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Magazin . Geburt

Corona-Schnelltests – mit Blick auf die Hebammenarbeit

Lange erwartet, jetzt Alltag – die Antigen-Schnelltests auf SARS-CoV-2 gehören inzwischen zur Grundausstattung und werden auch in der Geburtshilfe eingesetzt. Was du ĂŒber Grenzen, Nutzen und hĂ€ufige MissverstĂ€ndnisse wissen solltest.

VON Kareen Dannhauer

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Was ist ein Corona-Schnelltest?

Wie der Name schon sagt: Ein Antigen-Test ist schnell, da er direkt vor Ort am “Point of Care” innerhalb von 15-20 Minuten ein aktuelles und verwertbares Ergebnis ĂŒber das Vorliegen einer akuten Infektion liefert. Der Antigen-Test kommt ohne logistisches Drumherum aus und ohne, dass ein Labor dafĂŒr notwendig ist. Anders als die PCR (polimerase chain reaction) detektiert ein Antigen-Test nicht direkte DNA(-StĂŒcke) des Virus, sondern virale Proteine. Ein Test ist dann positiv, wenn das Virus im Abstrichmaterial vorhanden ist, also eine akute Infektion vorliegt, unabhĂ€ngig davon, ob Symptome vorhanden sind oder nicht.

Wie genau ist ein Schnelltest?

Über diesen Punkt wird in den Weiten des Laien-Internets am meisten herumspekuliert und dabei einige Halbwahrheiten in einen Topf geworfen und falsche SchlĂŒsse daraus abgeleitet. Ein Antigen-Test gilt als weniger genau als eine PCR. Das ist labortheoretisch korrekt, es macht ihn aber nicht weniger wertvoll, da er fĂŒr völlig andere Zwecke eingesetzt wird (und dafĂŒr eine Reihe ganz anderer Vorteile hat) und es um mathematische GrĂ¶ĂŸen geht, die ich weiter unten noch genauer am konkreten Beispiel aufdröseln werde.

Ein Antigen-Schnelltest dient grundsĂ€tzlich gewissermaßen der Vortestung primĂ€r erst mal nicht infektionsverdĂ€chtiger Personen. Er eignet sich daher fĂŒr schnelle Massentestungen. FĂŒr dieses erste “Sieb” ohne primĂ€ren Infektionsverdacht sind “etwas gröbere Maschen” absolut hinnehmbar. Ähnlich wie bei anderen PhĂ€nomenen der “großen Zahlen”, denen wir auch an anderen Stellen in der Pandemie begegnen, dĂŒrfen wir uns UnschĂ€rfen leisten: Weder ist es notwendig, dass sich ALLE Menschen an ALLE vernĂŒnftigen infektionsvermeidenden Regeln halten, noch braucht es fĂŒr die viel herbeibeschworene HerdenimmunitĂ€t eine 100 (oder nicht mal 80) -prozentige Durchseuchung. Konkret: Wenn die Wahrscheinlichkeit sowieso gering ist, dass die getestete Person positiv ist (da keine Symptome vorhanden und auch kein infektionsverdĂ€chtiger Kontakt stattgefunden hat), ist das Restrisiko, dass sehr selten ein positiver Mensch â€œĂŒbersehen” wird, sehr sehr gering! Wie gering am Rechenbeispiel gleich unten.

SpezifitÀt und SensitivitÀt

Auch diese Begriffe sind mittlerweile schon ins AllgemeinverstĂ€ndnis durchgesickert, aber nochmal der VollstĂ€ndigkeit halber: Die SpezifitĂ€t eines Tests sagt etwas darĂŒber, wieviele Nicht-Infizierte auch korrekt als negativ angezeigt werden. Die SensitivitĂ€t eines Tests sagt aus, wieviele Positivproben korrekt detektiert werden, wieviele tatsĂ€chlich Positive also als solche erkannt werden. Der von mir verwandte zertifizierte Test ist der Abbott Panbio Covid-19 Ag Rapid Test. Ermittelt mit einer FDA-EUA Rt-PCR Referenzmethode liegt die SpezifitĂ€t bei diesem Test bei 99,4%, die SensitivĂ€t bei 93,9-98,2% (abhĂ€ngig von der Viruslast, s. Schwellenwert und CT-Wert gleich unten), die KreuzreaktivitĂ€t fĂŒr 20 humane Viren wurde ausgeschlossen. Der Test reagiert also nicht “versehentlich positiv”, wenn eines der anderen (harmlosen ErkĂ€ltungs-) Coronaviren, Adeno- oder Influenzaviren im Abstrich vorhanden wĂ€ren.

[edit 11. Februar 2021: Anwendungszahlen zeigen mittlerweile, dass die SensitivitĂ€t bei asymptomatischen Personen (die meistens prĂ€symptomatisch sind) deutlich niedriger ist, als in der Rechnung angenommen. Sie liegt – je nach Literatur – eher um die 70-80%, sehr abhĂ€ngig vom exakten Zeitfenster des Tests (sehr steiler Anstieg der Viruslast in den Stunden vor Symptombeginn). Das verĂ€ndert natĂŒrlich die Berechnung unten im Rechenbeispiel, Ă€ndert aber ĂŒberhaupt nichts an der GrundsĂ€tzlichkeit, vor allem, weil “kein Test” fast immer die Alternative ist zum Test.]

Schwellenwerte

Ein wichtiges Detail in der Frage der Nachweisbarkeitsgrenzen ist der so genannte CT-Wert (threshold cycle) in einer Probe. In der PCR wird damit eine Quantifizierung der DNA-MolekĂŒle vorgenommen, man misst also gleichzeitig auch die Virusmenge. Eine PCR ist also entgegen missverstĂ€ndlicher Behauptungen nicht einfach “positiv oder negativ, egal wie viel Virus drin ist”. In der SARS-CoV-2-Diagnostik wird hĂ€ufig ein cut-off-CT-Wert von 30 bis etwa 33 genannt. Oberhalb dieser Grenze ist die Viruslast immerhin so gering, dass sie nach heutigem Wissen mit einem Verlust der AnzĂŒchtbarkeit einhergeht und sehr wahrscheinlich auch in etwa die Grenze der InfektiositĂ€t darstellt. Das macht bei einer PCR der Laborarzt, es ist seine Aufgabe, den Test auszuwerten, zu interpretieren und zu befunden.

100% sicher?

Nein, 100% sicher ist so ungefĂ€hr gar nichts. Ich beantworte diese Fragen anhand der konkreten Situation eines Geburtsvorbereitungskurses an einem Wochenende in Berlin-Mitte. Es geht mir darum, unter den derzeit herrschenden Bedingungen ein Kurs-Setting fĂŒr Euch herzustellen, in dem Ihr Euch so sicher fĂŒhlen könnt, dass der Kurs zu einem guten GefĂŒhl beitrĂ€gt und dass das Risko, dass mein Kurs zu einem Superspreader-Event wird (wie zuletzt hauptsĂ€chlich private Feiern) so gering ist wie möglich.

Rechenbeispiel

Um eine Zahl vor Augen zu haben, wie unwahrscheinlich es ist, dass in einem Kurs mit 12 Teilnehmer*innen ein viruspositiver Mensch sitzt – mit und ohne Test – rechnen wir doch einfach mal. Ich bin keine Epidemiologin, daher könnte sich der eine oder andere statistische Fehler einschleichen, wer es besser weiß, schreibt mir gern eine Mail.

In Berlin gibt es (Stand 5.10.2020) 2.146 aktive – bekannte – CoronafĂ€lle. Die nehmen aber vermutlich ihre Isolation Ernst und laufen gerade nicht draußen herum. Gehen wir bei einer derzeitigen Testpositivenquote von ungefĂ€hr 1% von einer relativ geringen Dunkelziffer unerkannter CoronafĂ€lle aus, nehmen wir einmal – großzĂŒgig gerechnet bei einem derzeitigen R-Wert von 1,1 und 40 Neuansteckungen pro 100.000/ 7 Tage – 3mal so viele Coronapositive, die unerkannt in der Stadt unterwegs sind. Also rund 6.500 potentielle CoronaĂŒbertrĂ€ger (Achtung, spekulative Zahl). Wie hoch die Zahl derer ist, die davon asymptomatisch (Bedingung fĂŒr die Kursteilnahme), aber ansteckend sind, ist ebenfalls eine Unbekannte. Rechnen wir einmal mit 30 % (ebenfalls großzĂŒgig) komplett asymptomatischer VerlĂ€ufe. Diese Zahl ist vermutlich deutlich geringer, wir mĂŒssen ja aber noch die prĂ€symptomatischen hinzuzĂ€hlen, also vielleicht morgen oder ĂŒbermorgen Erkrankte (aber jetzt schon Ansteckende). Mit all diesen Variablen rechnen wir mal mit etwa 2.000 asymptomatischen Menschen in freier Wildbahn in Berlin, potentiellen Kursteilnehmer*innen. Alle diese Variablen sind unklar, sie können auch genau so gut doppelt- oder halb so groß sein. Aber nach Stand der Dinge: Nehmen wir die mal an.

Diese Annahmen ergeben bei 3,8 Millionen Einwohnern: 3,8 Mio : 2.000 Infizierte mal 12 (Teilnehmer*innenzahl) ein Hintergrundrisiko, dass ein Mensch im Kurs dabei ist, der positiv ist, von 1:900/ 12, also 1:75. Wie ansteckend dieser Mensch ist, ist wiederum fraglich, aber das ist jetzt mal unsere Ausgangszahl: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein coronapositiver Mensch im Kurs sitzt, liegt mit diesen Grundannahmen bei 1,3 %.

Könnt Ihr noch folgen?

Wenn wir 1000 (positive!) Menschen mit einem CT-Wert von >33 testen, verpasst der Test bei einer SensitivitÀt von 98,2% 18 Personen, die nicht als positiv angezeigt werden. 1,8% der oben angenommenen 1,3% Coronapositiver werden nicht herausgefischt. Alle anderen schon. Das bedeutet:

Das Risiko, dass eine coronapositve Person im Raum ist – OHNE TEST – liegt bei 1,3%. Wenn alle Teilnehmer*innen getestet sind, sinkt dieses Risko auf 0,0234% – MIT TEST.

Wir wissen alle, dass wir in einem dynamischen Geschehen unterwegs sind und dass sich diese Zahlen bereits bis zum Ende des Monats – meine persönliche SchĂ€tzung – verdoppeln werden. Wir nĂ€hern uns also mit grĂ¶ĂŸer werdenden Schritten einer Situation, in der Geburtsvorbereitungskurse ohne Test aus meiner Sicht mindestens schwierig werden.

Wahrscheinlichkeiten

Es geht also um Wahrscheinlichkeiten. Und in dem Rahmen um praktikable Lösungen. Wenn also das Tragen eines Mund-Nasenschutzes in einem langen Kurs ĂŒber einige Stunden lang faktisch nicht praktikabel ist und ein stetiger Luftzug wegen der Jahreszeit mit ungemĂŒtlichen Außentemperaturen auch nicht, steigt – wie ĂŒberall – die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung in einem Kurs. Berlin etabliert sich gerade als Hotspot und wird sicher auch als “gesamte Stadt” Mitte des Monats Oktober die derzeitig gĂŒltigen Kriterien eines “Risikogebietes” mit wöchentlichen >50 Neuinfektionen/ 100.000 Einwohner erfĂŒllen. “Meine” schwangeren Frauen und ihre Partner gehen in meiner Wahrnehmung sehr achtsam und nach allen geltenden Kriterien sehr vernĂŒnftig und kooperativ mit den Entscheidungen in ihrem Alltagsleben um. Gleichzeitig gehören sie zur Altersgruppe mit den höchsten Fallzahlen. Sie meiden eher grĂ¶ĂŸere Familienfeiern und Restaurantbesuche – und im Geburtsvorbereitungskurs?

Der Schnelltest in der Geburtsvorbereitung – mein Procedere

Liebe Leserin, dieser Abschnitt wurde 2020 verfasst und entspricht nicht mehr der aktuellen Regelung đŸ˜·

Ein Geburtsvorbereitungskurs ist kein Event, keine Party und auch kein Fußballspiel. Geburtsvorbereitung ist eine medizinische Leistung, die im Rahmen der GebĂŒhrenordnung des Krankenkassenkatalogs erbracht wird und die in Deutschland zur medizinischen Grundversorgung gehört, deren Erbringungung grundgesetzlich verankert ist (Recht auf körperliche Unversehrtheit Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG und das Sozialstaatprinzip Art. 20 Abs. 1 GG).

Über die Wochen des Lockdowns haben wir in der Geburtshilfe viele dramatische Folgen der Corona-Pandemie gesehen und miterlebt, auch wir Hebammen waren und sind schwer getroffen von diesem beschissenen Virus. Es ist meine Verantwortung, die Kursteilnehmer*innen weitestmöglich zu schĂŒtzen. Niemand von Euch wird – bei einem Kurs evtl. nah an der Geburt – unter QuarantĂ€ne- oder Isolationsbedingungen gebĂ€ren wollen. Aber Ihr braucht natĂŒrlich gute Geburtsvorbereitung, vielleicht sogar mehr als sonst. Wir Hebammen nehmen derzeit – nachvollziehbar – ein noch höheres InformationsbedĂŒrfnis in unwĂ€gbaren Zeiten wahr und sind gerne fĂŒr Euch da!

An dieser Stelle sei vor allem nochmal erwĂ€hnt, dass es sich bei meinen Kursen um Wochenendkurse handelt, so dass ein Test ermöglicht, eine relative Sicherheit herzustellen, die – auch klar – bereits am 2. Kurstag schon wieder etwas gesunken ist. Aber auch dieses statistische Risiko ist noch immer hinnehmbar niedrig genug. FĂŒr wöchentliche Kurse funktioniert dieses Testkonzept natĂŒrlich nicht.

Wie schĂŒtzen wir uns – oldschool

Abstand:

hilft in erster Linie gegen die Übertragung im Sinne einer Tröpcheninfektion. Gegen Aerosole hilft er nicht.

Masken:

Alltagsmasken verringern sowohl die Abgabe von Tröpfchen, vermutlich auch ein wenig die von Aerosolen. Eine Maske schĂŒtzt neben den Umstehenden wahrscheinlich gleichfalls auch zu einem kleineren Teil den TrĂ€ger selbst vor einer höheren Viruslast. In welchen Grenzen dies genau geschieht, ist derzeit Gegenstand der erhitzten wissenschaftlichen Debatte. Meine Erfahrungen mit “meinen” Schwangeren in den letzten Monaten haben gezeigt, dass das Tragen von Masken ĂŒber eine absehbare Zeit (Supermarkt, öffentlicher Nahverkehr, Praxisbesuch) natĂŒrlich problemlos möglich und absolut zumutbar ist, ein Kurs ĂŒber mehrere Stunden hinweg jedoch nicht.

LĂŒften:

Derzeit wird ein StoßlĂŒften alle 50 Minuten, 10 Minuten lang, empfohlen. Bis jetzt gar kein Problem: Aber nun wird es kĂŒhl, nach 10-minĂŒtigem LĂŒften ist die Luft im Raum genau so kalt wie draußen.

Da wir in einem Geburtsvorbereitungskurs immerhin ca. 14 Stunden an einem Wochenende mit 8 Paaren in einem Raum verbringen, sind mir alle praktikablen und verhĂ€ltnismĂ€ĂŸigen Maßnahmen recht, die das Risiko eines “Superspreader-Events” signifikant verringern.

Ein Test dient dem Schutz jedes Einzelnen. Einen Test zur Bedingung einer Kursteilnahme zu machen, macht den Kurs zu einem sicheren Ort, der sich auch so anfĂŒhlt.

NatĂŒrlich ist die Altersstruktur der typischen Teilnehmerinnen so, dass ein schwerer Verlauf unwahrscheinlich ist (gleichzeitig ist es auch die sozial aktive Altersgruppe mit der höchsten Inzidenz). Auf der anderen Seite hat eine Infektion mit Corona bezĂŒglich der nah bevorstehenden Geburt Konsequenzen.

Sicherheit – fĂŒr alle.

Die Gefahr, dass ein coronapositiver Mensch im Kurs sitzt, ist – ohne Test – mit den obigen Zahlen etwa 56-mal höher, als dann, wenn sich alle Kursteilnehmer*innen testen lassen. Aber eben nur dann. Und wir testen uns fĂŒr die Sicherheit der anderen – jeweils. Deshalb möchte ich gern alle Kursteilnehmer*innen testen. Ich biete den Test zum Selbstkostenpreis von 25,-/ Paar an. Ihr erhaltet eine Quittung und eine Bescheinigung ĂŒber das Testergebnis, die Ihr bei der Krankenkasse einreichen könnt. Ich rechne damit, dass diese die Kosten auch erstattet werden, das wird die nahe Zukunft zeigen, dann aktualisiere ich die Infos hier.

Noch sicherer: Ein Online-Geburtsvorbereitungskurs

FĂŒr diejenigen unter Euch, denen das immernoch alles unheimlich ist, bleibt natĂŒrlich ein Onlinekurs, den man auf dem heimischen Sofa, zu beliebig wĂ€hlbaren Zeiten gemĂŒtlich wegbingen kann. Das geht ĂŒberall und zu beliebigen Zeiten, am StĂŒck oder in HĂ€ppchen und mit der Option, nochmal zurĂŒckzuspulen, wenn man drei Wochen spĂ€ter nochmal gucken will, wie Damm-Massage geht. Zu meinem Online Geburtsvorbereitungskurs geht es hier.

Der Test ist positiv – und nun?

Die derzeitige Situation (incl. der Rechtslage innerhalb des Infektionsschutzgesetzes) definiert einen positiven Schnelltest noch nicht als “Corona-Fall”, der in die Statistik eingeht. Der laborbasierte PCR-Test (mit einem Laborarzt im Hintergrund, der die Diagnostik interpretiert und befundet) ist weiterhin der Goldstandard der Diagnostik. Wenn ein Schnelltest also positiv ausfĂ€llt, wird ein PCR-Test unmittelbar in die Wege geleitet. Bis zum Befund gilt die getestete Person als “positiv” und muss sich in hĂ€usliche Isolation begeben.

Schnelltests im Kreisaal

Ich hoffe sehr, dass sich die Schnelltests sehr bald auch in der Geburtshilfe direkt im Kreißsaal etablieren und dort flĂ€chendeckend zu VerfĂŒgung stehen. Die Maßnahmen zur EindĂ€mmung der Pandemie sind sehr unterschiedlich geregelt und variieren unter anderem natĂŒrlich entlang des regional unterschiedlichen Infektions- oder gar Ausbruchsgeschehens in Kliniken. In fast allen KrankenhĂ€usern dĂŒrfen die werdenden VĂ€ter (oder eine vorher angegebene Begleitperson) ihre Frauen zur Geburt begleiten. Dennoch ist es in einigen Kliniken so, dass die MĂ€nner erst ab einem bestimmten, unterschiedlich definierten Zeitpunkt mit dazu kommen können. Auch bei ambulanten Untersuchungen und Geburtsbesprechungen sind die Frauen allein (was natĂŒrlich auch nicht gut ist). Schlimm ist vor allem die Lösung, dass in einigen KrankenhĂ€usern die MĂ€nner tatsĂ€chlich erst “ganz zum Schluss” der Geburt dabei sein dĂŒrfen, als gelte das “HerausschlĂŒpfen des Babys” alleinig als Geburt. Die vielen Stunden Geburtsarbeit sind begleitungsbedĂŒrftig, und wir dĂŒrfen das nicht lĂ€nger zulassen. Auch Besuche auf der Wochenbettstation sind mancherorts gar nicht möglich, ĂŒberall aber sind sie eingeschrĂ€nkt, auch Geschwisterkinder dĂŒrfen ihre MĂŒtter ĂŒblicherweise nicht im Krankenhaus besuchen. Das ist alles schlimm, wir Hebammen setzen uns von Beginn fĂŒr humane Lösungen ein und wissen gleichzeitig, dass die Vermeidung des Eintrags in vulnerable Strukturen, wie es ein Krankenhaus eben ist, enorm wichtig ist, nicht nur zum Schutz des Personals (das auch weitere Infektionsketten ingang setzt), sondern auch der Patient*innen in der geburtshilflichen Abteilung, der Neugeborenenstation, Intensivstation und OP, die ja alle mit dem Kreißsaal in Verbindung stehen. Es ist ein wirkliches Kack-Dilemma, und Schnelltests könnten Vieles davon lösen. Hier – und an den Toren der Senioren- und Pflegeheime – sind sie wirklich ĂŒberfĂ€llig.

Daten und Quellen

Ich benutze den Abbott Panbio Covid-19 Ag Rapid Test. Dieser Test darf nur von HCPÂŽs (Healthcare Professionals), also Angehörigen humanmedizinischer Heilberufe durchgefĂŒhrt werden, dies sind Ärzt*innen, ZahnĂ€rzt*innen und Hebammen. Der Test ist CE-zertifiziert und ist fĂŒr die Testung in Deutschland zugelassen.

RKI: Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS–CoV-2

Comparison of seven commercial SARS-CoV-2 rapid Point-of-Care Antigen tests; Victor M. Corman, Christian Drosten et al.; medRxiv doi: https://doi.org/10.1101/2020.11.12.20230292; November 13, 2020.

Pressemeldung der Abbott GmbH (deutsch)

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