Meine postpartale Depression und der Weg zurück ins Leben, Südwest 2013.

Ehrlich, vielschichtig und einfühlsam.

Naturheilkunde bei Wochenbettdepressionen

Es gibt Pflanzen, Bachblüten und homöopathische Medikamente, die bei einer postpartalen Depression angezeigt sein können. Für milde Formen, die ich eher der Kategorie »Befindlichkeitsstörung« zuordnen würde, ist eine Selbstmedikation manchmal auch vollkommen ausreichend und selbstbestimmt möglich. Menschen verfügen üblicherweise über das Wissen, dass nach schweren Zeiten auch wieder bessere kommen. Manchmal aber auch nicht. Und deshalb ist es wichtig, nicht zu lange herumzudoktern, und es geht einem dabei dann irgend- wie doch immer schlechter.
Bekannt und bewährt (in einem Review von 2009 sogar gleichwertig mit synthetischen Antidepressiva227) zur Unterstützung bei depressiven Symptomen ist Johanniskrautextrakt. Du kannst auch in der Stillzeit ein Johanniskrautpräparat einnehmen, etwa Laif®900. Es wurde ein möglicher Rückgang der Prolaktinproduktion diskutiert, laut embryotox.de fanden sich bei einer Unter- suchung dazu aber keine Hinweise.

Möglichkeit 1: einfach so weitermachen.

Du wirst nicht dran sterben (Dein Baby auch nicht) und früher gab das auch alles nicht. Alles richtig. Dennoch wirst Du (in erster Linie Du) früher oder später in Deiner Schwangerschaft oder Stillzeit in einen ordentlichen Nährstoffmangel rutschen, weil Du (je nach Viatalstoff) 50 – 100% mehr von jenem brauchst, wenn Du schwanger bist oder stillst. Und mit unserer “normalen Großstadtkost” (=wenig selbst gekochtes, viel Kantinenkram, Aufbackbäcker und Fertigpizza) meist ja noch nicht mal der “umschwanger-Bedarf” abgedeckt wird. Und das wirst Du spüren, spätestens ein paar Monate nach der Geburt – dauermüde, Haare fallen aus, Deine Schilddrüse kommt ins Schlingern etc.

Möglichkeit 2: Vitalstoffe ergänzen.

In meinem Buch ist das Ernährungskapitel nicht umsonst so umfangreich, wie es ist. Diese 40 Seiten haben mich die längste Schreib-Zeit gekostet. Weil es eben nicht getan ist mit Folio (ausgerechnet mit Folio am allerwenigsten, das führt hier aber zu weit). Weil es alles ziemlich komplex ist. Weil es viel neues Wissen gibt zu Jod, Vitamin D, Selen, Polsäure natürlich, den Kohlenhydraten im Allgemeinen und im Speziellen. Nur ganz kurz: Ich bin eher ein Fan als Anti-Fan von Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft. Aber nicht wahllos und nicht irgendwas. Das im Übrigen nicht aus lauter Dogma, sondern weil ich im Laufe der letzten Jahre in der Vorsorge bei “meinen” Schwangeren relativ großzügig Nährstoffspiegel abnehme. Mit erschreckenden Ergebnissen: Ich habe noch nie (!) eine Frau betreut, deren Werte tipptopp waren. nicht eine. (Zu dem Thema, dass Grenzwerte Erfindungen der Pharmaindustrie seien, könnte ich auch ne Menge schreiben, auch dazu reicht der Platz hier nicht). Die Studienlage ist da glücklicherweise in den letzten Jahren auch um Einiges ergiebiger (und evidenter) geworden.

Möglichkeit 3: Ernährung pimpen.

Ich sage ja nicht gleich: Umstellen, sofort! Nicht, weil es nicht gut wäre, sondern weil es so selten funktioniert. Ob es am inneren Schweinehund, an den mangelnden Einkaufsmöglichkeiten für Bio-Quinoa und Goji-Beeren oder dem Tagesablauf liegt, ist im Effekt erstmal vollkommen egal. Einfacher ist es vermutlich, die Nahrung mit den so genannten “Superfoods” zu ergänzen. Das müssen überhaupt nicht die schon genannten fancy Exoten sein, auch heimisches Essen ist teilweise mindestens genau so gut. Superfoods nennt man gemeinhin erstmal Nahrungsmittel, die besonders nährstoffdicht sind. In dem Fall des Grünen Smoothies hier sind alle Zutaten problemlos zu bekommen. Und das tolle an Smoothies ist, dass durch das Zerkleinern die Pflanzenstoffe gut aufgeschlossen und der Verdauung zugänglich gemacht werden, man kann sie auch gut in einer Thermos- oder Trinkflasche ins Büro nehmen und letztlich auch easy verzehren. Ergänzen kann man das, was eben gerade da ist: Staudensellerie geht gut oder auch ein paar Blätter des sagenumwobenen Grünkohls (trau Dich! Schmeckt harmloser, als es sich anhört).

Das einzige, was man braucht, ist ein Blender, mit dem Pürierst geht es auch, er wird aber längst nicht so fein.

Rezept für einen grünen Smoothie

Green Smoothie

Eine Tüte junger Spinat, circa 80 bis 100 g

2 Stangen Staudensellerie

1 Bund Petersilie

1 Stückchen Ingwer

150 ml Kokoswasser

150 ml Ananassaft

1 EL Kokosöl, ggf. in etwas warmen Wasser geschmolzen, alternativ Rapsöl (Omega 3!)